Handball: Abgaben
Teilen macht Freude – HV Westfalen und HK Münsterland kulant

Senden/Ascheberg -

Seit Monaten ruht der Amateursport. Daher haben der HV Westfalen und der HK Münsterland – anders als der FLVW – entschieden, seinen Vereinen einen Teil der üblichen Beiträge zu erstatten. Beim ASV Senden und der HSG Ascheberg/Drensteinfurt kommt das gut an.

Dienstag, 23.02.2021, 17:35 Uhr aktualisiert: 23.02.2021, 18:12 Uhr
Ein Teil der Saisonbeiträge fließt zurück an die örtlichen Vereine.
Ein Teil der Saisonbeiträge fließt zurück an die örtlichen Vereine. Foto: Sportfoto Zink/Montage: Ann-Kathrin Schriever

Die Corona-Pandemie verhindert in dieser Saison im Handball weitgehend den regulären Spielbetrieb. Nur wenige Partien wurden bislang absolviert – ob welche hinzukommen, ist kaum abzuschätzen. Deshalb erlässt der Verband Westfalen seinen Vereinen ein Viertel der Spielbeiträge. „Für die Hinserie haben wir schon 25 Prozent zurücküberwiesen und auch für die Rückrunde wird es wohl so laufen“, sagt Udo Fricke , Geschäftsstellenleiter des HVW. Dass nicht mehr erstattet werden könne, habe mit den Fixkosten des Hauses zu tun. Geschäftsstelle und Mitarbeiter müssten ebenso wie Trainer weiterhin entlohnt werden. Auch an den Verwaltungskosten ändere sich nichts. „Wir wissen, dass es den Vereinen genauso dreckig geht wie uns. Wir denken, dass 25 Prozent Erstattung eine Größenordnung sind, die für beide Seiten erträglich ist“, sagt Fricke.

Akt der Solidarität

Aus Senden kommt kein Widerspruch. Die Verantwortlichen des ASV mögen nicht mit allem einverstanden sein, was der HVW entscheidet und kundtut. An der Stelle sei aber mal ein Lob angebracht, so ASV-Abteilungsleiter Jochen Jungblut: „In Dortmund gibt es genug hauptamtliche Mitarbeiter, die sich in der Krise um ihre berufliche Zukunft sorgen. Deshalb ist es völlig in Ordnung, dass der HVW einen Teil der Abgaben einbehält – auch wenn unsere erste Mannschaft vot dem zweiten Lockdown erst eine Partie absolviert hatte.“

Auf der anderen Seite sind da laut Jungblut teils darbende Klubs, denen Spieltagseinnahmen wegbrechen. Deren Sponsoren womöglich in wirtschaftlichen Nöten sind. Die jeden Euro zweimal umdrehen müssten. Insofern sei die HVW-Entscheidung, die finanzielle Last zu verteilen, ein „guter Kompromiss“ und „Akt der Solidarität“.

Kreis zieht mit

Wie viel Geld die HSG Ascheberg/Drensteinfurt zurückbekommt, ist offen, da deren Herren-Teams und die Damen-Mannschaft (wie auch der ASV 2) unter dem Dach des Handballkreises Münsterland starten. Dessen Vorsitzender, Daniel Hooge, hat signalisiert, dass es auch für die Bezirks- und Kreisligisten einen Abschlag geben werde. Die Summe richte sich danach, „ob Teams an der geplanten Pokal- oder Aufstiegsrunde teilnehmen“. Einen kleinen Seitenhieb gen Fußballverband, der den kompletten Saisonbeitrag einzieht (WN berichteten), kann sich Hooge nicht verkneifen: „Wir sind halt die charmantere Sportart.“

Das sieht vermutlich auch Carsten Gburek so. Der HSG-Chef hat bereits eine Idee, wofür man die Rückzahlung aufwenden könnte: „Entweder stecken wir das Geld in die Jugendarbeit. Oder wir bestreiten mit einem Teil die Kosten für ein großes Handballfest, das wir bereits vor Corona geplant hatten und irgendwann nachholen.“

Beitragshöhe

Die Höhe der Beiträge pro (regulärer) Saison variiert bei Männern und Frauen, sie richtet sich nach der Klassenzugehörigkeit der Teams. In der Männer-Verbandsliga werden 1000 Euro fällig. In der Bezirksliga liegt die Abgabe bei 400 Euro. Eine Klasse tiefer zahlen Herren 200 und Damen 120 Euro. Die Teilnahme am Jugendspielbetrieb ist beitragsfrei.

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