Fußball: Bezirksliga
Fortuna Walstedde im Sturzflug durch die Damen-Bezirksliga

Walstedde -

Es geht bergab. Ziemlich steil sogar. Denn sieben Niederlagen in Folge – zum Teil heftige – haben Fortuna Walstedde einen Abstiegsplatz eingebracht. Längst hat bei den Spielerinnen und Trainer Holger Kürpick die Ursachenforschung eingesetzt. Und die verlief nicht ohne Erkenntnisse.

Samstag, 07.12.2019, 14:10 Uhr
Gesprächsbedarf: Trainer Holger Kürpick (M.) und die Fortuna-Spielerinnen sind auf der Suche nach einem Ausweg aus der sportlichen Talfahrt.
Gesprächsbedarf: Trainer Holger Kürpick (M.) und die Fortuna-Spielerinnen sind auf der Suche nach einem Ausweg aus der sportlichen Talfahrt. Foto: Beckmann

In 17 Tagen ist Heiligabend – und was wäre da das beste Geschenk für die Bezirksliga-Fußballerinnen von Fortuna Walstedde? Natürlich ein Platz außerhalb der Abstiegsränge. In die gefährliche Zone ist die Mannschaft von Trainer Holger Kürpick nämlich abgerutscht. Bleiben will sie da natürlich nicht. Doch auch vor dem Spiel am Sonntag bei der DJK RW Alverskirchen (12.30 Uhr) sieht es gar nicht nach Besserung aus.

„Bei uns ist der Wurm drin“, schüttelt auch Teammanagerin Martina Sommer mit dem Kopf. Besser lässt sich die Situation bei der Fortuna, die vor der Saison nichts mit dem Abstieg zu tun haben wollte, fast nicht beschreiben. Alleine die Ergebnisse der letzten acht Wochen tun weh: 0:10 gegen Recke, 1:8 gegen Horstmar/Leer, 0:7 gegen Langenhorst Welbergen, 3:4 gegen Wolbeck, 0:6 gegen Gievenbeck, 2:6 gegen Galaxy Steinfurt und 3:4 gegen Altenberge. Macht in Summe sieben Niederlagen am Stück bei 45 Gegentoren. Torhüterin Janina Gerkamp musste also im Schnitt mehr als sechs Mal pro Begegnung den Ball aus dem eigenen Netz fischen.

In den ersten sechs Spielen haben wir mehr Punkte geholt, als ich erwartet hatte

Trainer Holger Kürpick

Dabei schien für die Kürpick-Elf bis zum siebten Spieltag alles voll nach Plan zu laufen. Wenn nicht sogar besser. „In den ersten sechs Spielen haben wir mehr Punkte geholt, als ich erwartet hätte. Mit dieser Entwicklung hatte ich nicht gerechnet“, verrät der Übungsleiter. Nach dem 3:0-Erfolg gegen Hauenhorst II begann dann aber die Talfahrt. Runter von Platz sieben bis auf Rang 14. „Wir sind jetzt sechs Punkte hinter unseren eigenen Ansprüchen und haben etwas den Anschluss verloren“, meint Kürpick: „Zwischen Platz acht und zehn gehören wir eigentlich hin.“

Aber woran liegt´s, dass sich die Elf Woche für Woche abschießen lässt und mit 66 Gegentreffern in 14 Partien die schlechteste Defensive der Liga stellen? Ein großes Problem sind die personellen Sorgen. „Wir müssen eigentlich jede Woche mit einer anderen Aufstellung spielen. So kannst du keine Konstanz reinbekommen“, bemerkt Martina Sommer. Auch Kürpick weiß, dass der Kader zu klein ist. Die vor der Saison als Neuzugänge deklarierten Tammy Wolfertz und Nicole Brandt haben schon längst wieder aufgehört. Hinzu kommt, dass Lara Zirkel und Jenny Rachuba nicht zurückgekehrt sind. Also muss Kürpick im wöchentlichen Rhythmus neu improvisieren. Wechselschichten bei den einen, das Studium bei den anderen erschweren die Planung zusätzlich. „Uns fehlt es oft an den Stützen“, erzählt der Fortuna-Coach. Auch die Trainingsbeteiligung ist meistens nicht ausreichend. „Unsere Gegner haben es oft zu leicht. Uns unterlaufen zu oft einfache Ballverluste“, erklärt Kürpick. Zudem würden seine Spielerinnen in vielen Fällen zu langsam reagieren.

Die Probleme hat der Coach erkannt. An den entsprechenden Lösungen arbeitet er mit der Truppe. „Die Mädels sind alle lernwillig und geben ihr Bestes. Wir versuchen, gemeinsam unsere Schwächen auszumerzen“, ist Kürpick optimistisch. Denn die Team-Chemie stimmt nach wie vor. Das bestätigt auch Teammanagerin Sommer: „Die Mannschaft versteht sich super – auch mit Holger. Wir können auch in der Liga mithalten. Allerdings muss jeder mit dabei sein.“

Deswegen will er die nächsten zwei Wochen irgendwie überstehen und sich mit dem Team in der Winterpause neu sammeln. „Wir werden die Zeit nutzen, intensiv an unseren Problemen arbeiten und Gespräche führen“, hat er schon konkrete Gedanken im Kopf.

Trainerwechsel ist überhaupt kein Thema

Der Abstieg ist übrigens im Moment noch kein Thema. „Damit beschäftigen wir uns noch nicht“, so Kürpick, der selbst ebenso wenig ans Aufgeben denkt: „Ich fahre nach wie vor gerne sonntags zum Spiel, weil ich sehe, dass die Mädels die Hoffnung trotz der Ergebnisse nicht aufgeben.“ Rückendeckung bekommt er auch von Martina Sommer: „Holger hat gute Ideen. Ein Trainerwechsel steht für uns nicht zur Debatte.“

Bleibt abzuwarten, ob Kürpick schon vor der Winterpause eine zündende Idee hat. Vielleicht klappt es dann auch noch mit Weihnachten auf einem Nichtabstiegsplatz.

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