Golf: Lockerung
Wieder in Schwung kommen – Zwangspause für Bernd Löcke und Co. vorbei

Herbern -

Die meisten Herberner kennen Bernd Löcke als sehr fähigen Fußballer. Inzwischen ist das Golfen die große Leidenschaft des 44-Jährigen – nur waren die 18 Bahnen des GC Westerwinkel über Wochen gesperrt. Jetzt scheint das Schlimmste überstanden.

Mittwoch, 24.02.2021, 17:37 Uhr aktualisiert: 24.02.2021, 17:40 Uhr
Darf seit Montag wieder seinem liebsten Hobby nachgehen: der Herberner Bernd Löcke.
Darf seit Montag wieder seinem liebsten Hobby nachgehen: der Herberner Bernd Löcke. Foto: GC Westerwinkel

Der erste Golfspieler aus dem Pott sei in der Nacht auf Montag um 0.01 Uhr – 60 Sekunden nach den NRW-weiten Lockerungen für den Freizeitsport – am Abschlag gewesen, vermelden die Ruhr Nachrichten. Man mag den Mann einen Verrückten nennen. Einerseits. Andererseits zeigt das Beispiel, wie verzweifelt manche Hobbyspieler in den vergangenen acht Wochen gewesen sein müssen. Wie sehr sie sich während des zweiten Lockdowns danach gesehnt haben, endlich wieder ihr liebstes Hobby ausüben zu dürfen.

Bernd Löcke hat zu Wochenbeginn um kurz nach Mitternacht das getan, was die meisten Menschen um die Zeit machen: schlafen. Allzu viel Zeit hat sich der Herberner mit der Rückkehr auf den Platz indes nicht gelassen: „Am Dienstag habe ich ein paar Bälle auf der Driving Range geschlagen. Hat Spaß gemacht nach der langen Auszeit.“ Man muss dazu wissen, dass Golfer – zumindest jene, die wie er den Sport ernsthaft betreiben – weder Wind noch Wetter scheuen: „Wenn nicht gerade Schnee liegt, kann man immer spielen.“ 52 Wochen im Jahr.

Die Sache mit dem Handicap

Man musssogar, will man sein Handicap (Löckes beträgt aktuell 9,1) halten oder verbessern. Das seit 2020 international gültige, etwas komplizierte Wertungssystem sorgt dafür, dass vergangene Erfolge relativ schnell unter den Tisch fallen. „Wenn pandemiebedingt so gut wie gar keine Turniere stattfinden, hast du ein Problem“, weiß der 44-Jährige.

An Mannschaftswettkämpfe – Löcke startet für das erste Herren-30-Team des GC Westerwinkel – ist derzeit nicht zu denken. Schließlich sind in NRW aktuell nur zwei Spieler je Flight zugelassen. Der Herberner hat letztens sogar ein paar Bahnen am Wasserschloss allein gedreht: „Geht, macht aber nicht ansatzweise so viel Freude wie in Begleitung.“

Löcke zählt explizit nicht zu denen, die zwischen Clubheim und Grüns Wirtschaftsdeals verhandeln oder berufliche Netzwerke knüpfen. Aber „’ne Runde quatschen“ gehöre schon auch dazu. Und sei es nur, um fachliches Feedback von den Mitspielern zu bekommen. Präziser: von demMitspieler. Gruppenübungen bleiben ja aus den nahe liegenden Gründen untersagt, bis auf Weiteres bleibt es beim Einzel-Training.

Löcke nimmt das Virus ernst. Dass sich die Leute großzügig auf den 18 Bahnen verteilen, dass sie den Mindestabstand von fünf Metern zum Nebenmann/ zur Nebenfrau einhalten, dass sie ihren (echten) Namen in Listen eintragen, findet er „alles okay“. Weniger nachvollziehen kann er, wieso Golfen in Nordrhein-Westfalen so lange untersagt war, nicht aber in den Nachbarbundesländern: „Viel größer als für Läufer oder Radfahrer ist das Ansteckungsrisiko bei uns nicht.“

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