Handball: 3. Liga
Für ASG-Kapitän Mattes Rogowski ist „Leben ohne Sport schwer vorstellbar“

Ahlen -

Der Spielbetrieb ruht für Mattes Rogowski genauso wie für alle anderen. Der Kapitän der Drittliga-Handballer der Ahlener SG hat aber auch beruflich mit dem Sport zu tun und muss sich in seinem Job neu erfinden. Privat hat er schon einen guten Weg gefunden, mit der Freizeit aufgrund der Corona-Krise umzugehen.

Donnerstag, 19.03.2020, 14:51 Uhr aktualisiert: 19.03.2020, 15:10 Uhr
ASG-Kapitän Mattes Rogowski (Mitte) ist derzeit als Spieler und beruflich von der Zwangspause betroffen.
ASG-Kapitän Mattes Rogowski (Mitte) ist derzeit als Spieler und beruflich von der Zwangspause betroffen. Foto: R. Penno

Wenn der Sport 27 Jahre ein wichtiger Bestandteil ist, ist dann ein Leben ohne ihn vorstellbar? „Schwer“, sagt Mattes Rogowski , Kapitän des Handball-Drittligisten Ahlener SG . „Aber es muss gehen.“ Die Liga ist – wie alle anderen – bis auf Weiteres im Ruhemodus, die Sporttasche wie im Sommer beiseite geräumt.

Die Sporttasche bleibt im Schrank

„Eigentlich hätte ich am Samstagmittag in Ruhe noch ein paar Nudeln mit Gemüse gegessen“, verrät der 33-Jährige, der mit seiner Freundin Katharina in Münster lebt. „Und dann wäre ich um 15.30 Uhr zum Treffpunkt gefahren, um zum Spiel gegen den TuS Volmetal zu fahren.“

Erfahrungsgemäß hätte die Anspannung von Minute zu Minute zugenommen. Schließlich wollten Rogowski und seine Mitstreiter mit einem Sieg gegen den Tabellenelften einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen. Doch an diesem Samstag blieb der Puls des Handballers im Normalbereich. Kein Spiel, keine Punkte – stattdessen Freizeit satt. „Ungewöhnlich“, sagt der Blondschopf. „Aber ich mache das Beste daraus.“

Situation im Profisport noch völlig unklar

Für den scheidenden Kapitän, der nach der Saison seine Handballschuhe an den sprichwörtlichen Nagel hängen will, geht es nicht nur darum, seine Freizeit nach Trainings- und Spielabsagen neu zu organisieren. Rogowski muss sich mit seinen Kollegen von der Deutschen-Handball-Liga auch beruflich neu erfinden.

„Erst einmal sind alle Spiele abgesagt“, erklärt er. „Es ist nicht absehbar, was weiter passieren wird. Jetzt ist Krisenmanagement angesagt. Zum Glück bin ich in der Lage, auch von zu Hause aus zu arbeiten. Wie es im Profisport weitergehen wird, kann keiner sagen.“

Statt Abstiegskrimi nun ruhige Spaziergänge mit der Freundin

Aber der Münsteraner blickt optimistisch in die Zukunft. Kein Wunder, denn im Sommer wird er zum ersten Mal Vater. Dass sich angesichts dessen der Blick auf das Leben und den Sport verändert, ist normal.

Am zurückliegenden Samstag war nichts wie sonst. Statt zum Treffpunkt zu fahren, sich mit den Mitspielern auf die Partie in Hagen einzustimmen, sich mit Trainer Sascha Bertow über taktische Finessen auszutauschen, hatte der ASG-Kapitän, der seit zwölf Jahren das Ahlener Trikot trägt, Zeit, um mit seiner Partnerin einen ausgedehnten Spaziergang zu unternehmen. „Anders, aber auch schön“, sagt Rogowski.

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