Fußball: A-Jugend-Bezirksliga
Manns genug – Sabrina Gesell übernimmt U 19 des SV Herbern

Herbern -

Wie berichtet, gibt Simeon Uhlenbrock am Saisonende den Trainerposten bei der A-Jugend des SV Herbern auf. Seine Nachfolgerin, Sabrina Gesell, hat schon für den DFB gearbeitet. Zwei SVH-Urgesteine unterstützen die 37-jährige A-Lizenz-Inhaberin.

Donnerstag, 18.02.2021, 13:22 Uhr aktualisiert: 18.02.2021, 13:28 Uhr
Löst im Sommer Simeon Uhlenbrock (wechselt zu RW Ahlen) ab: Sabrina Gesell.
Löst im Sommer Simeon Uhlenbrock (wechselt zu RW Ahlen) ab: Sabrina Gesell. Foto: Walter Fischer/WAZ

Frank Heidemann, Werner Bußmann, Thomas Berndsen, aktuell Simeon Uhlenbrock. Es sind klangvolle Namen, die Toni Brockmeier , Fußball-Jugendleiter des SV Herbern, da auflistet. Leute, die teils über Jahre erfolgreich die U 19 der Blau-Gelben gecoacht haben und im Verein so was wie Legendenstatus genießen. Eine beachtliche Fallhöhe also, von der aus Sabrina Gesell künftig operiert – vor der aber weder Brockmeier noch der 37-Jährigen selbst bange ist.

Schließlich kann die Frau, die künftig die Bezirksliga-A-Junioren des SVH anleitet, auf ihre beeindruckende Vita verweisen. Beim VfL Bochum war sie für die Zweitbundesliga-Damen verantwortlich, im Vorjahr fungierte sie als Co-Trainerin der U 20-Nationalmannschaft. Mit den DFB-Juniorinnen hätte sie vor neun Monaten an der WM in Costa Rica teilnehmen sollen – die aus nahe liegenden Gründen ins Wasser fiel. Gesell heuerte stattdessen ein zweites Mal bei den B 1-Jungs in Herbern an. Kreisliga statt Karibik. „Wäre schon schön gewesen, so eine Weltmeisterschaft“, räumt die A-Lizenz-Inhaberin aus Werne ein. Einerseits. Andererseits sei das Teilzeit-Engagement beim DFB nur schwer mit ihrem Hauptberuf – Gesell arbeitet im Marketingbereich des FLVW in Kaiserau – vereinbar gewesen.

Wobei auch der Aufwand am Siepenweg nicht ohne ist: jede Woche drei Übungseinheiten (während der Vorbereitung auch mal vier), dazu die sonntäglichen Ligaeinsätze. Umso mehr freut sich Gesell, dass der SVH ihr zwei prominente Unterstützer zur Seite stellt, Björn Christ und Timy Schütte. Letzterer assistiert ihr aktuell bei der U17 und hat „dieselbe Denke wie ich“. Das Trio bringe nicht nur enormes Fachwissen mit, „alle drei sind zudem sehr ehrgeizig“, weiß Brockmeier.

Nicht die schlechteste Voraussetzung für den Job, „schließlich würden wir schon gern irgendwann noch mal in der Landesliga kicken“, so der Jugendleiter. Zwischen 2010 und 2018 waren die Herberner ohne Unterbrechung in der zweithöchsten Spielklasse auf Verbandsebene unterwegs.

Für Herbern sei das Scharnier zum Männerfußball vielleicht wichtiger noch als für andere Klubs, wie Brockmeier ausführt: „Wir sind ein kleiner Verein und haben nicht die finanziellen Mittel, um uns bei den Senioren mit Leuten von außerhalb einzudecken. Wir müssen selbst ausbilden. Deshalb hat das Traineramt bei den A-Junioren eine so große Bedeutung für den SVH. Und deshalb sind wir froh, dass wir mit Sabrina einen so kompetenten Coach gefunden haben.“

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