Weltmeisterschaft im Triple-Ultra-Triathlon
Schlaflos in Lensahn: Peter Knein nach gut 48 Stunden im Ziel

Everswinkel -

Es gibt viele Leute, die am Wochenende gerne an die See fahren – um auszuspannen. Peter Knein verbrachte das vergangene in Lensahn, nicht weit entfernt vom Ostseebad Grömitz. Doch von Ausspannen konnte nicht die Rede sein.

Freitag, 03.08.2018, 11:51 Uhr

Da kann man – wie hier Peter Knein – selbst beim Schwimmen arg ins Schwitzen kommen: Wenn die Wassertemperatur 27 Grad beträgt, die Sonne von oben einheizt und 11,6 Kilometer auf dem Programm stehen.
Da kann man – wie hier Peter Knein – selbst beim Schwimmen arg ins Schwitzen kommen: Wenn die Wassertemperatur 27 Grad beträgt, die Sonne von oben einheizt und 11,6 Kilometer auf dem Programm stehen. Foto: privat

Der Everswinkeler brauchte kein Hotelzimmer, denn er verbrachte 48 Stunden (und 32 Minuten) im Wasser, auf dem Rad und der Laufstrecke. „Schlaf benötige ich in diesem Zeitraum nicht, der ein oder andere Konkurrent legt sich zwischendurch schon hin und wieder ein halbe Stunde hin“, erzählt der 55-Jährige nach seinem dreifachen Triathlon. In Lensahn stieg die Weltmeisterschaft, auf dem Programm standen 11,5 Kilometer Schwimmen, 540 Radfahren und 126,6 Laufen.

Beim Schwimmen geschwitzt

„Alle Athleten hatten sich gut auf diese Strecken eingestellt, schlimm war jedoch die Hitze. Ich habe sogar beim Schwimmen geschwitzt“, erzählt Knein. Kein Wunder, dass ein Dutzend Athleten aufgaben. Die 54 Starter kamen aus 17 Ländern, unter anderem Argentinien, Japan und Indien.

Am Freitagmorgen um sieben ging es ins Wasser. Jeweils neun Sportler teilten sich eine der sechs 50-Meter-Bahnen und schwammen 220 Mal hin und her. Nach 3:37 Stunden war Knein fertig. „Ich habe mich bis zum 1. Mai im Everswinkeler Vitusbad und danach im Telgter Freibad vorbereitet“, so Knein.

Mondfinsternis lenkt ab

Dann ging es auf die Radstrecke, die acht Kilometer lang war und folglich 70 Mal absolviert werden musste. „Erstens war es sehr windig, zweitens sehr heiß und dann kamen noch insgesamt 3500 Höhenmeter hinzu“, beschreibt Knein die schwierigen Bedingungen, die einige Athleten bereits bei der zweiten Disziplin zum Abbruch zwang. „In der Nacht wurde es dann angenehmer, die Mondfinsternis war eine nette Abwechslung und gut zu sehen“, berichtet der IT-Systementwickler, der für die LVM arbeitet. 23 Stunden saß er im Sattel und war damit eine vor seinem Plan.

Jetzt folgte die letzte Aufgabe: 96 Laufrunden über 1,3 Kilometer, nach jeder machte er eine kurze Trink- oder Esspause. „Die ersten beiden Marathons verliefen ohne jede Probleme, auch wenn das Thermometer nachts immer noch 25 Grad anzeigte. Doch beim dritten gab es ein Gewitter mit Starkregen. Die Folgen waren nasse Füße und schmerzhafte Blasen, so dass ich das Tempo reduzieren und hin und wieder gehen musste“, erinnert sich Knein.

Persönliche Bestzeit

Rund 22 Stunden benötigte er schließlich für den dreifachen Marathon, mit 48:32 schaffte er die angepeilte Zeit von unter 49 Stunden. „Finisher zu sein, ist das Wichtigste bei solch einem Wettbewerb. Dass es dann noch eine persönliche Bestzeit wurde, ist richtig cool“, freute sich der Everswinkeler nach seiner vierten Weltmeisterschaft im Triple-Ultra-Triathlon.

Im Klassement belegte Knein als zweitältester Teilnehmer den 19. Rang, der Sieg ging an den Jüngsten: Der 29-jährige Pole Robert Karas schaffte den dreifachen Triathlon in unglaublichen 30:48 Stunden und stellte damit einen neuen Weltrekord auf.

Check beim Arzt muss sein

Wenige Tage nach der Tortur zeigte sich Knein schon wieder gut erholt. „Mein Körper ist diese Strapazen gewöhnt, ich habe ja schon etliche Wettbewerbe mit extremen Strecken hinter mir, vor allem mehrtägige Bergläufe. Ich lasse mich vor jeder dieser Veranstaltungen vom Arzt auf Herz und Nieren checken, das ist ganz wichtig“, ergänzt der Everswinkeler, der ab sofort einem neuen Hobby frönt: Dem Kite-Surfen. „Doch die Ausdauersportarten werde ich trotzdem noch eine Weile betreiben“, verriet der zweifache Familienvater, der gerade erst seine langjährige Laufbahn als Fußballtrainer beendete.

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