Fußball: Lockerungen
Pärchenweise Bespaßung – TuS Ascheberg „trainiert“ wieder

Ascheberg -

Sport, allein oder zu zweit, ist in NRW wieder möglich. Fußball, wie wir ihn kennen, bleibt dagegen weiter untersagt. Beim TuS Ascheberg haben sie trotzdem eine Lösung gefunden. Der Verein hatte bereits im Sommer 2020 eine Vorreiterrolle inne.

Samstag, 27.02.2021, 19:59 Uhr
Ein Gefühl für die Murmel bekommen: Im Vorsommer zählten die Ascheberger zu den Ersten im Kreis, die die Plätze freigaben.
Ein Gefühl für die Murmel bekommen: Im Vorsommer zählten die Ascheberger zu den Ersten im Kreis, die die Plätze freigaben. Foto: flo

Sorgen um seine Gesundheit muss sich Hendrik Heubrock, Mittelfeldstratege des TuS Ascheberg, keine machen. Trotz der scherzhaften Androhung seines Trainers, Benedikt Vester , dass, „falls ,Heu‘ frech wird, ich ihm bei der nächsten Einheit die Beine weghaue“. Erstens ist bei Vester nach langwieriger Knieverletzung ans Kicken in seiner intensiven Form noch gar nicht zu denken. Und zweitens gehe es bei den Spielformen, die der TuS Ascheberg seit ein paar Tagen wieder anbieten darf, nicht darum, sich im Zweikampf zu behaupten, so der Coach: „Die Jungs sollen nach der langen Pause einfach mal wieder ein Gefühl für die Murmel kriegen.“

Passübungen, Bewegungsabläufe, bisschen Fußball-Tennis: „Training“ mag Vester das, was der A-Ligist auf dem kleinen Kunstrasen veranstaltet, gar nicht nennen. Damit erstens bei den umliegenden Klubs kein Neid aufkommt – und zweitens der Verband sich keine falschen Vorstellungen macht. Der FLVW warnt auf seiner Homepage eindringlich davor, die ersten zarten Lockerungen im Land „zu einer kreativen Auslegung für den Mannschaftssport“ zu nutzten. Dort steht allerdings auch, dass die Kommunen vor Ort entscheiden, ob sie die Plätze freigeben.

Genau das hat die Gemeinde Ascheberg vor wenigen Tagen getan. Auch die TuS-Verantwortlichen gaben grünes Licht – und nur Stunden später hätten Florian Zahlten und Tim Witthoff einander an der Nordkirchener Straße „bespaßt“, wie Vester es nennt. Zu zweit, so sieht es die aktualisierte NRW-Schutzverordnung vor. Später waren es dann acht örtliche Kicker, die sich, aufgesplittet in vier Duos, die Bälle zuspielten. „Wir haben den Platz in vier 40 mal 20 Meter große Quadrate aufgeteilt, die jeweils mit Flatterband abgesperrt sind. Der Mindestabstand von fünf Metern bleibt also in jedem Fall gewahrt“, so der Coach.

Auch stehe er – Stichwort: Aerosole – nicht mit der Flüstertüte am Rand und brülle Kommandos über das Feld: „Noch mal: Es handelt sich hierbei nicht um Gruppentraining, was ja auch verboten wäre, sondern um Zweier-Übungen. Jedes Pärchen entscheidet letztlich für sich, wie es die 45 Minuten bestreitet.“ Eine Viertelstunde sei für das Aufstellen und Wegräumen der Hütchen anberaumt – damit es auch dabei keinen Kontakt zu den übrigen Mitspielern gebe, die überdies bereits umgekleidet am Platz erscheinen (die Kabinen bleiben zu).

Noch etwas ist Vester wichtig: „Die Plätze sind nicht für die erste Mannschaft reserviert. Selbstverständlich können auch die Zweite, die Frauen und die Jugendlichen die einstündigen Zeitfenster buchen.“ Ausgearbeitet hat das Hygienekonzept der neue Corona-Beauftragte, David Stüdemann. Bereits im Vorsommer zählten die Ascheberger zu den Ersten im Kreis, die die Plätze im eingeschränkten Betrieb öffneten.

 

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