Saisonabschluss in der Regionalliga West
Undankbar – der zweite Platz

Lotte -

Die Sportfreunde Lotte haben den Aufstieg in die Dritte Liga nicht geschafft. Sie gewannen zwar ihr letztes Heimspiel gegen den SC Wiedenbrück mit 2:1. Da aber die Amateure von Borussia Dortmund zeitgleich bei Borussia Wuppertal mit 5:3 erfolgreich waren, musste die Walpurgis-Elf mit dem undankbaren zweiten Platz in der Endabrechnung der Regionalliga vorlieb nehmen.

Sonntag, 20.05.2012, 16:20 Uhr

Saisonabschluss in der Regionalliga West : Undankbar – der zweite Platz
Die Fans der Sportfreunde feiern ihre Mannschaft, die die Regionalliga-Saison mit dem zweiten Platz abgeschlossen hat. Gegen Wiedenbrück markierte Goalgetter Aleksandar Kotuljac den 2:1-Siegtreffer. Foto: Manfred Mrugalla

In der ersten Halbzeit taten sich die Sportfreunde vor 2800 Zuschauern schwer. Wiedenbrück machte die Räume eng und ließ den Gastgebern kaum Möglichkeiten. Die Zuschauer erlebten zwar engagierte Sportfreunde, die das Spiel deutlich bestimmten. Aber: Es gab keine wirklich zwingenden Chancen. Der scheidende Wiedenbrücker Coach Thomas Stratos hatte sein Team gut eingestellt.

Viele Zuschauer hatten den Wuppertal-Liveticker eingeschaltet. Im Stadion gab es per Durchsage keine Informationen über das Spiel der Dortmunder. Die erste Kunde aus Wuppertal verhieß nichts Gutes: Mario Vrancic hatte den Tabellenführer in den neunten Minute in Führung gebracht. Terence Boyd erhöhte sieben Minuten später auf 2:0. Der BVB hatte die Weichen früh auf Aufstieg gestellt.

In Lotte dagegen sah es nicht so aus, als wüssten die Spieler, was auf dem Spiel stand. Umständlich wurden die Angriffe vorgetragen. Die Wiedenbrücker Abwehr hatte kaum Probleme. Der erste kleinere Torjubel auf der Haupttribüne galt Borussia Wuppertal. Die Gastgeber verkürzten durch Daniel Flottmann in der 34. Minute auf 1:2. Dennoch: Der BVB ließ nichts anbrennen und erzielte nach einer schönen Kombination die 3:1-Pausenführung in der 41. Minute durch Jonas Hofmann.

In der Halbzeit hat Trainer Maik Walpurgis offenbar die richtigen Worte gefunden. Seine Mannschaft agierte jetzt aggressiver, störte früher. Wiedenbrück kann sich kaum entfalten. Nach einer schönen Kombination trifft Dalibor Gataric in der 49. Minute den Pfosten. Derweil macht es Wuppertals Marco Quotschalla besser: Er verkürzt auf 2:3. Gibt es neue Hoffnung?

Der Druck der Sportfreunde hält an: in der 51. Minute scheitert Simon Engelmann freistehend an SC-Torsteher Marcel Hölscher. Im Gegenzug verzieht Linksaußen Kwasi Boachie knapp. Überhaupt: Die Sportfreunde spielen etwas offensiver. Die neue Zuordnung braucht ihre Momente. In der 54. Minute sind sich André Wiwerink und Sebastian Zinke nicht einig. Boachie kommt an den Ball. Seinen Schuss klärt David Buchholz im Sportfreunde-Kasten zur Ecke. In der 56. Minute erläuft sich Robert Mainka einen langen Paß. Der SC-Stürmer ist schneller als zwei Gegenspieler und überlupft den Torsteher der Sportfreunde -- die Gäste führen 1:0. Aufstieg endgültig ade.

Trainer Maik Walpurgis wechselt. Er bringt Marc Lorenz für Benjamin Wingerter (56.). Die nächste Nachricht aus Wuppertal ist nicht gut: Jonas Hofmann erzielt seinen zweiten Treffer. Der BVB führt 4:2. Dann fliegt Robert Fleßers wegen Schiedsrichterbeleidigung vom Platz. Gastgeber Wuppertal muss in den letzten 32 Minuten in Unterzahl spielen.

Walpurgis schickt in der 63. Minute Guglielmo Maddente aufs Feld. Für ihn muss Tim Gorschlüter weichen. Wieder wird ein Tor aus Wuppertal gemeldet: Christian Knappmann nutzt für Wuppertal einen Foulelfmeter. Neuer Spielstand: 3:4.

Auch die Sportfreunde machen weiter Druck. Ein langer Einwurf von Lorenz landet auf dem Fuß von Engelmann. Gäste-Torwart Hölscher hält. Die nachfolgende Ecke tritt Marc Lorenz – erneut eine gute Schussposition für Engelmann. Hölscher wehrt ab - wieder Ecke. Wieder ist Marc Lorenz zuständig. Sein Ball findet den völlig frei stehenden Michael Hohnstedt. Er köpft aus vier Metern zum Ausgleich in die Maschen(68.)

Die Sportfreunde wollen den Sieg. Walpurgis steht gestenreich vor seiner Bank und ruft den Spielern immer wieder zu, wer welchen Weg zustellen soll. Wiedenbrück hat Schwierigkeiten, den Ball aus der eigenen Hälfte zu spielen. Überall stehen die Gastgeber, machen alle Räume eng. So häufen sich die Chancen. Vielfach fehlt die letzte Konsequenz. der Druck lastet offenbar auch auf den Spielern.

In der 77. Minute setzt sich der agile Aleksandar Kotuljac gegen zwei Gegenspieler durch. und legt auf Maddente ab. Dessen Flanke köpft Kotuljac an den Pfosten - den Abpraller schiebt der Goalgetter zur 2:1-Führung in die Maschen.

Aus Wuppertal werden einige hochkarätige Chancen für die Gastgeber gemeldet. Maciej Zieba (81.) und der eingewechselte Benjamin Baltes scheitern (83). Noch führt der BVB mit einem Tor.

Als die Spielzeituhr im Stadion auf 90 Minuten umspringt, pfeift Schiedsrichter Norbert Grudzinski ab.

Es ist 15.45 Uhr. Keiner der 2800 Zuschauer verlässt den Platz. Stadionsprecher Alfons Manikowski meldet sich das erste Mal zum Spiel in Wuppertal. Zwei Minuten dauere die Partie dort noch, verkündet er. Der BVB führt 4:3.

Die Sportfreunde bilden in Höhe des Mittelkreises einen Kreis. Gelingt den Gastgebern noch der Ausgleich? Es ist wie zu Beginn des Fernduells: Man kann nichts machen, nur Daumendrücken für Wuppertal. . . 

15.48 Uhr sagt der Stadionsprecher, in Wuppertal habe die Nachspielzeit begonnen. Dann kommt die Nachricht – ein weiteres Tor ist in Wuppertal gefallen – für die falsche Mannschaft. Mario Vrancic hat mit seinem zweiten Tor den Aufstieg für den BVB unter Dach und Fach gebracht. Der BVB führt 5:3 - und steigt auf.

Die Spieler der Sportfreunde liegen auf dem Platz. Enttäuscht. Stadionsprecher Alfons Manikowski dankt der Mannschaft für eine tolle Saison, gekrönt mit dem zweiten Platz -- ein super Ergebnis. Die Zuschauer feiern ihre Elf. Langanhaltender Applaus. Müde drehen einige Spieler eine Ehrenrunde. Danken so für die Unterstützung während einer langen Saison.

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