Corona-Schutzmaßnahmen
Reitsport kommt fast zum Erliegen

Kreis Warendorf -

Der für den Reitverein Geisterholz startende Thomas Eikenkötter (Oelde) dürfte so ziemlich der letzte Aktive aus dem Gebiet des Kreisreiterverbandes Warendorf gewesen sein, der am vergangenen Wochenende beim Internationalen Spring- und Dressurturnier in Oldenburg noch Erfolge erringen konnte.

Donnerstag, 05.11.2020, 14:04 Uhr aktualisiert: 05.11.2020, 14:09 Uhr
Thomas Eikenkötter und Quirano S sicherten sich in Oldenburg unter anderem Platz drei in einem internationalen Springen. Auch in weiteren Prüfungen konnte sich der Oelde platzieren.
Thomas Eikenkötter und Quirano S sicherten sich in Oldenburg unter anderem Platz drei in einem internationalen Springen. Auch in weiteren Prüfungen konnte sich der Oelde platzieren. Foto: Hartwig

Mit den seit Montag geltenden neuen Corona-Schutzmaßnahmen kommt auch der Turniersport hierzulande erneut zum Erliegen.

In Oldenburg konnte Eikenkötter einige gute Platzierungen in internationalen Prüfungen erzielen. So belegte er mit dem 17-jährige Holsteiner Wallach Quirano S Platz drei in einem internationalen Springen und wurde in der gleichen Prüfung mit dem siebenjährigen Oldenburger V-Power Achter. Mit Quirano S erzielte Eikenkötter in zwei weiteren Springen die Plätze vier und fünf sowie mit V-Power einen sechsten Platz. Auch für den Freckenhorster Jan Andre Schulze Niehues und seinen Oldenburger Fitch gab es im wichtigsten Springen mit dem Platz acht einen Erfolg.

Für die Aktiven des Kreisreiterverbandes Warendorf dürften dies aber die letzten Schleifen zumindest für den Monat November gewesen sein. Denn die neuen Corona-Regeln lassen zwar Profisport ohne Zuschauer weiterhin zu, Wettbewerbe für Amateure sind aber komplett gestrichen.

Die Unterscheidung zwischen Profis und Amateuren ist allerdings gerade im Pferdesport ein Problem. Denn in wohl kaum einer anderen Sportart treten Profis gemeinsam mit Amateuren in den gleichen Wettbewerben an. Als Konsequenz wurden die meisten der noch im November anstehenden sechs Turniere im Kreisreiterverband bereits jetzt abgesagt.

So bestätigte Bernhard Kobrink, Erster Vorsitzender des RV Oelde, dass das für den 14. November geplante Dressurturnier seines Vereins bereits abgesagt ist. „Eigentlich ist das sehr schade, da wir sehr gute Nennungsergebnisse hatten. Zudem ist ja gerade der Reitsport eine der wenigen Sportarten, bei dem sich Abstandsregeln schon fast von alleine ergeben, da die Reiter mit ihren Pferden schon aus Sicherheitsgründen immer Abstände von mehr als anderthalb Metern zu anderen Pferden und Reitern einhalten müssen. Die Erfahrungen der letzten Monate haben gezeigt, dass sich Turniere auch unter den Corona-Regeln risikolos und ohne Zuschauer organisieren lassen“, findet Kobrink.

Noch nicht abgesagt ist das Springturnier, das der RV Oelde eine Woche später veranstalten wollte. „Eine definite Entscheidung ist zwar noch nicht gefallen, ich vermute aber, dass wir auch diese Veranstaltung absagen müssen“, so der Vorsitzende.

Auf Anfrage der Glocke bestätigte Markus Scharmann, Erster Vorsitzender des Reit- und Fahrvereins Vornholz, dass man am Dienstag beschlossen habe, dass für den 28. und 29. November geplante Turnier seines Vereins ebenfalls abzusagen. Bereits einen Tag zuvor sagte der Kreisreiterverband Warendorf seine für den 9. November geplante Sitzung zur Vergabe der Turniertermine 2021 ab.

„Wir versuchen nun, die Turniertermine der Vereine für das kommende Jahr auf schriftlichem Weg abzustimmen“, erklärte Viktoria Laufkötter, Geschäftsführerin des Verbandes.

Nicht abgesagt, aber in den Dezember verschoben, wurden am Dienstag auch die Deutschen Meisterschaften der Springreiter und das Finale des U25-Springpokals, die für Mitte November auf der Anlage von Ludger Beerbaum in Riesenbeck geplant waren und an denen mehrere Reiter aus dem Kreis teilnehmen wollen.

Hausherr und Organisator Ludger Beerbaum erklärt die Gründe der Verschiebung: „Wir alle sind aufgefordert und auch zurecht in der Pflicht, dazu beizutragen, die Kontakte einen Monat lang erheblich einzuschränken, um die Corona-Neuinfektionen zu senken. Wir stehen auch als Spitzensportler zu unserer gesellschaftlichen Verantwortung.“

Informationen und einen sehr guten Überblick darüber, welche Auswirkungen die zunächst bis Ende November geltenden Corona-Regeln auf den Pferdesport insgesamt haben, bietet die Internet-Seite des Landespferdsportverbandes Westfalen unter

www.pferdesport-

westfalen.de

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