Ende im Chaos
Quo vadis, Burgsteinfurt?

Herzebrock / Burgsteinfurt -

Der SV Burgsteinfurt hat verloren und steigt in die Bezirksliga ab, oder auch nicht.

Sonntag, 24.06.2012, 21:06 Uhr

Ende im Chaos : Quo vadis, Burgsteinfurt?
Das Burgsteinfurter Drama im Bild: Willi Dolguschin (2.v.l.) nach seinem verschossenen Elfmeter. Holger Heppe (4.v.l) diskutiert mit dem Unparteiischen Waldemar Stor (3.v.L) über seine Rote Karte. SVB-Vorsitzender Rolf Tschorn ist zu dem Zeitpunkt noch nicht bewusst, dass es noch ein Nachspiel geben könnte. Im Spiel traf der scheidende Isuf Asllani (M. kleines Bild) zum zwischenzeitlichen 2:0. Foto: Vera Szybalski

Es wäre zum Schmunzeln, wenn es für den SV Burgsteinfurt nicht so tragisch wäre. Im entscheidenden Spiel um den Abstieg aus der Landesliga verloren die Stemmerter mit 6:7 (3:3 / 2:1) nach Elfmeterschießen gegen den SC Bad Salzuflen. Dabei ist und bleibt aber noch unklar, ob die Burgsteinfurter definitiv den bitteren Gang in die Bezirksliga antreten müssen.

Was war passiert? Nach Toren von Tim Niehues (14.), Isuf Asllani (20.) und Bad Salzuflens Marc Rinnelt (26.) lag der SVB zur Halbzeit verdient mit 2:1 in Front. Nach der Pause nutzte Lars Kormann (82.) eine der unzähligen Stemmerter Möglichkeiten zum 3:1.

Dann wurde es das erste Mal kurios. Durch einen verwandelten Foulelfmeter von Bad Salzuflens Keeper Andreas Wiens (89.) stellten der Sportclub den Anschluss wieder her. Nach einem Kapke-Fehler traf Benjamin Holt (90.) zum Ausgleich.

In der Verlängerung ließ der SVB zwar hinten nichts zu, gute eigene Tormöglichkeiten waren aber ebenfalls Mangelware. Die einzigen Entscheidungen – die Stemmerter beendeten die Partie nur zu neunt. Denn Holger Heppe (115.) und Lars Kormann (118.) mussten nach einer Roten beziehungsweise Gelb-Roten Karte den Platz verlassen.

Hinzu kam, dass Asllani die Verlängerung nur stark humpelnd überstand. So ging es in das alles entscheidende Elfmeterschießen. Und dort stellte sich ein Mann in den Mittelpunkt, der schon zuvor teils unglücklich agierte: der Schiedsrichter Waldemar Stor.

Beim Stand von 3:2 für Bad Salzuflen – zuvor hatten Burgsteinfurts Nikolay Lazarov und der Ostwestfale Wiens getroffen, SVBler Hendrik Telgmann verschossen und der Salzufler Alexander Ritter, der Stemmerter Christopher Schultejann und der Bäderstädter Ibadullah Keles den Ball im Netz zappeln lassen und Willi Dolguschin beim entscheidenden Strafstoß verschossen – pfiff Schiri Stor ab. Dies, obwohl ein Spieler aus Bad Salzuflen noch hätte schießen müssen.

Nach einigen Diskussion fiel das dann Spielern und Verantwortlichen auf, die Burgsteinfurter weigerten sich aber weiterzumachen, da der Unparteiische bereits abgepfiffen hatte, und machten sich geschlossen auf den Weg in die Kabine.

Nach Rücksprache mit Relegationsrundenleiter Hans-Dieter Schnippe forderte Stor die Burgsteinfurter auf, wieder auf den Platz zurückzukehren. Sie könnten dies unter Protest tun, er würde das so im Spielbericht vermerken, teilte der Schiri SVB-Kapitän Kapke mit.

Das taten die Stemmerter dann auch. Zwar verzögerte sich das Prozedere noch um weitere Minuten, da mindestens sieben Burgsteinfurter Spieler auf den Platz zurückkehren mussten.

Wem das alles noch nicht kurios genug war, für die kam es jetzt noch dicker. Zum „vergessenen Elfmeter“ trat Fatih Öztürk an und Kapke parierte. Also musste der bereits geduschte Jule Vehoff antreten – er verwandelte. Den letzten Elfmeter schoss Holt an Kapke vorbei in die Maschen und den SVB damit in die Bezirksliga.

Oder doch nicht? Denn der SVB-Vorsitzende Rolf Tschorn kündigte umgehend an, Protest gegen die Wertung einzulegen. Es könnte also sein, dass die Stemmerter ein drittes Mal nachsitzen müssen – beziehungsweise diesmal dürfen – um eventuell doch noch in der nächsten Saison in der Landesliga an den Start gehen zu können.

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