Münsteranerin ist erfolgreich beim SV Meppen im Einsatz
Fußballer-Glück im Emsland: Romina Burgheim hat in der 2. Bundesliga Fuß gefasst

Münster - „Grandios!“ Wie aus der Pistole geschossen kommt die Antwort auf die Frage nach ihrem derzeitigen Befinden – Romina Burgheim strahlt. „Ich bin in einer neuen Liga und in meiner Mannschaft angekommen“, sagt die Zweitligafußballerin des SV Meppen. Die gebürtige Rumänin, die seit ihrem dritten Lebensjahr in Deutschland lebt, genießt den neuen Höhepunkt ihrer Sportlerkarriere. Kein Wunder: Mit ihrem Team thront sie an der Tabellenspitze der 2. Frauen-Bundesliga-Nord. Eine Momentaufnahme, die die 25-Jährige „einfach genießt“.

Mittwoch, 21.11.2012, 07:11 Uhr

Münsteranerin ist erfolgreich beim SV Meppen im Einsatz : Fußballer-Glück im Emsland: Romina Burgheim hat in der 2. Bundesliga Fuß gefasst
Nach einer schweren Verletzung hat sich Romina Burgheim (vorne) laut ihrer Trainerin Maria Reisinger mittlerweile zu einer wertvollen Spielerin beim SV Meppen entwickelt, deren fußballerische Entwicklung noch nicht am Ende ist. Foto: Doris Leißing

Die Stürmerin hat sich einen Stammplatz erkämpft und nach neun Spieltagen vier Tore erzielt. Der zeitliche Aufwand, den Romina Burgheim für ihre Leidenschaft Fußball betreibt, ist enorm: Allein drei Mal in der Woche fährt sie von Münster aus, wo sie wohnt und studiert, per Zug zum Training ins Emsland . Fünf Stunden gehen insgesamt für eine Einheit drauf. Hinzu kommen die Fahrten zu Heim- und Auswärtsspielen (wie beispielsweise nach Potsdam, Jena oder Kiel) an den Wochenenden. Das macht ihr nichts aus: „Ich mache das wirklich gern, denn es hat sich gelohnt. Vorher habe ich nämlich lange auf diese Chance warten müssen.“

Schnell wird im Gespräch mit der ambitionierten Fußballerin deutlich, dass Romina Burgheim ihren Sport lebt und liebt. So trainiert die Germanistik- und Philosophie-Studentin, die Lehrerin werden möchte, zusätzlich seit rund einem Jahr bei ihrem Ex-Club TuS Saxonia Münster eine U-7-Mannschaft. „Ich arbeite sehr gerne mit Kindern zusammen und wurde im Vorfeld überzeugt, dass ich genau die Richtige für diese Aufgabe bin“, sagt Burgheim schmunzelnd. Irgendwann später könnte sie sich durchaus auch vorstellen, eine Trainerlaufbahn einzuschlagen. Außerdem ist seit 2007 „Futsal meine Passion“, verrät die Stürmerin. Bei Hallenturnieren tritt sie – mit Genehmigung ihrer Meppener Trainer – für den UFC Münster an.

Steckbrief: Romina Burgheim

Alter: 25 Jahre

Wohn- und Studienort: Münster

Position: Sturm, offensives Mittelfeld

Karrierestationen:

ISG Hagenwerder (C- und B-Jugend)

Berufung in die U-15-Landesauswahl Sachsen

SSV Buer 07/28 (B-Jugend)

Berufung in die U-20-Landesauswahl Westfalen

Viktoria Resse 75 (Einstieg in den Seniorenbereich, Landesliga)

TuS Saxonia Münster (2007-09, Westfalenliga)

FFC Heike Rheine (2009, Regionalliga)

SV Germania Hauenhorst (2009-11, Landes- und Westfalenliga)

SV Meppen (seit 2011, 2. Frauen-Bundesliga)

...

Zurzeit läuft es bei Romina Burgheim sportlich rund. Endlich, denn hinter ihr liegt eine längere Leidenszeit. Ein Rückblick: „Es war am Ostermontag vergangenes Jahr – es lief die 87. Minute im Testspiel, das ich mit meinem vorigen Verein Germania Hauenhorst gegen den FC Oeding bestritt. Die Partie war eigentlich schon gelaufen, plötzlich bleibe mit einem Bein bei einem Laufduell in einem Rasenloch hängen und knicke mit dem Knie weg“, erinnert sich Burgheim. Die bittere Diagnose: Kreuzbandriss – sieben Monate Zwangspause. Ihre erste schwere Verletzung nach 14 Jahren Fußball.

Besonders tragisch: „Eine Woche zuvor hatte ich erfolgreich den DFB-Leistungstest (vorgeschriebener körperlicher Eignungstest für die 2. Frauen-Bundesliga - Anmerkung der Red.) absolviert und die Zusage für den Wechsel nach Meppen erhalten. 'Das kann nicht wahr sein, dass das dämliche Knie mir nun beim Sprung in die 2. Liga im Weg steht' – war mein erster Gedanke. Auf einmal war Fußball als zentrale Säule in meinem Leben für eine Zeit weggebrochen“, erzählt Burgheim. Nach ihrem Vereinswechsel ins Emsland brach für sie eine schwierige Zeit in einem neuen Umfeld an. „Es war gewöhnungsbedürftig, zunächst nur als Beobachterin beim Team zu sein.“

Doch aus anfänglicher Wut wurde schnell Trotz. In einem Internet-Blog verarbeitete sie ihre erste Enttäuschung und erstellte Spielberichte. Hartnäckig arbeitete Romina Burgheim parallel an ihrem Comeback. Im Oktober 2011 war die Fußballerin aus Münster erstmals wieder am Ball, im März 2012 stieg sie zur Rückrunde beim 1. Damenteam des SV Meppen ein. „225 Einsatzminuten waren eine gute Bilanz für mich. Außerdem hatte ich mich beim neuen Club akklimatisiert und vor allem viel im taktischen Bereich dazu gelernt. In meinen ehemaligen Clubs hatte ich immer eine gewisse Narrenfreiheit“, umschreibt Romina Burgheim die Umstellung und höheren Anforderungen nach ihrem Wechsel von der Westfalenliga in die 2. Liga.

Mittlerweile hat die Stürmerin Fuß gefasst und ihre Offensiv-Qualitäten in der laufenden Saison eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Am achten Spieltag am 4. November im Heimspiel gegen FF USV Jena II lief sie erstmals zum Anpfiff auf. „Unser Co-Trainer Frank Gunia meinte nur: 'Deine Chance ist nun gekommen – nutze sie!'“ Das tat sie: Ein Tor und eine Torvorlage spiegelten ein rundum gelungenes Startelf-Debüt wider.

fallrückzieher ufc

Romina Burgheim mit vorbildlicher Schusshaltung.

„Nach einem harten Einstiegsjahr bei uns nach ihrer schweren Verletzung ist Romina sehr wertvoll für uns geworden“, sagt ihre Trainerin Maria Reisinger, die der Münsteranerin die erforderliche Zeit zur Eingewöhnung einräumte. „Sie hat einen großen Sprung gemacht, ihre Entwicklung ist aber noch nicht zu Ende. Unsere Aufgabe ist nun, bei Romina die Spannung hoch zu halten, denn man kann aus ihr fußballerisch noch viel rausholen“, sieht Reisinger bei ihrer ehrgeizigen Spielerin noch durchaus Luft nach oben.

Romina Burgheims Internet-Blog:

Ihren guten Lauf würde Romina Burgheim gern fortsetzen – auch mittelfristig. „Ich hoffe, dass nach Aufnahme meines Lehramtsreferendariates, das ich gern im Umkreis Münster machen würde, weiter in der 2. Liga spielen kann.“ Mit dem SV Meppen lautet das eher kurzfristige Ziel hingegen: Klassenerhalt. Dieses Unterfangen geht Romina Burgheim mit ihrem Team von einer recht komfortablen Position aus an...

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