Probelauf im Preußenstadion
Fassungsvermögen des Stadions steht gegen Arminia Bielefeld auf dem Prüfstand

Münster -

Probelauf im Preußenstadion! Und dazu haben sich die Adlerträger keinen geringeren Gast eingeladen als den Tabellenführer. Das dieser auch noch aus Bielefeld und zum zuschauerträchtigen Westfalen- und Drittliga-Derby kommt, ist kein Zufall – einfach gewollt. Testen unter erschwerten Bedingungen eben, denn anlässlich der wohl mit 15 000 Besuchern ausverkauften Partie werden das Bauordnungsamt und die Feuerwehr genau hinsehen und die Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen überprüfen. Nur bei einer optimalen Umsetzung kann auch künftig eine Aufstockung des Fassungsvermögens auf 18 000 Zuschauer ins Auge gefasst werden.

Freitag, 21.09.2012, 07:09 Uhr

Probelauf im Preußenstadion : Fassungsvermögen des Stadions steht gegen Arminia Bielefeld auf dem Prüfstand
Ordnung muss sein: Um mit den Spielern des SC Preußen erneut eine Party feiern zu können, bedarf es am Samstag auf den vollen Zuschauerrängen der unbedingten Einhaltung einiger Spielregeln. Foto: Jürgen Peperhowe

„Wir sind angehalten, die Flucht- und Rettungswege freizuhalten. Das gilt auch für den Bereich außerhalb des Stadions, hier insbesondere des Rund-Rettungsweges um das Stadion herum“, sagt Roland Böckmann . Was sich beim Sicherheitsbeauftragten des SC Preußen Münster wie ein Standardprogramm anhört, ist tatsächlich eher eine Herkulesaufgabe. Denn im Stadion geht es in erster Linie um die in den Blöcken gelb markierten Wege zu den Fluchttoren. Diese sind unter allen Umständen frei zu halten.

Nicht ganz einfach in einer sich bewegenden (Zuschauer-)Masse. „Hier waren die Münsteraner in der Vergangenheit nicht gerade vorbildlich. Beispielsweise gehen sie bei großem Zuschaueraufkommen in den Blöcken nicht bis unten durch, sodass es sich weiter oben und somit auf den Wegen staut“, spricht Böckmann das Problem klar an. Auch deshalb sind am Samstag 270 statt ansonsten in der Regel 120 Ordnungs- und Sicherheitskräfte im Einsatz. Vier bis fünf werden jeweils an den 13 Fluchtwegen (elf zu den Fluchttoren ins Stadioninnere wie zwei auf der Haupttribüne) postiert.

Sollte ihren Aufforderungen nicht Folge geleistet werden, droht sogar das Äußerste. „Notfalls müssten wir von unserem Hausrecht Gebrauch machen. Was wir aber nicht wollen und auf die Einsicht der Zuschauer hoffen“, sagt Böckmann. Die Besucher sollen Gelb beachten, um nicht die Rote Karte zu erhalten.

Bei allem Verständnis bleiben dabei die Gästefans eine unkalkulierbare Größe. Aus Ostwestfalen werden 3000 Anhänger erwartet, die in den Blöcken I und J untergebracht werden. Hinzu kommen 200 Tribünenbesucher im Block F. Per Zug sowie mit fünf Bussen werden die Fans zwischen 11.30 und 12 Uhr am Hauptbahnhof erwartet und per Shuttle zum Stadion gebracht, das um 12 Uhr (Gästebereich 11.45 Uhr) geöffnet wird. „Die Zusammenarbeit mit den Bielefeldern läuft in diesem Bereich sehr gut. Hier gibt es keine Rivalität, sondern ein konstruktives Miteinander“, sagt Böckmann. Ein Beispiel, das auf den Rängen eine Fortsetzung finden sollte.

Ansonsten, so der Sicherheitschef, seien solche Partien keineswegs Routine. „Wir haben aber schon einige dieser sicherheitsrelevanten Spiele gemeistert. In unserem Stadion ist nichts Schwerwiegendes passiert. So soll es bleiben“, verleiht Böckmann seiner Hoffnung auf einen erfolgreichen Probelauf Ausdruck. Dem schließt sich die Ordnungsbehörde an. „Die Polizei wird alles dafür tun, dass der Derby-Nachmittag friedlich und gewaltfrei verläuft,“ erklärt Einsatzleiter Volker Wittenbreder, der auch auf das Verbot der Mitnahme von Glasflaschen und Glasbehältnissen sowie zu erwartende Beeinträchtigungen hinweist. „Wer sich aber schon im Vorfeld gewalttätig gegenüber anderen Fans verhält, Pyrotechnik einsetzt oder sich vermummt, wird das Stadion gar nicht erst erreichen.“

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