Handball: Jubiläum
Was zusammengehört – 25 Jahre HSG Ascheberg/Drensteinfurt

Ascheberg/Drensteinfurt -

Vor 25 Jahren bildeten der TuS Ascheberg und die DJK Olympia Drensteinfurt eine Spielgemeinschaft. Was als Zweckbündnis begann, ist längst untrennbar miteinander verbunden. Zwei verdiente Funktionäre schauen auf ein Vierteljahrhundert HSG zurück – und nach vorn.

Mittwoch, 17.03.2021, 17:54 Uhr aktualisiert: 18.03.2021, 12:41 Uhr
Stiegen 2005 in die Bezirks- und ein Jahr später sogar in die Landesliga auf: die HSG-Männer um Spielertrainer Michael van Husen (2.v.l.).
Stiegen 2005 in die Bezirks- und ein Jahr später sogar in die Landesliga auf: die HSG-Männer um Spielertrainer Michael van Husen (2.v.l.). Foto: WN-Archiv

Spielgemeinschaften sind – in welcher Sportart auch immer – längst das Gebot der Stunde. Kaum ein Verein, im ländlichen Raum zumal, der dem demografischen Wandel zu trotzen vermag. Was inzwischen gang und gäbe ist, war indes vor einem Vierteljahrhundert eine kleine Sensation. Damals, 1996, taten sich die Handballer des TuS Ascheberg und der DJK Olympia Drensteinfurt zusammen. 2021, genau 25 Jahre später, wäre also ein Top-Datum, es richtig krachen zu lassen – gäbe es da nicht diese blöde Pandemie.

Ruckeliger Start

Die Silberhochzeitsfeier, sie muss also bis auf Weiteres verschoben werden. Wobei: Eine Liebesheirat sei das damals nicht gewesen, erinnert sich die spätere Abteilungschefin, Kate Mühlenbäumer: „Ich würde eher von einem Zweckbündnis sprechen. Zumindest in der Anfangszeit. Die Rivalität zwischen den beiden Klubs war schon recht ausgeprägt.“ Auch und gerade im Männerbereich, wie der ehemalige HSG-Spielleiter Karl-Heinz „Yogi“ Welzel ergänzt: „Dass es plötzlich keine direkten Duelle mehr gab, war für die Älteren fast eine Zumutung. Die haben diese Derbys ja geliebt.“

Feierten Anfang der Nuller-Jahre den Gewinn der Kreismeisterschaft: die HSG-Frauen.

Feierten Anfang der Nuller-Jahre den Gewinn der Kreismeisterschaft: die HSG-Frauen.

Und doch sei das Zusammengehen schon damals alternativlos gewesen, weiß Welzel: „Beide Klubs hatten seinerzeit zu wenige Mädchen, um eine D-Juniorinnen-Mannschaft stellen zu können.“ Fehlende Hallenkapazitäten waren laut Mühlenbäumer ein weiteres Problem: „Teilweise mussten wir mit den Ascheberger Damen zum Trainieren nach Lüdinghausen ins Berufskolleg ausweichen.“

So wuchs – Stück für Stück – zusammen, was 25 Jahre später untrennbar zusammengehört. Die U 13-Mädchen waren die Ersten, die 1996 unter dem HSG-Banner antraten, die Damen, der männliche Nachwuchs und schließlich die Herren folgten. Mühlenbäumer, die Ur-Aschebergerin, hatte kurzzeitig den Dress der DJK Olympia übergestreift, nach dem Zusammenschluss spielten die HSG-Damen noch eine Weile in der Landesliga.

Durchmarsch der Männer

Bei den Männern gingen zunächst sechs (!) Teams an den Start – die einander „nicht immer grün waren“, wie sich Welzel erinnert. Kinderkrankheiten. Irgendwann hätten sich beide Seiten zusammengerauft, obwohl „zu der Zeit kaum absehbar war, dass aus TuS und DJK mal eine große Familie wird“, so Mühlenbäumer.

Zu den Highlights in den Folgejahren zählte der Durchmarsch der Ersten unter Spielertrainer Michael van Husen von der Kreis- in die Landesliga (2005/06). Für einen kurzen Moment hatte die HSG, heute unvorstellbar, im Vergleich mit dem großen Nachbarn ASV Senden die Nase vorn.

Kate Mühlenbäumer war Spielerin wie Chefin der Spielgemeinschaft – und ist bis heute Fan.

Kate Mühlenbäumer war Spielerin wie Chefin der Spielgemeinschaft – und ist bis heute Fan.

Seit der Spielklassenreform vor ein paar Jahren sind Männer wie Frauen in der Kreisliga angesiedelt. Mittelfristig müsse die Rückkehr beider Teams in die Bezirksliga das Ziel sein, meint Mühlenbäumer – „um unserem gut geschulten Nachwuchs eine Perspektive im Erwachsenenbereich zu bieten“. Die Ausbildung von Jugendtrainern, der Gang in die Schulen, die Ferienfreizeiten auf Wangerooge: In jedem Fall sei der Doppelverein zukunftsfest.

Welzel und sie, zwei prägende Figuren in 25 Jahren HSG, haben sich kürzlich aus dem Abteilungsvorstand zurückgezogen. Als Fans bleiben beide der Sportart erhalten. Und so schön es wäre, das Jubiläum zünftig zu feiern: „Noch mehr“, seufzt Mühlenbäumer, „vermisse ich es, mal wieder bei einem Heimspiel auf der Tribüne zu sitzen.“

Trainer bleiben

Die HSG Ascheberg/Drensteinfurt geht mit unverändertem Bankpersonal in die kommende Saison. Heinz Huhnhold, der zwischen 2016 und 2020 für die Damen der Spielgemeinschaft verantwortlich war, coacht mithin weiter die Männer, während Jochen Bülte wie gehabt die Damen anleitet. Wobei: Seit seinem Amtsantritt im Sommer haben die HSG-Frauen pandemiebedingt nicht ein einziges Pflichtspiel bestritten.

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7872034?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F35330%2F
Nachrichten-Ticker