Neue Aufgabe für den Ahlener Physiotherapeuten Julian Holtz
Bock auf den 1. FC Köln

Ahlen/Köln -

Einst knetete Julian Holtz die Beine der Kicker von Rot-Weiß Ahlen, bis zum Ende der abgelaufenen Saison war er Physiotherapeut bei Alemannia Aachen. Jetzt hat der Ahlener beim 1. FC Köln angeheuert und kümmert sich dort um das Wohlergehen der Spieler.

Sonntag, 24.06.2012, 18:06 Uhr

Geographisch gesehen trennen den Aachener Tivoli und das Rhein-Energie-Stadion in Köln lediglich 65 Kilometer. Keine Strecke, die nicht zu bewältigen wäre. Sportlich und von ihrer Fußball-Historie her aber sind es Welten.

Diese Erfahrung macht nun auch Julian Holtz . Der 27 Jahre alte Ahlener ist seit gut zwei Wochen Angestellter des FC, der seinen bisherigen Arbeitgeber Alemannia Aachen in den Schatten stellt. „Hier in Köln, das ist noch mal eine ganz andere Nummer. Alles ist noch größer, noch professioneller, noch besser. Das Trainingsgelände, die Geschäftsstelle, das Stadion, die Infrastruktur, die Zahl der Mitarbeiter – ich bin überwältigt“, gesteht Holtz.

Der Kontakt zum 1. FC Köln kam über den leitenden Physiotherapeuten Klaus Maierstein zustande, der 14 Jahre in Diensten von Bayern München stand, ehe er vor einem Jahr in die Domstadt wechselte. Nach wenigen Gesprächen war klar: Es passt. Der FC und Julian Holtz, das könnte funktionieren.

In Aachen hatte der Ahlener Physio zwar erst im Winter seinen Kontrakt verlängert und war zudem zum Leiter der Physio-Abteilung befördert worden. Doch dem persönlichen Aufstieg folgte der sportliche Abstieg der Schwarz-Gelben. „Und mein Vertrag hatte nur Gültigkeit für die Erste und Zweite Liga“, berichtet Holtz. Zwar wollte die Alemannia ihren Mann für alle (Knie-)Fälle behalten, doch dann meldete sich der Nachbarclub. Der hatte das deutlich bessere Angebot und die deutliche besseren Aussichten zu bieten. Klar, dass Holtz nicht lang zögerte. „Mit dem FC ist die sportliche Perspektive viel größer“, war Holtz umgehend klar.

„Köln macht gerade einen Umbruch durch, und ich freue mich dabei zu sein. Der FC möchte so schnell wie möglich wieder nach oben, und dazu möchte ich meinen Beitrag leisten“, sagt der Ahlener. Nach dem erneuten Absturz ins Bundesliga-Unterhaus und dem Abgang seiner Ikone Lukas Podolski zu Arsenal London sucht der FC händeringend nach einer sportlichen Verfassung, die mit seinem Selbstverständnis korrespondiert. Julian Holtz ist ab sofort Teil dieser Entwicklung.

Kürzlich lernte er neben Trainer Holger Stanislawski und dem Sportlichen Leiter Frank Schaefer die Mannschaft kennen und fuhr anschließend direkt mit ihr ins Lauftrainingslager nach Herzlake. Im Juli geht es zudem zur weiteren Vorbereitung nach Österreich. Die Euphorie in Köln ist trotz des Abstiegs unbegrenzt. Zum Trainingsauftakt nach der Sommerpause kamen kürzlich 2 000 Zuschauer – so viele wie bei Rot-Weiß Ahlen, dem erstem Verein von Holtz, gerade mal zu durchschnittlichen Meisterschaftsspielen. Von solchen Größenordnungen hat sich Holtz längst verabschiedet. Die Erste Bundesliga ist das Ziel, das sowohl den FC als auch Holtz vereint. Der Verein will dahin zurück, wo er herkommt und nach dem Selbstverständnis auch hingehört. Der Ahlener Physiotherapeut will dahin, wo jeder kleiner Junge gerne hin will.

Einer, der den FC in die Bundesliga befördern könnte, ist Thomas Bröker. Der 27-jährige Angreifer schoss in der abgelaufenen Saison ausgerechnet den Rivalen Fortuna Düsseldorf zum Aufstieg und soll nach seiner Rückkehr zum FC, für den er bereits von 2004 bis 2006 spielte, nun auch im zweiten Anlauf in Köln den Fans wieder (mehr) Anlass zum Jubeln geben. Mit Bröker ist zudem ein weiterer ehemaliger Ahlener in die Aufstiegsmission involviert. Genauso wie Reinhold Yabo, dessen Waden Julian Holtz schon in Aachen knetete.

„Es ist schön, wenn du ein paar Leute kennst“, sagt Holtz. Er glaubt, sich in seinem Umfeld rasch eingewöhnen zu können. Dazu gehört auch ein Umzug in die Rheinmetropole. „Ich möchte gerne in Köln wohnen, um zu zeigen, dass ich mich voll und ganz mit dem Club identifiziere“, sagt Julian Holtz.

Und ganz nebenbei möchte er sich den Stau auf der A4 sparen. Denn bei zähem Verkehrsfluss können selbst 65 Kilometer ganz schnell doch zu einer weiten Entfernung werden.

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