Reiten: Talent
Wenn Gelände, dann hoch zu Ross – Sina Brügger vielseitig verwendbar

Ascheberg -

Für Sina Brügger (RV St. Hubertus Ascheberg) war 2020 ein extrem erfolgreiches Jahr – sowohl in der Vielseitigkeit als auch im Vierkampf. Nur mit einer Teildisziplin fremdelt die 13-Jährige ein wenig. Den Re-Start sehnt sie trotzdem herbei.

Samstag, 17.04.2021, 05:37 Uhr aktualisiert: 17.04.2021, 05:40 Uhr
Kompetitiver Typ: Im Vierkampf gewann Sina Brügger 2020 alles, was es zu gewinnen gab.
Kompetitiver Typ: Im Vierkampf gewann Sina Brügger 2020 alles, was es zu gewinnen gab. Foto: Iris Bergmann

„Corona“, sagt Sina Brügger und spricht damit vielen Menschen aus der Seele, „ist schon ein bisschen doof.“ Zwar weiß die 13-Jährige um die Gefahren des Virus. Nur schränkt die Pandemie sie halt ganz erheblich in dem ein, was die junge Aschebergerin für ihr Leben gern tut: reiten. Klar, sie sitzt jeden Tag im Sattel ihrer Ponystute Next Generation, zwölf Jahre, und der halb so alten Tochter Golden Girl‘s Nelly. Das verlangt schon der Tierschutz. Aber die Wettkämpfe, „die fehlen mir“, räumt Brügger ein.

Dass sie ein kompetitiver Typ ist, hat die Schülerin, die für den örtlichen RV St. Hubertus startet, 2020 eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Sportlicher Höhepunkt war der Bundesvierkampf Anfang Oktober in Appelhülsen, als Brügger sowohl im Einzel als auch mit dem Team Westfalen 2 triumphierte. Obschon Reiter zuvorderst Individualsportler sind: Erfolge mit der Mannschaft findet die Aschebergerin „genauso cool wie Einzelsiege“. Die Equipe, die in Appelhülsen Gold gewann und der mit Amelie Tönnissen (RV Lüdinghausen) eine weitere Reiterin aus dem WN-Verbreitungsgebiet angehörte, wurde überdies beim von unserer Zeitung ausgelobten Sportmedienpreis (SMP) zur besten Mannschaft gekürt.

KRV-Team eine Macht

Bereits zuvor, auf Westfalenebene, war das Quartett des KRV Coesfeld eine Klasse für sich gewesen. „Die Vierkämpfer sind früher von den Spezialisten gelegentlich belächelt worden“, erinnert sich Vater Elmar Brügger . Geändert habe sich das, zumindest lokal, „da sich der Kreisvorsitzende Markus Terbrack so enorm für diesen Wettbewerb starkmacht und den Nachwuchs entsprechend fördert“.

Seine Tochter findet gerade die Vielfalt – neben Springen und Dressur messen sich die Teilnehmer im Laufen und Schwimmen – gut. Wenngleich die Cross-Läufe „nicht so meins sind“.

Wenn schon Gelände, dann bitte hoch zu Ross. Im Vorjahr hat Brügger die Vielseitigkeit in den Fokus genommen – ebenfalls mit durchschlagendem Erfolg: Platz sechs beim Bundeschampionat, Aufnahme in den Westfalenkader. Ausgerechnet ihre Lieblingsdisziplin – die wilde Hatz über Stock, Stein und Wassergräben – kann sie daheim nicht einstudieren. Zwar gibt es im benachbarten Drensteinfurt einen Gelände-Parcours, der aber aufgrund der Schutzverordnung aktuell dicht ist. Das Spezialtraining war zuletzt nur in Wesel-Obrighoven möglich, da im Verband Niederrhein teils andere Regeln gelten als in Westfalen.

Gelände-Training am Niederrhein

Da war der Papa mal wieder als Chauffeur gefragt. Elmar Brügger, selbst ein ehemaliger Reiter (Mutter Cornelia ist in der Dressur aktiv), erklärt, dass sein Puls „ein bisschen hochgeht“, wenn seine Tochter und die „sehr dynamische“ Next Generation über die Naturhindernisse jagen. Sina Brügger ist da etwas entspannter: „Ich habe schon Respekt vor einigen Sprüngen.“ Aber letztlich sei es eine Sache des gegenseitigen Vertrauens: „Ich weiß, was ich meinem Pferd zumuten kann – und umgekehrt.“

Bleibt die Frage, wann der Teenager wieder um Schleifen und Pokale wetteifert. Noch ruht der Turnierbetrieb. Elmar Brügger hofft „auf die zweite Jahreshälfte“. Fernziel der Tochter ist Ströhen (Landkreis Diepholz), wo Anfang Oktober die Vielseitigkeits-DM der Ponyreiter auf dem Programm steht.

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