Fußball: Frauen-Landesliga
Training im Zoom-Meeting bei der SG Telgte

Telgte -

Im November gab es keinen Trainingsplan für die Fußballerinnen der SG Telgte. Jetzt treffen sie sich offiziell jede Woche online und machen gemeinsam Kraftübungen. Und die Landesliga-Frauen halten sich auch sonst artig fit, wie sie berichten.

Samstag, 12.12.2020, 05:55 Uhr aktualisiert: 14.12.2020, 15:42 Uhr
Schon seit Wochen stehen die Fußballerinnen der SG Telgte übers Internet in Kontakt, quatschen miteinander und halten sich über den Videokanal fit – jetzt auch auf Weisung ihres Trainers.
Schon seit Wochen stehen die Fußballerinnen der SG Telgte übers Internet in Kontakt, quatschen miteinander und halten sich über den Videokanal fit – jetzt auch auf Weisung ihres Trainers. Foto: Franziska Ix

Es ist Mittwochabend. Die Fußballerinnen der SG Telgte stehen auf dem Kunstrasen des Takko-Stadions zum Warmmachen bereit. So sah es zumindest vor einigen Wochen noch aus. Jetzt: Mittwochabend, jede Spielerin sitzt oder steht im warmen Wohnzimmer, Schlafzimmer oder in der Küche und schaltet sich in die Videokonferenz ein.

Der Lockdown beendete Anfang November den Trainings- und Spielbetrieb. Das gilt zunächst bis Anfang des Jahres. Wie halten sich die Fußballerinnen fit? Wie halten die Trainer Kontakt? Macht das (noch) Spaß?

Mit Ball mache ich aktuell nichts – ist einfach schwierig vom Platz her und alleine auch recht öde.

Alexandra Füchtenbusch

„Für den November gab es keinen Trainingsplan, da der Fußball in so einem Moment einfach nicht wichtig ist und jede Spielerin möglicherweise vor ganz individuellen Problemen stand, die vorrangig zu betrachten waren“, erklärt SG-Trainer Sebastian Wende . Die Spielerinnen waren also erstmal individuell für ihre Fitness zuständig.

Kapitänin Alexandra Füchtenbusch geht als Ersatz joggen und nimmt an Online-Kursen eines Fitnessstudios teil. „Mit Ball mache ich aktuell nichts – ist einfach schwierig vom Platz her und alleine auch recht öde“, sagt sie.

Wenn ich es mit der Schule schaffe, gehe ich alle zwei Tage joggen.

Jana Deipenwisch

Auch Sarah Fipke hält sich fit. Sie läuft mehrmals in der Woche, zwischendurch baut sie zu Hause das eine oder andere Workout mit ein. „Am Ball mache ich im Moment gar nichts, weil die Möglichkeiten nicht so richtig vorhanden sind.“

Und auch das Küken der Mannschaft ist sportlich aktiv. „Wenn ich es mit der Schule schaffe, gehe ich alle zwei Tage joggen und mache Stabis“, sagt die 17-jährige Jana Deipenwisch. Da es aber oft nach der Schule bereits dunkel ist, trainiert sie regelmäßig in einem kleinen Fitnessraum zu Hause.

Spielerinnen leiten die Einheiten

Seit gut einer Woche schaltet sich Sebastian Wende wieder ein: „Wir planen, einmal in der Woche gemeinsam via Zoom Stabilisations- und Krafttraining zu machen. Eine zweite Einheit besteht aus einem Ausdauerlauf“, sagt der Trainer. „Ich weiß aber auch, dass große Teile der Mannschaft bereits eigenverantwortlich Sport treiben. Das ist höchst erfreulich.“

Bei den Zoom-Treffen soll jede Woche eine andere Spielerin für eine Einheit verantwortlich sein. Die Telgterinnen hatten sich zuvor schon mal zu Online-Meetings getroffen, waren dabei auch gemeinsam aktiv und haben natürlich viel geredet. Kontakt halten sie zudem in ihrer WhatsApp-Gruppe. „Mit der einen oder anderen trifft man sich auch mal persönlich im Rahmen des Erlaubten. Ansonsten sind wir ja alle digital gut vernetzt“, erklärt Kapitänin Füchtenbusch.

Ich würde mir wünschen, dass diese Saison annulliert wird.

Friedhelm Mors

„Es ist so, wie es ist. Wir können es ja nicht ändern. Die Situation ist natürlich nicht schön, aber letztlich – auf den Sport bezogen – für alle gleich“, sagt Wende. „Natürlich war es richtig, den Spielbetrieb einzustellen, auch wenn es beim Fußball eher zu wenigen bis keinen Ansteckungen gekommen ist“, betont der Coach. 

So sieht das auch Friedhelm Mors. „Die Situation war eigentlich vorhersehbar. Ich denke, dass im Februar oder März die Saison fortgesetzt wird. Allerdings dann nur eine Serie, das heißt nur die Hinrunde“, sagt der Co-Trainer der Telgter Fußballerinnen. „Ich würde mir wünschen, dass diese Saison annulliert wird. Durch die ganzen Verschiebungen und die nicht gleichmäßige Anzahl an Heim- und Auswärtsspielen ist doch eine Wettbewerbsverzerrung vorgegeben.“ Mors hat großen Respekt vor den Leuten, die diese ganzen Entscheidungen treffen müssen.

„Im Moment gibt es einfach wichtigere Dinge als Fußball. Der muss dann mal hinten anstehen“, meint Sarah Fipke. Jana Deipenwisch stimmt zu, dass der Sport-Lockdown aus medizinischer Sicht richtig ist. Für sie ist das trotzdem bedauerlich, da sie erst seit dieser Saison in Telgte Fußball spielt und ihre neue Mannschaft gerne noch besser kennenlernen möchte. Das geht auf dem Rasen des Takko-Stadions deutlich besser als per Videokonferenz.

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