Fußball: Ärger um den Kreispokal
Wettringens E-Junioren als Titelverteidiger ausgeschlossen

Ochtrup/Wettringen -

Ärger gibt es rund um dem Kreispokal der E-Junioren. Aufgrund eines Formfehlers durften Arminia Ochtrup, SW Weiner und Vorwärts Wettringen in dieser Saison nicht am Wettbewerb teilnehmen. Das konnten die Wettringer Verantwortlichen so nicht hinnehmen und suchten den Weg vor die sportliche Gerichtsbarkeit.

Donnerstag, 19.09.2013, 19:09 Uhr

Vorwärts-Trainer Clemens Gude kann die Entscheidung der sportlichen Gerichtsbarkeiten nicht akzeptieren und spricht von einem „hanebüchenen Bürokratismus“.
Vorwärts-Trainer Clemens Gude kann die Entscheidung der sportlichen Gerichtsbarkeiten nicht akzeptieren und spricht von einem „hanebüchenen Bürokratismus“. Foto: Weiss

Clemens Gude , Trainer der Fußball-E-Junioren von Vorwärts Wettringen , musste Dampf ablassen: „Es kann nicht sein, dass dieser hanebüchene Bürokratismus auf dem Rücken der Kinder ausgetragen wird.“ Was Gude aufregte, war, dass seine Mannschaft nicht am diesjährigen Pokalwettbewerb teilnehmen durfte, der am Samstag begonnen hat. Der Grund: Bei der Online-Anmeldung hatten die Vorwärtsler schlicht und einfach vergessen, im vorgegebenen Feld ein Häkchen zu machen. Das war gleichbedeutend mit dem Aus des Titelverteidigers.

Genau so erging es den E-Junioren-Teams des SC Arminia Ochtrup und des FC SW Weiner, die aus dem gleichen Grund keine Startberechtigung erhielten. „Ich habe die Anmeldungen persönlich ausgefüllt. In jeder Altersklasse. Und warum sollte ich ausgerechnet bei unserer E-Jugend das entsprechende Häkchen nicht gemacht haben?“, stellt sich Arminias Jugendobmann Paul Schomann die Frage. Für ihn ist klar, dass ein technischer Fehler vorlag. „Die Technik macht ja keine Fehler. Aber vielleicht die Menschen, die sie bedienen“, mutmaßt Schomann.

Nach der Veröffentlichung der Auslosung fiel den betroffenen Vereinen auf, dass ihre Teams gar nicht berücksichtigt wurden. Einen Fehler vermutend, hielten sie Rücksprache mit dem Kreisjugendpokalspielleiter Heinz Homölle , der daraufhin auch den FC Vorwärts auf die nichtvorliegende Anmeldung aufmerksam machte.

„Es kann doch nicht sein, dass es bei der Auslosung nicht auffällt, dass der Vorjahressieger nicht mit dabei ist“, so Gude, der sich in dieser Angelegenheit mehr Fingerspitzengefühl von den Funktionären gewünscht hätte. Dazu Homölle: „Wir haben auf der Tagung der Jugendobleute im Frühling auf die Anmeldefristen für die neue Saison aufmerksam gemacht und diese auch im Internet veröffentlicht. Die Vereine waren informiert. Der Fehler liegt also nicht beim Fußballkreis, sondern bei den Vereinen.“

Das wollten die Wettringer Verantwortlichen, die eine Neuauslosung anstrebten, so nicht akzeptieren und wählten den Weg vor die sportliche Gerichtsbarkeit. Beim Kreisjugendausschuss (KJA) wurde der Antrag auf Wiederaufnahme abgelehnt. „Wir haben im KJA eine Grundsatzentscheidung getroffen, dass nach dem Anmeldeschluss tatsächlich nichts mehr zu machen ist und wir auch nicht mehr hinter jedem Verein hinterhertelefonieren können. Das geht bei 32 Clubs im Kreisgebiet und einer dementsprechenden Zahl von Jugendmannschaften einfach nicht mehr“, stellt Homölle klar.

Nach dem negativen Bescheid auf Kreisebene wurde das Thema auch beim Verbandsjugendausschuss und später vor der Verbandsjugendspruchkammer behandelt. Beide Male bestätigten die jeweiligen Instanzen das erste Urteil. Und das, obwohl Wet­tringens Jugendobmann Christian Wiecher zuvor von 26 Vereinen ihr schriftliches Okay eingeholt hatte, die Vorwärts-E 1 nachträglich mitspielen zu lassen. Laut Gude habe die Verbandsjugendspruchkammer Homölle aufgrund dessen sogar nahe gelegt, den Fall „sportlich zu regeln“.

Das kann der Pokalspielleiter nicht bestätigen. Ihm täte es natürlich auch leid für die Kinder, aber gleichzeitig bat Homölle um Verständnis für die Entscheidung des KJA: „Mit einer Neuauslosung hätten wir nicht nur die Entscheidungsträger auf Verbandsebene unterwandert, sondern auch einen Präzedenzfall geschaffen. Ein Anmeldeschluss sollte nun mal seine Gültigkeit haben. Und wer hätte uns garantiert, dass ein anderer Verein bei einer Neuauslosung, die für ihn ungünstiger ausgefallen wäre, nicht auch Protest eingelegt hätte? Wie gesagt, es handelt sich dabei um einen Fehler der Vereine.“

Für Gude ist und bleibt die Entscheidung nicht akzeptabel. „Die Schuldfrage ist doch völlig irrelevant. Es sollte im Interesse der Kinder geurteilt werden. Und davon mal abgesehen: Wenn ich mir im Internet irgendwas bestelle, bekomme ich immer eine Empfangsbestätigung. Warum geht das beim Fußballkreis nicht auch?“, kritisiert der Trainer das für ihn nicht nachvollziehbare Anmeldeverfahren.

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