Babacar N‘Daye ist der ruhende Pol bei Preußen Münster
Der Mann im Hintergrund

Münster -

Vielleicht liegt es an seiner Körpergröße, dass es Babacar N‘Diaye selten in die erste Reihe drängt. Der Senegalese ist der Ruhepol der Preußen in diesen aufregenden Zeiten. Wenn es auf der Trainerbank drunter und drüber geht, behält der Co-Trainer den Überblick.

Dienstag, 23.04.2013, 01:04 Uhr

Erfolgsgespann: Babacar N‘Diaye (links) und Trainer Pavel Dotchev nach dem 2:1-Triumph im Spitzenspiel gegen den Karlsruher SC. Für Münster war der heute 39-Jährige (kleines Bild) in 34 Partien (12 Tore) im Einsatz.
Erfolgsgespann: Babacar N‘Diaye (links) und Trainer Pavel Dotchev nach dem 2:1-Triumph im Spitzenspiel gegen den Karlsruher SC. Für Münster war der heute 39-Jährige (kleines Bild) in 34 Partien (12 Tore) im Einsatz. Foto: Jürgen Peperhowe

Sie arbeiten im Hintergrund, der eine etwas weniger weit vorne, der andere etwas mehr im Fokus. Stephan Küsters , der „Alt-Internationale“ des SC Preußen Münster , sitzt und steht Spiel für Spiel neben Cheftrainer Pavel Dotchev . Küsters ist Team-Koordinator, einer, der auch mal laut wird. Dotchev und der frühere SCP-Mittelfeldspieler können auch mal durchstarten wie Raketen, wenn es auf dem Spielfeld hoch hergeht oder der Schiedsrichter die Preußen benachteiligt.

Im Hintergrund bleibt Babacar N‘Diaye, der Co-Trainer der Preußen. Er ist so etwas wie die graue Eminenz beim Tabellenzweiten der 3. Liga. Vier Spieltage vor dem Saisonende ist der Rat des gebürtigen Senegalesen mehr denn je gefragt. Was tun, wenn die Lage dramatisch und angespannt ist, es alles oder nichts heißt, das große Ziel Aufstieg so nah ist?

„Wichtig ist nur, dass man die Nerven behält. Wir sind nicht abhängig von den anderen, und wir sollten nichts Neues probieren oder experimentieren“, stellt N‘Diaye klar. Diese Preußen, so sein Mantra, haben eine Menge drauf. Und auch das will er noch sagen: „Die Jungs sind reif für die 2. Bundesliga.“

Vier Aufstiege als Profi zwischen 1996 und 2012 hat N‘Diaye in den Beinen. Mit Hannover 96 gelang das gleich zwei Mal, zunächst in Richtung 2. Bundesliga, dann sogar in die 1. Bundesliga. Auch mit dem TSV Havelse schaffte er den Sprung in die Regionalliga. Dann ging es nach Münster , 2010 sprach nicht viel für den Routinier – am Ende waren es auch seine neun Treffer in 20 Partien, die die Preußen in Liga drei katapultierten.

Seit Saisonbeginn ist er Assistent von Pavel Dotchev, die beiden haben sich gefunden. „Ich kannte ihn nicht. Jetzt kann ich sagen, dass ich seine offene und ehrliche Art schätze. Er lässt mir Freiheiten, so kann ich im Hintergrund meine Hausarbeiten machen“, erklärte N‘Diaye. Die Zusammenarbeit der Trainer geht mindestens bis 2014, im Aufstiegsfall sogar bis 2015. N‘Diaye: „Die besten Trainer, die ich kennengelernt habe sind Pavel Dotchev und Ralf Rangnick aus meiner Zeit in Hannover.“

N‘Diaye hat sich mit seiner ruhigen und besonnenen Art zu einer Art Knotenpunkt zwischen Trainerstab, Mannschaft und Präsidium entwickelt, der 39-Jährige ist kaum wegzudenken aus Münster.

Im Sommer wird der Stürmer a.D. die B-Lizenz für Trainer erwerben, auf lange Sicht sollen A-Lizenz und Fußballlehrerlizenz folgen. Ob er noch ein letztes Mal zum Einsatz kommt, ist offen. Er sagt nur: „Für 20 gute Minuten würde es in der 3. Liga noch reichen.“

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