Testspiel des SC Preußen beim VfL Senden
Zwei Herzen in der Brust

Senden -

Rainer Tillmann spielte in den 80ern bei Preußen Münster und trainierte später den VfL Senden. Am heutigen Dienstag sieht der Sendener seine Nachfolger – wenn der Drittligist aus Münster beim VfL aufläuft.

Dienstag, 09.07.2013, 10:07 Uhr

Ex-Preuße Rainer Tillmann mit Fotos aus den 80ern. Mit Schnäuzer und Kapitänsbinde verteilte er damals die Bälle, spielte mit den Pieper-Brüdern und Uwe Tschiskale.
Ex-Preuße Rainer Tillmann mit Fotos aus den 80ern. Mit Schnäuzer und Kapitänsbinde verteilte er damals die Bälle, spielte mit den Pieper-Brüdern und Uwe Tschiskale. Foto: chrb

Wenn die Spieler von Bezirksliga-Aufsteiger VfL Senden und Drittligist Preußen Münster heute um 18.30 im Sendener Sportpark zum Testspiel auflaufen, schlagen bei Zuschauer Rainer Tillmann zwei Herzen in der Brust. Der 53-Jährige ist Sendener und ehemaliger Trainer des VfL, zudem steht sein Sohn Steffen bei den Gastgebern mit auf dem Platz. Auf der anderen Seite ist Tillmann senior auch Ex-Preuße. Von 1982 bis ´87 war er Stammspieler der Schwarz-Grünen – auch damals in der dritten Liga, die lange vor Einführung der Regionalliga und später dritten Bundesliga noch Oberliga hieß.

Tillmann spielte damals im Mittelfeld – ebenso wie heute sein Sohn beim VfL. Ernst Mareczek, Günther Exner und Helmut Horsch waren in Tillmanns Jahren an der Hammer Straße dessen Trainer. Namen, die jeder Preußen-Fan kennt, der in den 80ern schon dabei war, ebenso wie die Namen der Spieler, mit denen der Sendener auf dem Rasen um Tore und Punkte kämpfte – die Pieper-Brüder Uwe und Scotty, Uwe Leifeld, Keeper Ralf Mester sowie nicht zuletzt vom späteren Bundesligaspieler Uwe Tschiskale.

Tillmanns Vorzüge waren vor allem die Laufstärke und das Zweikampfverhalten. Typische defensive Mittelfeldspieler, wie der Sendener es ausdrückt: „die nicht so auffälligen Spieler, die viel unterwegs sind.“ Eher unauffällig, aber wertvoll – Rainer Tillmanns Trainer wussten seine Vorzüge zu schätzen, immerhin trug er bei den Schwarz-Grünen auch die Kapitänsbinde.

Nach fünf Jahren verließ Tillmann, der vom SuS Stadtlohn zu den Preußen gestoßen war, die Adlerträger und wechselte zum benachbarten Landesligisten TuS Hiltrup, mit dem er in die Verbandsliga aufstieg. Dann begann er zwischen Platz und Seitenlinie zu pendeln, war neun Jahre Spielertrainer bei Greven 09. Dann wechselte der 1989 nach Senden Gezogene auf die Trainerbank des damaligen A-Kreisligisten VfL Senden. Dort stand er drei Jahre an der Seitenlinie, bevor er für weitere fünf Jahre den Münsteraner Bezirksligisten Wacker Mecklenbeck coachte und von der Kreisliga A in die Bezirksliga führte.

Dann hängte der hauptberuflich als Informatiker tätige Sendener den Trainerjob an den Nagel. Nicht jedoch die Fußballschuhe – die zieht er heute noch regelmäßig an, für die Altherren des VfL und in der Traditionself von Preußen Münster. Dort kickt er gemeinsam mit Uwe Pieper, Jürgen Serr, Jochen Terhaar oder Rainer Leifken, Ex-Trainer und Sendener wie er selbst.

Seinen markanten Schnäuzer aus den 80ern trägt Rainer Tillmann nicht mehr, auch das Haar ist weniger geworden. Auch sonst hat sich in den vergangenen 30 Jahren vieles geändert. Seine Preußen-Mannschaft von damals sei mit der heutigen kaum zu vergleichen, meint Tillmann, der Bischoff, Kara und Kühne im Stadion an der Hammer Straße oft beobachtet. „Das Spiel ist natürlich schneller geworden“, sagt der Sendener. „Wir waren auch keine Vollprofis. In unserer Mannschaft waren sechs oder sieben Studenten, der Rest ging arbeiten.“ Trainiert wurde bis zu vier Mal in der Woche, natürlich nach Feierabend.

Weniger als die heutigen Preußen-Spieler, aber mehr als die Spieler des VfL Senden, die es heute mit den Preußen zu tun bekommen. Ob sein Sohn und dessen Mannschaftskollegen angesichts dieser Voraussetzungen eine zweistellige Niederlage vermeiden können? „Ich bezweifle es“, sagt Tillmann. „Die Preußen sind hochmotiviert. Da geht es so kurz vor Saisonbeginn um die Stammplätze. Und die VfL-Spieler können so kurz nach dem Trainingsauftakt noch nicht fit sein.

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