Fußball: Landesliga
SV Drensteinfurt muss in Quarantäne

Drensteinfurt -

Dass die Austragung der Spielzeit 2020/2021 angesichts der schwer beherrschbaren Corona-Lage ein Ritt auf der Rasierklinge sein würde, wussten alle Beteiligten. Umfangreiche Hygienekonzepte wurden von den Vereinen erarbeitet, um die Gefahr einer Ansteckung weitestgehend einzudämmen. Ein Restrisiko aber, das würde bleiben. Nun hat der Virus den SV Drensteinfurt erreicht – direkt oder indirekt, das ist noch nicht abschließend geklärt.

Donnerstag, 24.09.2020, 17:45 Uhr
Fußball: Landesliga: SV Drensteinfurt muss in Quarantäne
Christoph Lübke führte am Wochenende einen Zweikampf gegen die IG Bönen – noch ist nicht sicher, wann er und seine Teamkameraden wieder in den Meisterschaftsbetrieb zurückkehren. Foto: Kleineidam

 

Am vergangenen Sonntag war Ligakonkurrent IG Bönen zu Gast im Erlfeld. Das Spiel endete aus Drensteinfurter Sicht unerfreulicherweise mit 2:6. Viel schlimmer noch aber war die Nachricht, die SVD-Trainer Oliver Logermann am Anfang der Woche erreichte: Ein Spieler der IG, der am Wochenende eingesetzt wurde und sogar ein Tor erzielt hatte, wurde im Nachgang der Partie positiv auf Covid-19 getestet. Nicht nur die komplette Mannschaft der IG Bönen, auch die des SV Drensteinfurt ist angewiesen, sich auf den Erreger testen zu lassen und muss – unabhängig vom Testergebnis – für 14 Tage in Quarantäne.

Logermanns Telefon steht nicht still

„Das ist alles eine Riesenkatastrophe“, sagt Logermann, der das volle Ausmaß der Situation Stück für Stück zu überblicken beginnt: „Fußball ist ja das eine – aber da hängt ja noch viel mehr dran. Ich war die ganze Zeit schon skeptisch. Jetzt aber haben wir einen Fall, der uns vor Augen führt, was es bedeutet, wenn der Worst-Case eintritt“, sagt der Übungsleiter. Private Termine seiner Spieler und geplante Kurzurlaube müssen ausfallen. Diejenigen, denen es möglich ist, ins Homeoffice zu gehen, arbeiten von dort – alle anderen müssen sich krankschreiben lassen. „Da sagt ein Arbeitgeber vielleicht beim ersten Mal noch, dass es okay ist, aber spätestens beim zweiten Mal sagen die auch: Lasst euer Hobby ruhen.“

Logermanns Telefon steht seit Tagen nicht still. Er hält Kontakt zu Spielern, zur IG Bönen und zu dem Hygienebeauftragten des SVD, Heinz-Dieter Heinrich. „Sowohl die komplette Mannschaft aus Bönen als auch unser Team sind vom Gesundheitsamt aufgefordert, sich testen zu lassen. Egal, wie das Ergebnis ausfällt: Wir wurden in Risikogruppe eins eingestuft und müssen bis zum 4. Oktober in Quarantäne bleiben“, schildert Logermann.

Ich gehe davon aus, dass sich die Verdachts- und Quarantänefälle im Herbst und Winter häufen.

Oliver Logermann

Die kommenden Begegnungen gegen Roxel (27. September) und Haltern (4. Oktober) sowie das Pokalspiel gegen Mauritz (1. Oktober) werden ausfallen müssen. Wie es dann weitergeht? Darüber kann auch Logermann nur spekulieren.

„Ich kann mir mittlerweile nicht mehr vorstellen, dass wir mit den 18 Mannschaften in der Liga die Saison bis zum Ende durchziehen können. Wir haben ja im Prinzip kein spielfreies Wochenende. Die Rückrunde soll am 15. Februar starten. Und ich gehe davon aus, dass sich die Verdachts- und Quarantänefälle im Herbst und Winter häufen“, sagt er. „Das Ganze ist unser Hobby und soll uns Spaß machen. So macht es aber einfach keinen Spaß mehr.“ Wenn man nun dazu übergehen müsse, Mittwochabends Spiele nachzuholen, dann könne das nicht dauerhaft funktionieren. „Man hofft natürlich, dass das ein Einzelfall ist – aber so wie es ausschaut, ist es das nicht“, sagt er. Logermann hofft nun, dass sich zumindest keiner seiner eigenen Spieler mit dem Virus infiziert hat. „Theoretisch können wir ab 6. Oktober wieder trainieren. Aber auch da werde ich mit den Spielern nochmal sprechen müssen. Offenbar ist das Risiko ja doch groß – und da kann ich ja niemandem vorschreiben, dass er bitte weiterhin zum Fußball kommen soll.“

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