Fußball: Interview mit Oliver Logermann (SV Drensteinfurt)
„Wir müssen torgeiler werden“

Drensteinfurt -

Seit dieser Saison hat Oliver Logermann beim Fußball-Bezirksligisten SV Drensteinfurt das Sagen. Es ist seine erste Station als Chefcoach. Im Interview mit unserem Mitarbeiter Matthias Kleineidam blickt er auf die Hinserie zurück.

Donnerstag, 11.01.2018, 11:01 Uhr

Das Team am Spielfeldrand: Chefcoach Oliver Logermann (stehend) und sein Co-Trainer Marcel Bonnekoh.
Das Team am Spielfeldrand: Chefcoach Oliver Logermann (stehend) und sein Co-Trainer Marcel Bonnekoh. Foto: Matthias Kleineidam

Der 32-Jährige, der seit 2015 im Besitz der B-Lizenz ist und das Amt im Sommer von Ivo Kolobaric übernahm, spricht über seine neue Rolle, die Zusammenarbeit mit dem Co-Trainer, und eventuelle Verstärkungen für die Rückrunde.

Vom spielenden Co-Trainer zum Chefcoach – wie groß war die Umstellung?

Logermann: Das war schon eine große Umstellung, gerade am Anfang. Es hat immer noch sehr gekribbelt in den Beinen. Zum Glück lief es ja zu Beginn der Saison gut bei uns, sodass ich mich im Training ein bisschen fit halten konnte. Die Umstellung ging doch schneller als gedacht. Ich war relativ schnell drin im Alltag des normalen Trainers, im normalen Alltags-Wahnsinn (lacht).

19 Punkte aus den ersten neun Spielen der Saison, nur einer aus den letzten sechs Partien vor der Winterpause – wie ist der Absturz vom zweiten auf den zehnten Tabellenplatz zu erklären?

Logermann: Relativ einfach. Durch unsere personelle Situation. Markus Fröchte und Dennis Popil fehlen uns schon länger. Sie sind in der Zeit, in der wir keine Punkte mehr geholt haben, komplett ausgefallen. Da kamen immer mal wieder Verletzte und andere Ausfälle hinzu. Wir hatten durchweg fünf, sechs Leute, die gefehlt haben. Nico Weichenhain und Dominik Heinsch zähle ich auch dazu, die die ganze Hinrunde verletzungsbedingt kaum gespielt haben. Wenn sie fit wären, wären sie wichtige Spieler für uns. Auf der anderen Seite fand ich, dass die Leistungen trotz der personellen Probleme in vielen Spielen ganz ordentlich waren. Wir haben aber vor dem Tor die letzte Konsequenz vermissen lassen. Wir hatten teilweise wirklich gute Chancen, die wir einfach nicht genutzt haben. Daran müssen wir auf jeden Fall arbeiten.

Welches war das beste Spiel des SVD, welches das schlechteste?

Logermann: Wir hatten zwei sehr gute Spiele: gegen den SC Wiedenbrück II (4:2-Sieg/Anmerkung der Redaktion) und gegen die Hammer SpVg II zu Hause (3:1). Absoluter Tiefpunkt war, glaube ich, das Spiel in Cappel (2:4). Damals waren wir noch komplett, und es lief gut. Das war sehr enttäuschend, eine unterirdische Leistung, muss ich sagen. Und das Heimspiel gegen Warendorf (0:3) war enttäuschend, wobei wir da personell ziemlich gebeutelt waren.

Was muss in der Rückserie besser werden?

Logermann: Erst mal muss es personell wieder besser werden. Ich hoffe, dass die Leute bald zurückkommen. Dennis Popil hat eine Schambeinentzündung, Markus Fröchte eine Patellasehnenreizung. Beide wollen grundsätzlich wieder einsteigen, aber man muss gucken, wie der Körper auf die Belastung reagiert. Bei Nico Weichenhain sieht es allerdings ganz gut aus. Ich hoffe, dass wir ihn mal durchgängig fit bekommen. Und wir müssen einfach torgeiler werden. Wenn wir das Tor treffen, werden wir auch wieder Punkte sammeln – das ist ganz einfach.

In der vergangenen Saison war der SVD nach der Hinrunde Neunter, hatte drei Punkte mehr als aktuell und wurde am Ende Dritter. Ist das auch diesmal möglich?

Logermann: Möglich ist im Fußball immer alles. Wenn man eine kleine Serie spielt, wie wir es letzte Saison gemacht haben, dann kann es passieren, dass du wieder oben rein rutscht. Aber es ist natürlich schwierig, so eine Serie zu wiederholen, da muss man realistisch sein. Am Anfang der Saison hat man gesehen, wozu die Mannschaft in der Lage ist. Wir haben gesagt, wir wollen unter die ersten fünf – das war unser Saisonziel. Wir müssen gucken, wie es personell aussieht in der Rückrunde. Wenn alle fit werden, versuchen wir das Ziel zu erreichen. Aber schwierig wird es natürlich dennoch.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit dem jungen Co-Trainer Marcel Bonnekoh?

Logermann: Die funktioniert wirklich sehr gut. Ich glaube, wir haben uns gut eingespielt. Das ging auch relativ schnell. Er nimmt mir viele Sachen ab, gerade was das Warmmachen der Mannschaft angeht – im Training, aber auch vorm Spiel. Marcel steht mir immer mit einem Rat zur Seite, wovon ich viel annehme. Mit seiner Arbeit bin ich sehr gut zufrieden.

Wird es für die Rückrunde noch Verstärkungen geben?

Logermann: Wenn uns keiner zuläuft, wird das nicht so sein. Wir werden mit der Mannschaft wohl so weitermachen.

Dein Vertrag läuft bis Sommer 2019. Ist der Verein schon in Gesprächen mit neuen Spielern für die kommende Saison?

Logermann: Nein, das sind wir noch nicht, werden wir jetzt aber zeitnah angehen – nach Möglichkeit noch in der Winterpause. Wir wollen mit den eigenen Spielern und mit potenziellen Neuzugängen sprechen. Das haben wir vergangene Saison im Winter auch so gemacht. Wir wollen Ende Januar mehr oder weniger wissen, mit welchem Kader wir dann in die neue Saison gehen werden.

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