Fußball: Abgaben
FLVW bittet zur Kasse, Vereine irritiert

Herbern/Senden -

Es geht ums liebe Geld. Der FLVW stellt seinen Mitgliedsvereinen die alljährliche Verbandsabgabe in Rechnung – ohne Corona-Rabatt. Bei den hiesigen Klubs sorgt das für Kopfschütteln. Und noch etwas stößt ihnen diesbezüglich auf.

Dienstag, 16.02.2021, 18:32 Uhr
Jeder Verein im FLVW muss – je nach Ligazugehörigkeit der ersten Mannschaft – eine jährliche Abgabe entrichten.
Jeder Verein im FLVW muss – je nach Ligazugehörigkeit der ersten Mannschaft – eine jährliche Abgabe entrichten. Foto: dpa

Dass das Thema zum Aufreger taugt, war den Verantwortlichen des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen (FLVW) offenbar bewusst. Schließlich hatten sie ein Schreiben vorverfasst, das die WN unmittelbar nach unserer Anfrage per Mail erreichte. Es geht um die Verbandsabgaben. Der Beitrag richtet sich danach, in welcher Klasse die erste Mannschaft kickt, die Zahlen sind öffentlich einsehbar. Für die hiesigen Landesligisten SV Herbern und VfL Senden werden 1330 Euro pro Spielzeit fällig, Kaiserau hat den Klubs just die entsprechende Rechnung präsentiert.

Ingo Pallas , Abteilungsleiter Fußball beim VfL Senden, findet das nicht in Ordnung: „Mit jedem abgesagten Spiel gehen uns Einnahmen flöten. Wie kommt der Verband dazu, auf der vollen Summe zu bestehen, wenn maximal die Hälfte der Partien bestritten wird?“ Noch etwas stößt Pallas auf: „Ich hätte mir von Seiten des FLVW zumindest ein Gesprächsangebot gewünscht. Jeder weiß doch, dass die Vereine in Zeiten von Corona finanziell zu knapsen haben. Uns einfach, ohne Begleitschreiben, zur Kasse zu bitten, ist nicht der Umgang, den man sich als Klubvertreter wünscht.“

Ähnlich sieht das SVH-Boss Jürgen Steffen, der erstens „die Kommunikation“ kritisiert und zweitens den Vorgang an sich. Die 1330 Euro (1880 einschließlich der Summe, die Herberns Leichtathleten aufbringen müssen) „treiben uns gewiss nicht in den Ruin. Trotzdem gibt es genug Beispiele aus der Wirtschaft, wo Zahlungen während der Krise mit mehr Flexibilität und Fingerspitzengefühl gehandhabt werden. Wo Leistungen, die nur zur Hälfte erbracht werden, auch nur anteilsmäßig honoriert werden.“

Interessant wäre ja die Frage, was passiert, sollte der Spielbetrieb bis Ende Juni ruhen. Würden die Vereine dann überhaupt nicht belangt? Ein FLVW-Sprecher hält die Frage für „zu spekulativ“, um sich aktuell mit ihr auseinanderzusetzen. Pallas hält sie für durchaus angebracht: „Nicht dass sich Kaiserau genau deshalb so ins Zeug legt, wenn es um die Wiederaufnahme des Ligabetriebs geht. Damit man beim Abkassieren rechtlich auf der sicheren Seite ist.“

Tatsächlich sei ein Aussetzen der Beiträge nach Ansicht des Präsidiums juristisch nicht vertretbar, wie es in dem Pressetext heißt. Da sonst die Gemeinnützigkeit gefährdet sei. „Wie unsere Vereine haben auch wir laufende Kosten, die wir decken müssen“, wird FLVW-Chef Gundolf Walaschewski in dem Schreiben zitiert. Vizepräsident Peter Wolf ergänzt: „Jeder in Not geratene Verein hat natürlich die Möglichkeit, sich an uns zu wenden, um zum Beispiel eine Ratenzahlung zu vereinbaren.“

Davon war in der Post an die Klubs indes nicht die Rede. Ebenso fehlte der Hinweis, dass die Mitgliedsbeiträge für das laufende Kalenderjahr erst im April erhoben würden, wie der Verband am Dienstag nachschob. Demnach sollten SVH und VfL ihre Rechnungen binnen 14 Tagen begleichen.

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