Fußball: Frauen-Bezirksliga 7
„Es ist meine Leidenschaft“ – SVH-Coach Mack fährt zweigleisig

Coesfeld/Herbern -

Ex-Regionalligist DJK Coesfeld meldet, neun Jahre nach dem Zusammenbruch der einst so erfolgreichen Sparte, wieder eine Damenmannschaft. Allerdings muss sich das Team aus der Kreisstadt den Coach mit dem SV Herbern teilen.

Mittwoch, 20.01.2021, 17:39 Uhr
Coacht in der nächsten Saison sowohl die Damen der DJK Coesfeld als auch die des SV Herbern.
Coacht in der nächsten Saison sowohl die Damen der DJK Coesfeld als auch die des SV Herbern. Foto: flo

Der Weg war lang, sehr lang. Aber sie sind ihn gegangen, konsequent, immer mit dem einen Ziel vor Augen: Neun Jahre nach dem Rückzug aus der Regionalliga wird die DJK Coesfeld wieder eine Frauenfußball-Mannschaft stellen. „Da war immer der Wunsch, uns in dem Bereich wieder zu etablieren“, so Abteilungsleiter Christian Lechtenberg. Das Comeback startet in der Saison 2021/22 in der Kreisliga B unter Trainer Detlef Mack – der auch die Bezirksliga-Damen des SV Herbern coacht.

Es war ein Anfang bei Null, ein kompletter Neuaufbau. „Zum Glück haben das einige Väter in die Hand genommen, die für ihre Töchter Fußball möglich machen wollten“, blickt Thomas Duda auf 2012 zurück, als bei der DJK die gesamte Abteilung weggebrochen war – es mit vielen Neulingen aber immerhin gelang, eine Mannschaft bei den E-Juniorinnen zu bilden. „Wir haben dann viel Werbung in den umliegenden Kindergärten und Grundschulen gemacht und so die Kinder zum Platz geholt“, berichtet der Mädchen- und Frauen-Teamleiter bei der DJK.

Seitdem scheint die Entwicklung unaufhaltsam. „Wir sind von innen heraus gewachsen“, freut sich Duda über inzwischen sechs Mädchenmannschaften in allen Altersklassen von den F- bis zu den B-Juniorinnen. Besonders die heutige U 17 habe viel Pionierarbeit geleistet. Aktuell zählen exakt 100 Mädchen zur Abteilung – darunter vier Spielerinnen aus dem Jahrgang 2003, die aber nur trainieren dürfen, weil sie mittlerweile zu alt für den Nachwuchs sind.

Jetzt das nächste Etappenziel: Im Sommer geht wieder ein Frauenteam auf Punktejagd. Und das unter der Leitung eines erfahrenen Mannes: Detlef Mack. Der 64-Jährige ist aktuell für die B-Juniorinnen der DJK zuständig und wechselt zur neuen Saison mit dem Großteil hoch in den Frauenbereich. Die Aufgabe wird er zusätzlich zum Trainerjob beim SVH übernehmen – viel Arbeit, für Mack aber positiver Stress: „Ich kümmere mich seit 25 Jahren parallel um zwei Teams. Eigentlich sollte das irgendwann nicht mehr so sein, aber es ist halt meine Leidenschaft.“

Vier Fragen an . . .

Detlef Mack sieht kein Problem darin, künftig zwei Teams zu coachen.Trainer in Herbern, Trainer auch in Coesfeld: Droht da keine Terminkollision?Mack: Nein. Wenn es doch mal eine Überschneidung geben sollte: Der SVH ist und bleibt für mich die Nummer eins.Und wenn die DJK mal ein entscheidendes Spiel hat, es für Herbern aber um nichts mehr geht?Mack: Auch dann ist das nicht angedacht. Dafür habe ich bei der DJK die entsprechende Unterstützung durch meinen Co-Trainer oder den Frauen-Teamleiter.Dreimal Training mit den Blau-Gelben, zweimal mit der DJK: Keine Lust auf einen freien Abend in der Woche?Mack: Ach, ich liebe den Fußball halt. Und es ist für mich ja nichts Neues. Auch Senioren-Mannschaften habe ich schon gleichzeitig trainiert.Wäre eine Kooperation denkbar? Dass etwa eine Coesfelderin, die zu gut für die B-Liga ist, im SVH-Dress aufläuft?Mack: Geplant ist das nicht, ich trenne die Dinge lieber. So was kann schnell böses Blut geben. Ich bin mit ganzem Herzen in Herbern – und in Coesfeld. (flo)

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