Fußball: Bezirksliga
Die Geschichte des TuS Freckenhorst im Zeitraffer

Kreis Warendorf -

Der TuS Freckenhorst hat in dieser Saison die Gelegenheit, in die Landesliga aufzusteigen. In der Historie des Vereins kam es bei Titelgewinnen in aller Regel vor allem auf zwei wichtige Personalien an.

Dienstag, 19.01.2021, 15:38 Uhr
In ihrem bislang letzten Spiel gewannen die Freckenhorster am 25. Oktober gegen die SG Telgte. Marian Brügger erzielte das Tor zum 3:1-Endstand. Der TuS will – zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte – in die Landesliga aufsteigen.
In ihrem bislang letzten Spiel gewannen die Freckenhorster am 25. Oktober gegen die SG Telgte. Marian Brügger erzielte das Tor zum 3:1-Endstand. Der TuS will – zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte – in die Landesliga aufsteigen. Foto: René Penno

Die Geschichte der Freckenhorster Fußballer bewegt sich seit der Gründung der Abteilung 1924 zwischen Kreis- und Bezirksliga . Noch. Aktuell kommen die Kicker vom Feidiek aber durchaus ambitioniert daher. Gegen einen Aufstieg in die Landesliga würde sich niemand wehren, auch schon vor dem 100-jährigen Bestehen der Abteilung im Jahr 2024. Es wäre der erste in der 96-jährigen Geschichte der TuS-Fußballer.

Glaube ans aktuelle Team

„Die Mannschaft hat durchaus das Zeug dazu, in die Landesliga aufzusteigen. Doch aktuell ist nichts vorhersehbar, wie es mit der Saison überhaupt weitergeht“, erklärt Heinz Goldmann , der selbst schon drei Jahre als Chef am Rand der Gelb-Schwarzen stand (2009 bis 2012) und sich nun zusammen mit Trainer Christian Franz-Pohlmann um die Kaderplanung kümmert.

Gerade erst hatte der seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert, wäre bei Erfüllung ein „Vierjähriger“. Er stünde dann in der Vereinshistorie gemessen an den Übungsleiterjahren auf einer Stufe mit Friedo Köster (1981 bis 1985), Dieter Rengers (1988 bis 1992) und Richard Walz (2003 bis 2007). Überboten wurde eine derartige Amtszeit nur von zwei Trainern: Hermi Goldstein und Andreas Strump. Letzterer wurde im Jahre 2019 zum Rekordtrainer mit sechs Dienstjahren. Er löste Hermi Goldstein ab, der von 1973 bis 1978 die Geschicke der TuS-Kicker als Spielertrainer leitete.

„Goldköpfchen“ führt den Verein zum Titel

Der vor zwei Jahren verstorbene Goldstein führte den TuS 1976 zur Kreisliga-Meisterschaft. Noch heute schwärmen alte TuSler vom „Goldköpfchen“, von seiner unnachahmlichen Kopfballdynamik vor dem gegnerischen Tor. Er musste aber nach dem Abstieg 1978 seinen Stuhl räumen.

Schon in den Jahren zuvor pendelten die Freckenhorster immer zwischen Kreis- und Bezirksliga. Der erste Aufstieg nach dem Zweiten Weltkrieg glückte 1953, verbunden mit dem sofortigen Abstieg. Dann folgte von 1956 bis 1962 eine sechsjährige Bezirksliga-Phase. In den 70er- und 80er-Jahren war die Verweildauer des TuS in der Bezirksliga eher gering. Eine zehnjährige Durststrecke legte der TuS von 1986 bis 1996 hin, der in den ersten acht Jahren nie für die Rückkehr in die Bezirksliga in Frage kam. Erst als Theo Stuckmann 1994 geholt wurde, wandelte sich das Blatt.

Vorzeitige Trainerwechsel die Ausnahme

Auskosten durfte der Warendorfer, der zuvor schon mit dem SC Hoetmar als Spielertrainer Erfolge gefeiert hatte, dort 1993 jedoch von Ralf Koßmann abgelöst wurde, den Triumph aber nicht. Im Meisterjahr wurde ihm im Februar mitgeteilt, dass seine Amtszeit im Sommer enden würde. Da zog er aus Enttäuschung direkt selbst die Reißleine und überließ Ludger Tipkemper das Feld, der den TuS nach zehn langen Jahren in die Bezirksliga zurückführte. Eine Klasse höher durfte er aber nicht ran. Es kam Klaus-Dieter Ettlin, der aber auch nur ein Jahr blieb, dem Club aber den Klassenerhalt bescherte.

Vorzeitige Trainerwechsel waren beim TuS eher die Ausnahme. Peter Lohrmann (1993), Theo Stuckmann (1996) und Timo Schmeken (2000) ergriffen selbst die Initiative. Den ersten echten Rauswurf während der Saison gab es 2003, als Ex-Profi Jochen Terhaar gehen musste. Feuerwehrmann Radi Schmitz kam zu spät, er hatte den TuS immerhin von 1997 bis 2000 in der Bezirksliga etabliert.

Torjäger waren immer wichtig

Daniel Horstschäfer gab 2007 selbst auf bei seiner ersten Station, blieb aber als Spieler. Sein Nachfolger Oswald Semlits, wieder ein ehemaliger Profi, hielt die Klasse, war aber eher unbequem. Die Folge: Im Frühjahr 2009 war vorzeitig Schluss. Die Spieler Daniel Bremehr und Thorsten Butz führten das Team dann zum Klassenerhalt, ehe Heinz Goldmann übernahm.

Vor allem die Angreifer prägten schon immer das Spiel der Freckenhorster. Die Erfolge waren stets ver-knüpft mit herausragenden Qualitäten der Torjäger. In den 1960er Jahren glänzte Richard Röhrs, der in den 1970er Jahren von Manfred Enk abgelöst wurde. Ab den 1990er Jahren verfügte der TuS wieder über erfolgreiche Strafraumspieler wie Berti Sager, „Muschi“ Schneider – beide kamen vom Nachbarn Warendorfer SU – Jörg Schöne und Manuel Hartmeyer. Aktuell schlüpft Pierre Jöcker in diese Rolle. Er soll den TuS möglichst an die Spitze der Bezirksliga schießen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7774100?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F57551%2F
Nachrichten-Ticker