Handball
Ex-Sendenhorsterin Bente Aggerholm: „Überall lief der Fernseher“

Bente Aggerholm lebte in der ersten Hälfte der 90er-Jahre in Sendenhorst und spielte bei der SG Handball. Inzwischen ist die heute 53-Jährige längst in ihre dänische Heimat zurückgekehrt. Im WN-Interview erzählt die heute 53-Jährige, wie die Skandinavier den ersten WM-Titel erlebt und gefeiert haben.

Dienstag, 29.01.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 31.01.2019, 11:12 Uhr
Nur in den Anfangsminuten des WM-Finales saßen die Dänen angespannt vor dem Fernseher. Später wurde ausgelassen gefeiert. Bente Agger­holm (2.v.r.) lebt inzwischen wieder in ihrer Heimat.
Nur in den Anfangsminuten des WM-Finales saßen die Dänen angespannt vor dem Fernseher. Später wurde ausgelassen gefeiert. Bente Agger­holm (2.v.r.) lebt inzwischen wieder in ihrer Heimat.

Was für eine Handball-Weltmeisterschaft , 18 Tage Leidenschaft pur. Tolle Spiele und großartige Fans. In Deutschland und auch in Dänemark war die Stimmung kaum zu überbieten. Am Ende wird Dänemark souverän Weltmeister. Das Land feiert seine Handballhelden nach dem 31:22-Triumph über Norwegen. WN-Mitarbeiter Dirk Vollenkemper sprach mit Bente Aggerholm über den ersten WM-Titel und die Stimmung im Nachbarland. Die 53-jährige Dänin hat von Februar 1991 bis zum April 1995 in Sendenhorst gearbeitet und Handball gespielt. Mittlerweile wohnt und arbeitet Aggerholm längst wieder in Dänemark und ist stolze Mutter von zwei Kindern, die – zumindest im Winter – auch Handball spielen.

Bente, wie lange haben Sie Handball gespielt und wie halten Sie sich nun sportlich fit?

Aggerholm: Mit meinem sechsten Lebensjahr habe ich die Leidenschaft zum Handball entdeckt. Das letzte Spiel hatte ich dann am 31. Oktober 1992 in der Sendenhorster St. Martin Halle. Ich verletzte mich so schwer, dass ich viele Jahre nicht mehr richtig laufen konnte. Ich habe es dann vor knapp 14 Jahren noch mal als Torfrau versucht, aber auch da habe ich mich wieder verletzt. Auch der Versuch beim Volleyball endete mit einer Verletzung, jetzt halte ich mich mit Wandern und Fahrradfahren fit.

Wenn Sie an den Sendenhorster Handball denken, woran erinnern Sie sich gerne zurück?

Aggerholm: Vor allem der Empfang bei den Handballern und Handballerinnen war enorm. Knapp zwei Wochen nach meiner Ankunft in Sendenhorst habe ich damals schon in der Halle gestanden. Ich gehörte sofort dazu. Die große Sendenhorster Handballfamilie hat mir, neben der VEKA AG, meinen Start in Sendenhorst sehr einfach gemacht. Auch nach meiner Verletzung haben die Handballer für mich ganz viel getan. Ich war ja eigentlich fremd in Sendenhorst, aber irgendwie auch nicht.

Woran denken Sie nicht so gerne?

Aggerholm: Das ist natürlich der Unfall am 31. Oktober. Die schwere Verletzung während eines Handballspiels hat – leider im negativen Sinn – sehr viel Einfluss auf mein Leben gehabt.

Die Handball-WM war ein toller Erfolg. Natürlich vor allem für das dänische Team, das zum ersten Mal den WM-Titel erringen konnte. Haben Sie nur die dänischen Spiele verfolgt oder auch andere?

Aggerholm: Ich habe auch andere Spiele verfolgt. Da ich noch Freunde in Norwegen und auch in Deutschland habe, haben mich die Spiele der beiden Teams besonders interessiert. Natürlich habe ich auch während des Turniers mit Freunden über das Internet gefachsimpelt. In Sendenhorst vor allem mit Wilfried Rettig und Artur Wagner, zwei ‚alten Handballhasen‘.

Das Public Viewing gehört in Deutschland seit der Fußball-WM 2006 bei Sport-Großveranstaltungen dazu. Auch die Handballer haben sich mit diesem Virus infiziert. Wie sieht es bei Ihnen in Dänemark aus? Schauen Sie auch in der Gemeinschaft auf Großleinwänden oder doch lieber im Kreise der Familie?

Aggerholm: Auch bei uns wird viel zusammen gefiebert. Aber auch mal im Kreis der Familie. Unser Sohn Lukas hat zum Beispiel das Halbfinale am Freitag mit seinem Handballteam geschaut. Dazu gab es dann Pizza. Ansonsten ist das mit den Großleinwänden im Winter natürlich auch schwieriger. Bei der Fußball-WM im Sommer hingegen gab es in fast jeder großen Stadt Public Viewing.

Die deutsche Mannschaft hat auch eine tolle WM gespielt. Werbung für den Handball. Die Funktionäre in Deutschland erhoffen sich nun einen Handballboom. Glauben Sie, dass der Handball für die dänische Jugend nun noch attraktiver wird?

Aggerholm: Da wird bei uns im Land nicht viel ändern. Handball ist nach Fußball Volkssport Nummer zwei und das wird auch so bleiben.

Wie war die Stimmung bei Ihnen im Land nach dem Erfolg?

Aggerholm: Aufgrund der Jahreszeit und des Wetters haben alle vor dem Fernseher gefeiert. Lange nach dem Spiel wurden die Feierlichkeiten des Teams noch im Fernsehen übertragen. Wir haben das Finale bei der Cousine von meinem Mann geschaut. Als wir dann nach Hause gefahren sind, konnte man in viele Wohnzimmer schauen. Fast überall lief der Fernseher und man konnte die Feierbilder sehen.

Zum Schluss: Möchten Sie noch etwas in Richtung Sendenhorst sagen?

Aggerholm: Ja gerne, ich denke immer mit großer Freude an meine Zeit in Sendenhorst zurück. Ich freue mich über jede ‚alte Bekanntschaft‘, die nun über Facebook zurückkommt. Als ich Sendenhorst verlassen habe, war das mit dem Kontakthalten nicht ganz so einfach. Und auch mit meinem damaligen Arbeitgeber habe ich noch viel Kontakt. Ich sitze nun ja auf der Kundenseite.

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