Reiten: Turnier in Telgte
Alexandra Lüth ist rasend schnell am Ziel

Telgte -

Sie wollte diese goldene Schleife, das war auf jedem Meter ihres Ritts durch den Stechparcours zu spüren. Sie war so schnell, dass einem vom Zuschauen fast schon schwindelig wurde. „Wie verrückt reite ich seit einem Jahr diesem einen Sieg in der schweren Klasse hinterher“, sagte Alexandra Lüth später.

Mittwoch, 11.09.2019, 14:18 Uhr aktualisiert: 11.09.2019, 14:20 Uhr
Wahnsinnig schnell: Alexandra Lüth vom RV Ennigerloh-Neubeckum gewann mit Rohmann das S*-Springen mit Stechen. Damit hat die 24-Jährige die Voraussetzungen für das Goldene Reitabzeichen erfüllt.
Wahnsinnig schnell: Alexandra Lüth vom RV Ennigerloh-Neubeckum gewann mit Rohmann das S*-Springen mit Stechen. Damit hat die 24-Jährige die Voraussetzungen für das Goldene Reitabzeichen erfüllt. Foto: Aumüller

Da war sie überglücklich, weil sie ihr großes Ziel endlich erreicht hatte. Mit dem Sieg im Großen Preis der Stadt Telgte und der Stadtwerke Ostmünsterland, einem S*-Springen mit Stechen, erfüllte die 24-Jährige vom RV Ennigerloh-Neubeckum die Voraussetzungen für das Goldene Reitabzeichen.

Reiten: Mariä-Geburts-Markt-Turnier des RV Gustav Rau Westbevern

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Einen viel schöneren Rahmen als beim Mariä-Geburts-Markt-Turnier des RV Gustav Rau Westbevern hätte sie sich nicht aussuchen können. Bei feinstem Spätsommerwetter und vor großer Kulisse im Pappelwald hatten in dem Hauptspringen zehn von 59 Paaren den Umlauf ohne Fehler absolviert.

Im Stechen lag der Ire Jonathan Gordon (RV St. Georg Münster) mit Dorotheenttal’s Classica vorne, ehe Alexandra Lüth mit Rohmann HH als vorletzte Starterin noch knapp drei Zehntel Sekunden schneller war und sich die 1700 Euro Siegerprämie sicherte – und das in einem sehr anspruchsvollen Parcours. 19 Paare gaben auf oder schieden aus.

Die Oelderin hatte schon 2015 in den Emsauen gewonnen, damals auf einem anderen Pferd. Den 14-jährigen Wallach reitet sie erst seit Mai dieses Jahres. „Er hat ein unheimliches Kämpferherz und lässt einen nie im Stich“, sagte die gelernte Industriekauffrau. Im Juni 2015 hatte Lüth ihr erstes S-Springen gewonnen.

In Telgte landete hinter dem Zweiten Gordon Hans-Thorben Rüder (Fehmarnscher Ringreiterverein) mit Amba auf Rang drei. Heimische Starter waren in dieser Prüfung nicht vertreten.

Um die Attraktivität dieses Springens zu steigern, hatte der RV Gustav Rau die Gesamtdotierung verdoppelt. Das hat sich nicht nur wegen der knapp 60 Paare ausgezahlt, sondern auch „aufgrund des renommierten Starterfeldes“, betonte Petra Weiligmann. „Wir sind jetzt bei der Qualität, die wir vor Jahren hatten und die immer unser Ziel ist“, sagte die Vereinsvorsitzende. „Auch andere Maßnahmen wie das neue Zelt, die Leinwand und der Boden haben gewirkt.“ Ein großes Loblied sang sie auf die mehr als 100 Ehrenamtlichen. „Ich bin an den Turniertagen eigentlich nur Statist, unterhalte die Leute und bin am Ende heiser. Die Helfer machen alles andere.“

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