Motorsport: Autocross
Allen Widrigkeiten zum Trotz: Marco Westhues aus Walstedde wird Zweiter

Walstedde -

Der Walstedder Marco Westhues gewinnt im Autocross erneut die Vizemeisterschaft – es ist bereits das siebte Mal, dass der 35-Jährige Zweiter wird. Seine Saisonbilanz fällt dennoch durchweg positiv aus.

Donnerstag, 24.10.2019, 15:40 Uhr aktualisiert: 29.10.2019, 19:34 Uhr
Marco Westhues mit seinem Rennwagen bei der Veranstaltung in Vellern
Marco Westhues mit seinem Rennwagen bei der Veranstaltung in Vellern Foto: Simon Beckmann

Zehn, neun, ach, . . . Die Uhr tickt. Noch stehen alle zehn Fahrer mit ihren selbstgebauten Fahrzeugen in ihren drei Startreihen im Rahmen des Autocross-Renntages in Vellern nebeneinander. Während zahlreiche Motorsportbegeisterte am Streckenrad stehen und warten, heulen die Motoren auf. Sieben, sechs, fünf, . . .  Noch leuchten die drei Lichter der Startampel rot auf. Das aber nicht mehr lange – denn in wenigen Sekunden geht es los.

Das weiß auch Marco Westhues . Denn bereits als Kind schaute der Walstedder seinem Vater Heinrich zu, wenn dieser mit Vollgas über die präparierten Äcker und Felder der Republik heizte. Heute, rund zwei Jahrzehnte später, sitzt der 35-Jährige selbst hinter dem Steuer, misst sich an rund zehn Wochenenden im Jahr mit anderen Fahrern und hat dabei nur ein Ziel vor Augen: Den Titel in seiner Klasse „Supertourenwagen bis 1600 ccm“ zu gewinnen.

Marco Westhues mit seiner Pokalsammlung – 2019 ist noch ein weiterer dazu gekommen.

Marco Westhues mit seiner Pokalsammlung – 2019 ist noch ein weiterer dazu gekommen. Foto: sibe

Bislang gelang das dem gelernten Maler und Lackierer noch nicht. Bereits sechs Mal musste sich Westhues mit der Vizemeisterschaft zufrieden geben. Das war in der vergangenen Rennsaison so, das war 2017 so und das war auch 2013, 2010, 2009 und 2003 so. „Mich könnte man auch als ewigen ‚Vize‘ bezeichnen“, hatte der 35-Jährige nach seinem zweiten Platz in 2018 lachend erklärt und im nächsten Atemzug zum Angriff auf den ersten Rang geblasen.

Doch schnell stellte sich heraus, dass sich der Walstedder auch in dieser Saison hinten anstellen muss. „Dafür war Rolf Busche einfach zu stark unterwegs. Der war dieses Jahr unschlagbar, einfach eine Macht“, gab Westhues anerkennend zu. Der Fahrer des AC Vellern hatte nämlich in neun von zehn Rennen die Nase vorn und sich so souverän den Sieg in der Meisterschaftswertung geschnappt. Dafür entwickelte sich aber ein spannender Kampf um den zweiten Platz – mit besserem Ausgang für Marco Westhues. Denn am Ende hatte der Walstedder einen Punkt mehr (54) als sein Konkurrent Gerold Leckelt vom MSC Cloppenburg (53) gesammelt.

Motorsport: Walstedder Marco Westhues gewinnt 2019 erneut die Vizemeisterschaft im Autocross

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„In Dauborn lagen wir in Führung, ein Motorschaden hat uns dann eine bessere Platzierung gekostet“, blickte der 35-Jährige noch einmal auf die Anfänge in dieser Saison zurück. Ärgerlich sei auch der dritte Platz in Extertal gewesen. „Ohne Fahrfehler wäre mehr drin gewesen“, ergänzte er. Noch bitterer das Abschneiden in Eppe, wo die Kupplung komplett versagte und Westhues leer ausging. Frustrierend ebenso das Rennen in Herbern. „Eine Kollision am Start im dritten Wertungslauf hat uns zurückgeworfen“, erinnerte er sich. Nur in Itterbeck lief es reibungslos und der Walstedder fuhr auf Platz zwei.

So sollte es auch in Vellern wieder hingehen. „Eine Platzierung unter den Top zwei wäre da schon nicht schlecht“, sagte Westhues wenige Tage vor dem Rennen in der heimischen Werkstatt. Gemeinsam mit Vater Heinrich, der als Mechaniker fungiert, und Techniker Florian Jungfermann traf er noch die letzten Vorbereitungen für das Rennen. „Wir haben den Tank umgebaut, weil der in Herbern Probleme gemacht hat. Wir hoffen, dass das jetzt besser funktioniert“, erläuterten die drei mit den Köpfen über der offenen Motorhaube gebeugt.

Umbauten am Tank notwendig

Drei Tage später. Zurück in der Startaufstellung. Die Sonne knallt von oben auf den rot, blau und weiß leuchtenden, selbst umgebauten VW Golf, der 197 PS unter der Haube hat und locker auf 120 Kilometer pro Stunde beschleunigt werden kann. Marco Westhues´ Augen fokussieren mittlerweile nur die Startampel. Er ist im Tunnel. Vier, drei – die Lichter der Startampel erlöschen. Jetzt geht es endlich rund. Dreck spritzt meterhoch in die Luft, die Reifen drehen durch. Vollgas über die 738 Meter lange Runde – und das fünf Mal.

Top-Star aus Reihe eins

Der Walstedder erwischt aus der ersten Reihe – die Startplätze werden vor dem Rennen gelost – einen guten Start und setzt sich an die Spitze des zehnköpfigen Teilnehmerfelds. Über eine Runde hat Westhues die Nase vorn, doch die erste Kurve wird ihm dann zum Verhängnis. „Ich bin zu weit nach außen gefahren. Auf einmal stand Rolf Busche neben mir und ist an mir vorbeigezogen“, berichtet der 35-Jährige. „Das ist nicht seine Kurve“, kommentiert Vater Heinrich das Überholmanöver. Beim zweiten Rang im ersten Wertungslauf bleibt es dann auch. „Das hätte besser sein müssen“, war Marco Westhues nicht mit seiner Leistung zufrieden.

Zurück im Fahrerlager wird das Fahrzeug gecheckt. Immerhin bleibt dem eingespielten, dreiköpfigen Team nur knapp über eine Stunde bis das Auto wieder über die Strecke jagen muss.

Verliert ein Reifen Luft? Hält das Getriebe? Wie sieht es mit dem Motoröl aus? Binnen weniger Minuten prüfen die drei den umgebauten VW Golf auf Herz und Nieren und befreien die Karosserie anschließend noch vom Dreck. „Wir wollen ja unnötigen Ballast vermeiden“, erörtert Heinrich Westhues die Prozedur schmunzelnd. Getankt wird dann auch noch, bevor es wenig später wieder an den Start geht…

Golf wird auf Herz und Nieren geprüft

Dieses Mal muss der Walstedder aus der dritten Reihe ran: Ein mäßiger Start, dafür fährt er langsam auf den vierten Platz vor bis eine rote Fahne – ein Konkurrent überschlug sich – den zweiten Wertungslauf zwei Runden vor der Zielfahne unterbricht. „Beim Neustart bin ich richtig gut weggekommen“, freut sich Marco Westhues. Sogar so gut, dass er schnell auf den zweiten Rang vorfährt und diesen bis zum Ende verteidigt. „Das hast du richtig gut gemacht“, findet auch Vater Heinrich nach dem Lauf.

Ein kurzer Schreckmoment bleibt: Der vordere rechte Reifen ist platt. Davon lässt sich das Westhues-Team aber nicht aus der Ruhe bringen. Im Gegenteil: Das Problem ist nach wenigen Handgriffen gelöst, das restliche Fahrwerk mit Hilfe eines Wagenhebers ebenfalls überprüft. Dem dritten Wertungslauf steht nichts mehr im Wege. Oder doch?

Hohe Anspannung auch nach über 100 Rennen

„Ich habe zwar weit über 100 Rennen hinter mir, die Anspannung ist aber immer noch dieselbe“, gesteht Marco Westhues kurz vor dem dritten Start. Holt der Walstedder hier erneut mindestens den zweiten Rang, kann er sich auch in der Tageswertung über den zweiten Platz freuen. Er erwischt einen guten Start aus der zweiten Reihe und fährt schnell einen Vorsprung auf die Konkurrenten heraus. Einzig Rolf Busche ist vor ihm, ohne Fehler auch nicht mehr einzuholen. Der passiert – allerdings erst nach der Ziellinie als der Spitzenfahrer mit seinem Fahrzeug in einem Heuballen hängen bleibt. Marco Westhues reiht sich danach als Zweiter ein und sprang damit auch in der Gesamtwertung auf den zweiten Platz.

Auch in den vier anschließenden Rennen in Osnabrück, Steinfeld, Löhne und Gleidorf stellte der 35-Jährige sein fahrerisches Können unter Beweis und verteidigte damit seine siebte Vizemeisterschaft.

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