Schwarz-Weiß Lazarett
Havixbecker Bezirksliga-Fußballer sind trotz riesiger Verletzungssorgen an Weihnachten Vierter

Havixbeck -

„Letztendlich haben wir das Maximale aus unserer Situation gemacht. Wir haben rausgeholt, was eben ging.“ Oswald Semlits, Trainer des Fußball-Bezirksligisten SW Havixbeck, ist mit dem momentanen Tabellenplatz seiner Mannschaft zufrieden. 14 Partien haben die Havixbecker seit Saisonbeginn bestritten und belegen mit 26 Punkten den vierten Rang. Zwei Begegnungen fielen witterungsbedingt aus. Sollten die beiden Nachholspiele Anfang nächsten Jahres auch noch gewonnen werden, würden die Kicker aus dem Flothfeld in der Tabelle sogar noch an Adler Buldern (30 Punkte) vorbeiziehen.

Freitag, 23.12.2011, 09:12 Uhr

Diese Rechenspiele interessieren Oswald Semlits allerdings herzlich wenig. Er hat ganz andere Probleme. Mit denen ging der 53-Jährige in den vergangenen Monaten zwar nie hausieren. Fakt ist aber, dass bei den Schwarz-Weißen in der Hinserie bis zu zehn Spieler gleichzeitig ausfielen. Und das waren keine Ergänzungsspieler, keine Bankdrücker, sondern absolute Leistungsträger. Steffen Szymiczek, Marco Wilkens , Joachim Bäumer  . . . die Liste ist erschreckend lang.

„Wenn ich mir im Sportbereich noch einmal eine Aufgabe aussuchen könnte, würde ich Sportmediziner“, sagt Oswald Semlits und meint das nicht nur spaßig. Immer wieder sprach er mit seinen verletzten Akteuren über deren jüngste Blessuren, empfahl ihnen Therapien und Ärzte. Und er sah die Enttäuschung in den Gesichtern der jungen Fußballer, wenn sie wieder einmal nicht auflaufen konnten. Wenn sie kurz vor dem Comeback standen, um dann wieder einen Rückschlag verkraften zu müssen. „Die Jungs haben unglaublich gelitten. Und ich auch – wie ein Hund.“ Semlits weiter: „Ein Sportmediziner hätte direkt bei uns am Platz eine Praxis eröffnen können und wäre wochenlang ausgelastet gewesen.“

Der ehemalige Bundesligaprofi, der für Borussia Dortmund vier Mal in der ersten Liga kickte und auf insgesamt 172 Einsätze in der 2. Bundesliga kam, weiß aber nur zu gut, dass Lamentieren nie hilft: „Im Sport muss man immer nach vorne schauen. Was eine Woche zurückliegt, interessiert doch keinen mehr.“

Trotzdem soll ein Blick zurück erlaubt sein. Denn es gibt auch viel Erfreuliches von den Habichten zu berichten: Zum Beispiel Jannik Pollmüller, Benit Krasniqi oder Armen Tahiri. Die Youngster nutzten die Chance und spielten sich ins Team. „Sie haben sich die Platzreife, in der Bezirksliga zu spielen, hart erarbeitet. Ich hoffe, dass sie an dieser Stelle weitermachen werden. Auf welches Niveau sie letztlich kommen werden, steht noch lange nicht fest.“

Doch nicht nur auf die Talente kann Oswald Semlits bauen. Der Trainer weiß auch ganz genau, was er an seinen erfahrenen Spielern hat. „Ich lobe normalerweise keine Einzelspieler. Doch diesmal nutze ich die Chance, es doch einmal zu tun“, sagt der Trainer im WN-Gespräch. Abwehrspieler Marian Diederichs habe kontinuierlich sehr gute Leistungen abgeliefert. „Er war in der Defensive eine Klasse für sich.“

Aber auch David Bussmann und Philipp Höfener seien extrem lauf- und kampfstark gewesen. „Von David konnte man einen solchen Sprung fast erwarten. Dass sich aber Philipp so gemacht hat, freut mich ungemein. Er ist ja selbst noch mitten in der Entwicklung und hat in einer schwierigen Situation für uns Verantwortung übernommen. Daher ist er auch Kapitän geworden.“

Fußball, das weiß der Havixbecker Coach aus langjähriger Erfahrung, ist kein Wunschkonzert. Doch zum Jahreswechsel darf man mal eine Ausnahme machen. Und die Wünsche von Oswald Semlits sind – was den Fußball betrifft – nicht schwer zu erraten: Der Trainer hofft, dass alle seine Spieler bald wieder völlig gesund werden. So wie Jan Heitmann zum Beispiel, der in Epe sein Comeback gab und ein riesiges Spiel machte.

In Erfüllung gehen wird in absehbarer Zeit auf jeden Fall ein lang gehegter Wunsch der Havixbecker Kicker: ihr Kunstrasen wird in den nächsten Wochen fertiggestellt werden. Dann können vielleicht bald die beiden noch ausstehenden Nachholspiele ausgetragen und Buldern in der Tabelle überholt werden.

„Das ist nebensächlich. Es ist letztlich egal, auf welchem Platz wir landen werden. Hauptsache ist, dass wir auf Dauer fester Bestandteil der Bezirksliga werden“, sagt Oswald Semlits und verabschiedet sich zu seiner Familie unter den Weihnachtsbaum.

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