Rassismus-Vorwürfe
Rassismus-Vorwürfe: Gestern Anhörung vor dem DFB-Kontrollausschuss / Entscheidung nächste Woche

Lotte -

Am Freitag tagte in Frankfurt der DFB-Kontrollausschuss. Er hatte die Vereine Eintracht Trier und SF Lotte zu einer Anhörung gebeten bezüglich der Vorkommnisse rund um das Spitzenspiel am 10. Dezember 2011. Zum Verlauf der Anhörung aber wollte niemand eine Stellungnahme abgeben. Lottes Fußballobmann Manfred Wilke verwies auf das schwebende Verfahren.

Freitag, 13.01.2012, 19:01 Uhr

Nichts Genaues weiß man. Mit einer siebenköpfigen Delegation sind die Sportfreunde Lotte am Freitag nach Frankfurt gereist. Dort legten sie ihre Sicht der Dinge da. Wie die Justiziare des Deutschen Fußball-Bundes diese bewerten, steht in den Sternen. Gestern fand vor dem DFB-Kontrollausschuss die Anhörung zu den Vorkommnissen rund um das Regionalliga-Spiel zwischen SF Lotte und Eintracht Trier am 10. Dezember 2011 statt. Von 12.30 Uhr bis 17 Uhr wurde hinter verschlossenen Türen getagt.

Wie mehrmals berichtet, werfen Eintracht-Spieler den Lotter Kickern Martin Hess und Christian Schlösser vor, sie rassistisch beleidigt zu haben. Auf der anderen Seite soll der Trierer Karikari 45 Minuten nach dem Abpfiff Hess einen Schlag ins Gesicht verpasst haben.

Neben den Sportfreunden wurden auch Vertreter von Eintracht Trier sowie FIFA-Schiedsrichter Michael Weiner befragt, der die Partie seinerzeit geleitet hat.

Ein großes Medienaufkommen war vor der DFB-Zentrale in Frankfurt zu vernehmen. Die Rassismus-Vorwürfe haben schließlich bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Die Justiziare des DFB wollten sich allerdings nicht äußern. Sie werden die Fakten zusammentragen, alles erörtern und dann entscheiden, wie es weitergeht. Möglich ist die sofortige Einstellung des Verfahrens, die Erhebung einer Anklage oder der Wunsch, weiter zu ermitteln. Diese Entscheidung fällt aber frühestens Mitte kommender Woche.

Auch die Vertreter beider Vereine haben sich einen Maulkorb verpasst. „Es ist ein schwebendes Verfahren. Mit Eintracht Trier und dem DFB haben wir uns drauf geeinigt, keine Stellungnahme abzugeben“, erklärte Fußballobmann Manfred Wilke. Der war mit Betreuer Detlev Lauter sowie den Spielern Martin Hess, Christian Schlösser, Guglielmo Maddente, Henning Grieneisen und Sebastian Zinke nach Frankfurt gereist. Torwarttrainer Uwe Brunn und Physiotherapeut Stefan Pohl hatten ihre Stellungnahme im Vorfeld schriftlich eingereicht. Eintracht Trier war mit vier Spielern, seinem Geschäftsführer und zwei Anwälten in der DFB-Zentrale präsent.

Infos aus der Anhörung gibt es nicht. Hess und Schlösser aber dürften heftigst bestritten haben, die dunkelhäutigen Spieler von Trier, Jeremy Karikari und Gouiffe à Goufan, der die Eintracht mittlerweile Richtung Österreich verlassen hat, rassistisch beleidigt zu haben. Zur Sprache gekommen sein dürfte auch der Vorwurf der Sportfreunde, dass Karikari Martin Hess 45 Minuten nach dem Abpfiff geschlagen haben soll. Manfred Wilke war Zeuge dieses Zwischenfalls und brachte seinerzeit die beiden Streithähne sogar auseinander.

Bezüglich Rassismusvorwürfen hat es in jüngerer Vergangenheit einen ähnlichen Fall vor knapp drei Jahren gegeben. Der heute für RW Erfurt spielende Olivier Caillas wurde beschuldigt, seinen Gegenspieler Maccambes Younga-Mouhani (Union Berlin) am 19. April 2009 rassistisch beleidigt zu haben. Der DFB-Kontrollausschuss stellte das Verfahren gegen den damaligen Düsseldorfer Caillas mit Zustimmung des DFB-Sportgerichts ein, weil die belastenden Aussagen weder durch Zeugen noch durch ausgewertete Fernsehaufnahmen belegt werden konnten.

Einen „Freispruch“ erwartet auch Lottes Trainer Maik Walpurgis, der die Reise nach Frankfurt nicht mit angetreten hat: „Die Vorwürfe sind lächerlich.“ Manfred Wilke war nach der Anhörung nicht unzufrieden: „Eintracht Trier und wir haben uns hinterher unterhalten. Dabei haben beide Seiten betont, ihr eigentlich gutes Verhältnis zu bewahren und sich das nicht kaputt machen zu lassen.“

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