Handball: Hygiene-Konzepte
Die Lage bleibt angespannt

Drensteinfurt/Sendenhorst -

Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) hatte seine Vereine bereits in der vergangenen Woche aufgerufen, ihre Zuschauer um das Tragen einer Maske zu bitten – auch dann, wenn diese bereits ihre Steh- beziehungsweise Sitzplätze eingenommen haben (die WN berichteten). Nun mag man sich vorstellen, dass es im Vergleich zu einer Freiluftsportart wie Fußball ungleich komplexer ist, ein sattelfestes Hygiene-Konzept für eine Hallensportart auf die Beine zu stellen.

Mittwoch, 21.10.2020, 14:31 Uhr
Bei der SG Sendenhorst herrschte schon zur Saisonpremiere vor zwei Wochen Maskenpflicht auf den Zuschauerrängen.
Bei der SG Sendenhorst herrschte schon zur Saisonpremiere vor zwei Wochen Maskenpflicht auf den Zuschauerrängen. Foto: Ulrich Schaper

 

Bei den Handballern etwa obliegt die Entscheidungsgewalt bei den Vereinen. Auch angesichts der steigenden Infektionszahlen halten sich die übergeordneten Instanzen zurück. „Wir haben von vornherein gesagt, dass wir nur Handlungsempfehlungen ausgeben können“, sagt Daniel Hoge , 1. Vorsitzender vom Handballkreis Münsterland. „Wir haben unter unserem Dach eine kreisfreie Stadt und vier Landkreise. Da sind einheitliche Regelungen gar nicht umsetzbar. Die Vereine müssen sich an dem orientieren, was die Kommunen bestimmen – wenn die ihre Auflagen verschärfen, dann müssen die Vereine entsprechend handeln.“ Der Kreis Unna etwa hat aufgrund der angespannten Lage vor Ort reagiert und die städtischen Hallen sogar bis zum 30. Oktober gesperrt. Ansonsten sind die jeweiligen Hygiene-Konzepte online über die Verbandsseite bzw. die dort hinterlegten Spielstättenpläne einsehbar. „Zuschauer sollten sich vorab über die jeweiligen Verhaltensregeln informieren“, sagt Hoge. Es gebe einige wenige Vereine, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit spielen – weil ein Hygienekonzept nicht umsetzbar ist, oder aber weil es die kommunalen Vorgaben nicht zulassen.

Nur wenige Vereine spielen unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Auf Nachfrage unserer Zeitung gaben die Hygienebeauftragten der SG Sendenhorst und der HSG Ascheberg/Drensteinfurt zu Protokoll, dass eine Partie ohne Zuschauer tatsächlich nur im äußersten Notfall in Betracht gezogen würde.

„Wenn wir soweit sind, dann sollte man den Spielbetrieb als solches infrage stellen“, sagt Martin Kleikamp (Sendenhorst). HSG-Abteilungsleiter Carsten Gburek sieht das ähnlich: „Unsere Mitglieder und Sponsoren sind uns treu geblieben – insofern haben wir natürlich Interesse, denen die Möglichkeit zu geben, unsere Spiele zu sehen. Wenn es die Pandemie aber nicht mehr zulässt, dann müssen wir auch über Partien ohne Publikum nachdenken.“

HSG hat das Konzept modifiziert

Beide sehen sich mit ihrem Hygiene-Konzept vorerst gut gerüstet. „Bei uns war von vornherein Maskenpflicht in der Halle. Egal ob Steh- oder Sitzplatz. Wir haben Ordner abgestellt, die das kontrollieren“, sagt Kleikamp. „Ich glaube, so wie wir es handhaben, ist es für alle in der Halle sicher.“

Die HSG hat ihr Konzept seit dem Start der Saison bereits modifiziert. „Man kommt ja auch in andere Hallen und versucht ständig, das eigene Konzept zu optimieren“, sagt Gburek. Maximal 50 Zuschauer seien bei den HSG-Heimspielen zugelassen; nimmt man noch Offizielle und Spieler hinzu, sind knapp 100 Menschen in der Halle. „Zusätzlich versuchen wir zwischendurch quer zu lüften, damit wir ein bisschen Zirkulation auf den Rängen und dem Spielfeld haben“, sagt Gburek.

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