Fußball: Westfalenliga 1
Zwischen allen Stühlen – Möllers-Zukunft in Kinderhaus offener denn je

Ascheberg/Herbern -

Was ist der Unterschied zwischen dem SV Herbern und Westfalia Kinderhaus? Sportlich tun sich die Klubs gar nicht viel – trotz des geringeren Etats an der Werner Straße. Die Antwort: Beim SV Herbern benehmen sie sich wie Erwachsene.

Mittwoch, 09.12.2020, 18:31 Uhr aktualisiert: 09.12.2020, 18:40 Uhr
Holger Möllers (l.) sollte eigentlich im Sommer den Trainerposten in Kinderhaus übernehmen. Ob es dabei bleibt? Gute Frage.
Holger Möllers (l.) sollte eigentlich im Sommer den Trainerposten in Kinderhaus übernehmen. Ob es dabei bleibt? Gute Frage. Foto: flo

Auch wenn es „in erster Linie nicht um Holger Möllers geht“, „ich im Grunde der falsche Ansprechpartner bin“ und „der größte Verlierer bei der Sache der Verein Westfalia Kinderhaus “ sei: Dass den Ascheberger die jüngsten Verwerfungen beim münsterischen Westfalenligisten emotional ganz schön mitnehmen, mag der 49-Jährige nicht verhehlen.

Es steht sogar zu befürchten, dass sich dieser überall in der Region geschätzte und hocherfolgreiche Coach gänzlich aus dem Fußballgeschäft zurückzieht: „Den Trainer Möllers gibt es entweder nächste Saison bei Westfalia Kinderhaus – oder vielleicht gar nicht mehr.“ Puh.

Wer verstehen will, wie angefasst der Mann ist, muss bloß auf den Klub schauen, den Möllers 2019 zum Kreispokalsieg geführt und mit dem er den Aufstieg in die Westfalenliga zwei Mal nur um Haaresbreite verpasst hat. Es sei beim SV Herbern ja immer so gewesen: Frank Heidemann, ehemals sportlicher Leiter der Blau-Gelben, kam im Winter zu ihm, und die weitere Zusammenarbeit wurde – in der Regel nach wenigen Minuten – per Handschlag besiegelt.

So in etwa hatte sich Möllers das auch im Norden Münsters vorgestellt. Dieter Hanebuth , bis zu seinem Rauswurf Heidemanns Pendant in Kinderhaus, traf mit dem Trainer die Vereinbarung, dass der zur Spielzeit 2021/22 Marcel Pielage an der Seitenlinie ablöst – in der Annahme, Hanebuth handele in Absprache mit den übrigen Verantwortlichen. So wie sie das an der Werner Straße handhaben.

Hanebuth hatte aber, wie man inzwischen vermuten darf, allein die Rückendeckung von Westfalia-Mäzen Alfred Fislage (der alle Zuwendungen nach der Freistellung seines Vertrauten umgehend eingefroren hat). Offenbar seit geraumer Zeit schon liegt das Duo mit dem Gesamtvorsitzenden Magnus Hömberg sowie Fußball-Obmann Ingo Hennemann über Kreuz. Zum ersten Mal vernehmlich geknallt hatte es vor ein paar Wochen, als die Trennung von Pielage zum Saisonende publik wurde und der Coach von jetzt auf gleich die Brocken hinschmiss.

Und Möllers (an dem, wie man hört, nicht nur die Westfalia interessiert war)? Sitzt, unverschuldet, zwischen den Stühlen. Dass Kinderhaus über den Sommer hinaus in der Westfalenliga verbleibt, scheint ohne Fislages finanzielles Engagement äußerst fraglich. Wobei: Dass man mit relativ bescheidenen Mitteln maximal erfolgreich sein kann, hat Möllers beim SVH hinreichend nachgewiesen. Bleibt die Frage, ob das bis zu den neuen Entscheidern an der Großen Wiese durchgedrungen ist.

Zwei Dinge hätte sich der Ascheberger unterdessen gewünscht: Erstens, dass sich die beiden Konfliktparteien vor dem nun vollzogenen Bruch „wie Erwachsene an einen Tisch setzen, um die Dinge zu klären“. Und zweitens, dass die, die jetzt im Klub das Sagen haben, „vielleicht mal das Gespräch mit mir suchen“.

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