Fußball: Bezirksliga 7
Drensteinfurts Torhüter Tobias Kofoth nimmt den Kampf an

Drensteinfurt -

Auf Tobias Kofoth ist Verlass. Der Torwart war maßgeblich daran beteiligt, dass die Bezirksliga-Fußballer des SV Drensteinfurt die Saison als Tabellendritter abgeschlossen haben. Zur neuen Spielzeit bekommt der 29-Jährige in Steffen Scharbaum einen starken Konkurrenten. Kofoth nimmt den Kampf an.

Sonntag, 14.07.2019, 15:36 Uhr
Drensteinfurts Torhüter Tobias Kofoth (schwarz) spielte eine starke Saison und hatte großen Verdienst am starken Abschneiden seines Teams.
Drensteinfurts Torhüter Tobias Kofoth (schwarz) spielte eine starke Saison und hatte großen Verdienst am starken Abschneiden seines Teams. Foto: Kleineidam

Es war sein persönliches Highlight. Im Heimspiel gegen den FSC Rheda am Gründonnerstag hielt Tobias Kofoth alles, was auf sein Tor kam, brachte die Gäste mit seinen Paraden zur Verzweiflung und die Zuschauer im Erlfeld zum Staunen. Eine „Wahnsinns-Leistung“ attestierte Trainer Oliver Logermann seinem Schlussmann damals. Auch der Ascheberger erinnert sich gern an das torlose Remis gegen Rheda zurück. „Das war echt ein Höhepunkt. Da hatte ich einen super Tag erwischt“, sagt Kofoth. „Leider machen wir in der 93. Minute nicht das 1:0. Das wäre noch besser gewesen.“

Der 29-Jährige, der im Sommer 2018 vom TuS Ascheberg nach Drensteinfurt gewechselt war, erwies sich aber nicht nur gegen Rheda, sondern in der kompletten abgelaufenen Saison als Glücksgriff für die Stewwerter. Der SVD ist erst Kofoths zweite Station als Fußballer. Mit sechs Jahren war er 1996 beim TuS gestartet. „Ich habe die B-Jugend übersprungen, bin von der C- sofort in die A-Jugend gekommen und später in die erste Mannschaft hochgezogen worden“, fasst er die Zeit bei seinem Heimatverein in Kürze zusammen. Sein größter Erfolg: der Aufstieg 2010 in die Bezirksliga . Dort hielt sich das Team sieben Jahre, ehe Kofoth 2017 mit dem TuS abstieg und sich nach einem Jahr in der Kreisliga A Richtung Drensteinfurt verabschiedete.

Kofoth als Glücksgriff

„Oli (Trainer Oliver Logermann/Anmerkung der Redaktion) hat mich angerufen und gefragt, ob ich mir das vorstellen könnte“, erklärt Kofoth. Außerdem kannte er Oliver Gellenbeck, der sich beim SVD als Torwarttrainer engagiert, bereits. „Er war viele Jahre beim TuS aktiv.“ Kofoth nahm die Herausforderung an. „Ich wollte nach 22 Jahren mal was anderes sehen, bevor ich die Handschuhe an den Nagel hänge. Ich denke, das war der richtige Schritt“, sagt der Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik. Er fühlt sich wohl beim SVD: „Ich komme mit der Mannschaft super klar, alle haben mich super aufgenommen.“

Und richtig erfolgreich waren sie gemeinsam auch noch. Mit Kofoth im Tor legten die Drensteinfurter die beste Bezirksliga-Saison seit dem Aufstieg 2012 hin. „Das hört sich super an“, bestätigt der 29-Jährige. Ein Grund für den Erfolg ist für ihn die Abwehr: „Die hat sich im Vergleich zur Saison zuvor enorm verbessert.“ 42 Tore kassierte der SVD in 32 Spielen. Hinter dem Meister IG Bönen (36) und dem SC Wiedenbrück II (39) stellte die Logermann-Elf die drittbeste Defensive in der Staffel 7. „Wenn man die 16 Tore aus den vier Partien gegen Bönen und Westönnen abzieht, liest es sich noch viel besser“, merkt Kofoth an. Allein zehn Treffer musste er gegen Westönnen (0:3/1:7) hinnehmen, „das ist natürlich eine Hausnummer“. Sechs Gegentore gab es für den SVD in den Spitzenspielen gegen Bönen (0:2/3:4).

Nur Ziegner spielte mehr

Auf 27 Einsätze respektive rund 2500 Minuten auf dem Spielfeld kam Tobias Kofoth, dessen Vorbild Manuel Neuer ist, insgesamt. Nur Kapitän Daniel Ziegner (30 Einsätze) absolvierte mehr Minuten. Fehler hat sich der Mann mit der Rückennummer 1 selten erlaubt. „Klar hätte ich in ein, zwei Situationen, die ich immer noch im Kopf habe, anders reagieren können – zum Beispiel beim letzten Gegentor gegen Bönen (3:4), da muss ich den Ball um den Pfosten lenken. Ansonsten bin ich mit meinen Leistungen aber echt zufrieden“, sagt Kofoth. Dass er in den ersten drei Partien der Saison immer zu null spielte, danach in 29 Begegnungen jedoch nur noch sechsmal, ärgert ihn natürlich. „Aber gut, so ist Fußball.“

Auch mit dem Abschneiden des gesamten Teams kann der Ascheberger gut leben. „Mit dem dritten Platz ist jeder einzelne Spieler zufrieden“, sagt er und glaubt: „Wir wären in der Relegation definitiv nicht weit gekommen mit der Leistung, die wir am Ende gezeigt haben.“ Allerdings habe der SVD im Endspurt der Saison auch viel Verletzungspech gehabt. Was in der nächsten Saison möglich ist? „Mein Ziel ist es auf jeden Fall, wieder unter die ersten drei zu kommen“, sagt Kofoth und gibt zu: „Natürlich schielen wir ein bisschen nach oben.“

Ziel: Wieder in die Top-Drei

In der Vorbereitung auf die neue Saison muss er sich mächtig strecken. Denn es gibt – anders als zuletzt – einen ernsthaften Konkurrenten im Kampf um den Platz zwischen den Pfosten. Der 21 Jahre junge Steffen Scharbaum, der für Borussia Mönchengladbach in der Junioren-Bundesliga aufgelaufen ist, kehrt vom Regionalligisten SG Wattenscheid 09 zu seinem Heimatverein zurück. Kofoth hat die Nachricht in der Winterpause gefasst aufgenommen. „Ich wusste es, bevor ich meine Zusage für die nächste Saison gegeben habe“, sagt er. Den SVD zu verlassen, kam für ihn nicht infrage. „Ich hatte zwar Angebote von anderen Vereinen, aber ich fühle mich so wohl in der Mannschaft, dass ich mich entschieden habe, zu bleiben.“ Auf die Frage, wie er seine Chancen sieht, Stammkeeper zu bleiben, antwortet Schalke-Fan Kofoth zurückhaltend: „Klar möchte ich spielen. Ich halte mich fit und nehme den Kampf an. Dann wird man sehen, was passiert.“ Er freut sich wie Trainer Oliver Logermann auf das Duell mit Scharbaum: „Ich habe nur Positives von ihm gehört.“

Vorfreude auf den Konkurrenzkampf

Auf die Fahrgemeinschaft mit Yannick Westhoff muss Tobias Kofoth in Zukunft verzichten. Den 21-Jährigen, bei dem ein Knorpelschaden im Knöchel diagnostiziert wurde, zieht es nach nur einem Jahr beim SVD zurück zum TuS Ascheberg. Kofoth bedauert das: „Yannick ist ein super Typ und noch ziemlich jung. Ich finde es echt schade, dass er zurückgeht, aber es ist verständlich. In Ascheberg kann er einmal pro Woche trainieren und spielt sonntags trotzdem.“

Einziger Ascheberger im Kader des Bezirksligisten aus Drensteinfurt ist Kofoth ohnehin nicht. „Ich habe ja noch Fabi Frönd, mit dem ich öfter fahre“, sagt er. Der groß gewachsene und erfahrene Offensivakteur bleibt dem SVD als Stand-by-Spieler erhalten. Ganz zur Freude von Tobias Kofoth, der auch in der zweiten Saison in Stewwert zeigen will, dass auf ihn Verlass ist.

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