Sportfreunde zittern sich nach 3:0-Pausenvorsprung zum 4:3-Sieg über Elversberg
Erste Halbzeit hui - zwei Halbzeit pfui

Lotte -

Nur vier Tage lang mussten sich die Sportfreunde Lotte die Tabelle in der Regionalliga West aus dem Blickwinkel eines Zweitplatzierten anschauen. Seit Samstag grüßen sie wieder von der Tabellenspitze, da Borussia Mönchengladbach II in Wuppertal verlor. Die Sportfreunde hingegen setzten sich mit 4:3 gegen SV Elversberg durch. Aber es war ein hartes Stück Arbeit, denn zur Pause hatten sie bereits klar mit 3:0 geführt.

Sonntag, 11.03.2012, 13:03 Uhr

Sportfreunde zittern sich nach 3:0-Pausenvorsprung zum 4:3-Sieg über Elversberg : Erste Halbzeit hui - zwei Halbzeit pfui
Mit „Köpfchen“ wie hier Michael Hohnstedt (rechts) im Zweikampf mit Alfonso Marte, spielten die Sportfreunde gegen Elversberg nur in der ersten Halbzeit. Nach dem Seitenwechsel ließen sie kräftig nach. Links der beste Lotter Marc Lorenz. Foto: Mrugalla, Manfred

Was war das denn? Viele Zuschauer rieben sich am Samstag in der zweiten Halbzeit der Partie zwischen SF Lotte und SV Elversberg verwundert die Augen. Sie konnten kaum glauben, was sie da sahen, und das Linksverteidiger Michael Hohnstedt hinterher als „Unglaublich“ beschrieb. 3:0 hatten die Sportfreunde zur Pause geführt und waren dabei auf nahezu keinen Widerstand gestoßen. Dann aber – in der zweiten Halbzeit – nachdem die Hausherren zwei hochkarätige Chancen ausgelassen hatten und die Gäste aus dem Nichts zum Anschlusstreffer kamen, zerfiel die Lotter Überlegenheit wie ein Kartenhaus. Letztlich zitterten sich die Mannen von Trainer Maik Walpurgis zu einem 4:3-Sieg. Der ist zwar ohne Frage verdient, dennoch muss sich die Mannschaft die Frage gefallen lassen, warum sie es so spannend gemacht hat gegen einen Gegner, der höchstens Mittelmaß versprühte?

Aber immerhin, die drei Punkte sind im Sack. Eintracht Trier und auch Borussia Mönchengladbach II leisteten sich Niederlagen. Dadurch eroberten sich die Sportfreunde die Tabellenführung zurück, die sie am Dienstag durch das 0:2 in Dortmund hatten abgeben müssen. „Und die wollen wir jetzt auch nicht mehr aus der Hand lassen“, gab Hohnstedt eine Kampfansage an die Konkurrenz ab.

Die Sportfreunde begannen mit der erwarten Elf. Anders aber als zuletzt in Köln und Dortmund machten sie von Anfang an Druck. Schon in der dritten Minute hatten die Hausherren den Torschrei auf den Lippen. Einen Freistoß von Marc Lorenz konnte SVE-Keeper Matthias Kuhn mit viel Mühe zur Ecke klären. In der neunten Minute durften die Sportfreunde dann doch jubeln. Eine Maßflanke von Marc Lorenz drückte Fabian Liesenfeld aus kurzer Distanz über die Linie.

Fortan kontrollierten die Sportfreunde das Geschehen, legten gegen einen erschreckend schwachen Gegner aber nicht energisch genug nach. So verflachte die Partie – bis zur 27. Minute. Eine Ecke von Lorenz verwertete Sebastian Zinke per Kopf zum 2:0. Und nach 36 Minuten hätte es eigentlich 3:0 heißen müssen. Einen Freistoß von Lorenz, der an allen gefährlichen Aktionen im ersten Durchgang beteiligt war, verpassten Aleksandar Kotuljac und Andre Wiwerink, ehe Michael Hohnstedt aus kurzer Distanz an Kuhn scheiterte. Den dritten Treffer besorgte schließlich Marc Lorenz per Strafstoß selbst (42.). Hohnstedt war zuvor klar zu Fall gebracht worden. Die klare Führung zur Pause, sie war verdient.

Nach dem Seitenwechsel schienen die Hausherren da anknüpfen zu wollen, wo sie vor der Pause aufgehört hatten. Zunächst scheiterte Aleksandar Kotuljac in aussichtsreicher Position (48.), dann traf David Czyszczon per Kopf nur den Pfosten (54.). Nichts deutete daraufhin, dass die Partie noch eine brisante Wende nehmen könnte. Auch als die Hausherren deutlich sichtbar einen Gang zurückschalteten und auf Ergebnisverwaltung aus zu sein schienen, sah es nach einem ruhigen Nachmittag für die Lotter Anhänger aus. Dann traf Marcel Schug zum 3:1 (54.). Damit brachen urplötzlich alle Dämme. Die Ordnung ging verloren, die Gegenspieler wurden nicht mehr energisch genug attackiert. Als der Luxemburger Maurice Deville in der 73. Minute auf 2:3 verkürzte kam Hektik auf. Nervosität machte sich bemerkbar. Die legte sich auch nicht, als Oliver Zech mit einem Fernschuss und der tatkräftigen Unterstützung von SVE-Keeper Matthias Kuhn, der den Ball durch die Beine flutschen ließ, auf 4:2 erhöhte (76.).

Fast im Gegenzug staubte Sebastian Wolf nach einem Freistoß zum 4:3 ab. Nun begann das große Zittern. Letztlich überstanden die Sportfreunde die Abwehrschlacht und dürfen sich über drei Punkte freuen, die über eine Stunde lang als klare Beute galten. „Das war in der zweiten Halbzeit Schlafwagenfußball von uns“, brachte es Michael Hohnstedt auf den Punkt. „Eigentlich müssen wir 4:0 führen, ehe Elversberg weiß, was los ist. Wir hatten die doch total im Griff und gewinnen dann nur so knapp. Unglaublich.“

SF Lotte: Buchholz – Evers, Wiwerink, Czyszczon, Hohnstedt – Zinke (53. Zech), Gorschlüter – Liesenfeld, Schlösser (77. Loose), Lorenz (81. Wingerter) – Kotuljac.

SV Elversberg: Kuhn – Gross, Pellowski, Billick, Wolf - Fernandes – Reiß (76. Grimm), Englert (14. Marte), Jungwirth, Schug – Krasniqi (46. Deville).

Tore: 1:0 Liesenfeld (9.), 2:0 Zinke (27.), 3:0 Lorenz (42.), 3:1 Schug (54.), 3:2 Deville (73.), 4:2 Zech (76.), 4:3 Wolf (79.). - Schiedsrichter: Patrick Ittrich (Hamburg). - Gelbe Karten: - Reiß. - Beste Spieler: Lorenz - Reiß. - Zuschauer: 735.

Trainerstimmen:

Jens Kiefer, Trainer des SV Elversberg: „Das ist trotz allem irgendwie bitter für uns. Aber wir haben einfach nicht die Festigkeit in der Mannschaft, um gegen so einen Gegner wie Lotte zu bestehen. Wir wollten eigentlich von Beginn an Druck aufbauen. alle Vorgaben wurden aber durch das frühe 0:1 über den Haufen geworfen. Nach dem Seitenwechsel hat Lotte sich einer paar Prozenz zurückgeschraubt. Dennoch muss ich meiner Mannschaft auf Kompliment aussprechen für die tolle Moral, die sie gezeigt hat.“

Maik Walpurgis, Trainer von SF Lotte: „Wir sind gut ins Spiel reingekommen und auch mit der nötigen Entschlossenheit aufgetreten. In der zweiten Halbzeit hat es sicher an der nötigen Konzentration gemangelt. In der Rückwärtsbewegung waren wir nicht mehr so gut. Die individuelle Klasse der Elversberger bei Standards ist bekannt. Dadurch haben wir zwei Gegentore kassiert, und es wurde eng. Dennoch ist der Sieg insgesamt ist hochverdient. Wir hatten doppelt so viele Chancen wie Elversberg.“

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