Kreisliga A Lüdinghausen
Trainer greift zum Werkzeugkasten

Ottmarsbocholt -

Keine Abendtermine mehr in der Woche, keine Spiele mehr an den Wochenenden – Heinrich Freese kann sich seine Freizeit ganz neu einteilen. Fünf Jahre lang trainierte er den SC Blau-Weiß Ottmarsbocholt.

Mittwoch, 01.08.2012, 16:08 Uhr

Kreisliga A Lüdinghausen : Trainer greift zum Werkzeugkasten
Mit diesem Kader landete BW Ottmarsbocholt in der vergangenen Saison unter Trainer Heinrich Freese (oben links) auf dem dritten Platz in der Kreisliga A. Foto: mib

Keine Abendtermine mehr in der Woche, keine Spiele mehr an den Wochenenden – Heinrich Freese kann sich seine Freizeit ganz neu einteilen. Während die Fußballer von Blau-Weiß Ottmarsbocholt unter dem neuen Trainer Ralf Bülskämper in der Saisonvorbereitung wieder ordentlich ranklotzen, hat der bisherige Coach nach der Arbeit frei. Einen neuen Posten an der Seitenlinie übernimmt er vorläufig nicht.

Unter Entzugserscheinungen leidet der Ottmarsbocholter nach eigenen Angaben aber noch nicht. „Natürlich fehlt einem Fußballer in der Sommerpause immer der Sport, aber ich gönne mir jetzt Ruhe“, erklärt Freese. Er schaut sich einige Testspiele an, auch von seiner alten Truppe. Und am Samstag war er beim Drittligisten Preußen Münster – „zum ersten Mal seit ewigen Zeiten“, so Freese.

Fünf Jahre lang trainierte er BWO. „Die waren ganz erfolgreich“, bilanziert der 53-Jährige ebenso kurz wie nüchtern. 2007 hatte er das Team nach dem Abstieg in die Kreisliga B übernommen. In ihrer ersten Saison verpassten die Blau-Weißen die Rückkehr in die oberste Kreisklasse knapp, im zweiten Jahr gelang der Aufstieg souverän. In der A-Liga formte er das junge Team und verabschiedete sich mit dem dritten Platz – besser war Ottmarsbocholt noch nie in seiner Geschichte. „Das war der krönende Abschluss“, sagt Freese. Für ihn war das auch der Höhepunkt als BWO-Verantwortlicher. „Ganz wichtig auch: Wir lagen am Saisonende endlich mal wieder vor Senden“, sagt Freese. Schlecht in Erinnerung behält er die Hinrunde der Saison 2010/11, als die Ottmarsbocholter eine große Verletzungswelle heimsuchte. „Da sind einem als Trainer die Hände gebunden“, klagt Freese.

Ansonsten hat er bei BWO wenig Frust geschoben. Ganz im Gegenteil: „Es hat sehr viel Spaß gemacht mit den Jungs. Viele Spieler kenne ich von klein auf, weil sie mit meinem Sohn zur Schule gegangen sind.“

Freese trainierte mal den SC Nienberge in der Bezirksliga, ansonsten war er überwiegend in der Kreisliga A tätig. „Das ist eine angenehme Liga für einen Trainer, weil man ja noch einen Beruf hat“, sagt der Polizeibeamte. „In höheren Ligen muss man sich öfter die Gegner anschauen, der Aufwand ist deutlich größer. Dafür muss man dann auch Zeit haben.“

In den letzten 30 Jahren sei es jetzt erst das fünfte Jahr, in dem er keine Mannschaft trainiere, so Freese. Jetzt hat er endlich Zeit, die handwerklichen Arbeiten an seinem Haus zu erledigen. „Die habe ich bislang immer aufgeschoben.“ Für die Zukunft aber sei ein neuer Trainerjob nicht ausgeschlossen. „Wenn ich mal wieder Lust darauf verspüre“, sagt Heinrich Freese, „dann werde ich mich darum kümmern.“

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