0:1 gegen MSV Duisburg: Dritte Niederlage in Folge
VfL im Leistungstief

Osnabrück -

Das Wort Krise hört kein Trainer gern. Und doch scheint sich genau die an der Bremer Brücke eingenistet zu haben. Mit 0:1 (0:0) musste sich der VfL Osnabrück gestern im eigenen Stadion gegen den MSV Duisburg geschlagen geben und kassierte damit die dritte Niederlage in Folge. Und das zurecht. Der nötige Wille war den lila-weißen Spielern gewiss nicht abzusprechen, doch fehlte vollends die Leichtigkeit des Saisonbeginns. Haarsträubende Abspielfehler gepaart mit technischen Fehlern ließen den VfL eigentlich nie für einen Sieg in Frage kommen. Folge ist der Absturz auf Rang neun der Tabelle.

Sonntag, 10.11.2013, 19:13 Uhr

David Pisot klärt per Kopf gegen den Ex-Osnabrücker Pierre de Wit. Der hatte nach dem 1:0-Erfolg seiner Duisburger Elf allerdings grund zur Freude. Die Lila-Weißen bliesen Trübsal..
David Pisot klärt per Kopf gegen den Ex-Osnabrücker Pierre de Wit. Der hatte nach dem 1:0-Erfolg seiner Duisburger Elf allerdings grund zur Freude. Die Lila-Weißen bliesen Trübsal.. Foto: Mrugalla

Einzig Pascal Testroedt besaß in der 81. Minute eine hochkarätige Chance, die er aus kurzer Distanz über das Tor drosch. Mehr zwingende Möglichkeiten verzeichneten die Hausherren nicht. Da auch dem MSV Duisburg Ideen und Präzision fehlten, entwickelte sich ein insgesamt langweiliger Kick. Letztlich reichte es für die Gäste durch den Treffer des ehemaligen Osnabrückers Michael Gardawksi aus der 62. Minute zum 1:0-Sieg.

Mit Trainer Karsten Baumann und Pierre de Wit kehrten zwei weitere Ex-VfLer in die osnatel-Arena zurück. Beide wurden vom Osnabrücker Publikum mit Applaus empfangen. „Das hat wirklich gut getan. Ich habe mich sehr gefreut“, meinte Baumann zu diesem warmen Empfang. Er hatte seiner Mannschaft eine aggressive Spielweise verpasst. Der MSV störte den Osnabrücker Spielaufbau von Beginn an durch laufintensives Pressing. So kamen die Hausherren trotz aller Bemühungen nicht wirklich ins Spiel.

Zudem misslangen viele Aktionen. Einen rabenschwarzen Tag erwischte Daniel Nagy , der fast jeden Zweikampf verlor. Auch Timo Kunert stand neben seinen Schuhen. Er machte zur Pause – allerdings auch stark gelb-rot-gefährdet – Platz für Jeremey Karikari. Auf der Bank saß Adriano Grimaldi, nach seiner in Stuttgart erlittenen Muskelverletzung. Er kam eine viertel Stunde vor Schluss doch noch, konnte dem Spiel aber auch keine Wende geben.

Trainer Maik Walpurgis sah zwar einige gute Ansätze, dennoch war die Leistung seiner Mannschaft insbesondere im ersten Durchgang enttäuschend. Die Hausherren fanden einfach kein Mittel, die sehr tief stehende Duisburger Hintermannschaft aus den Angeln zu heben. Die blieben ihre defensiven Linie treu und taten erst nach dem Seitenwechsel etwas mehr für die Offensive. Nach einer guten Stunde hatten sie schließlich Erfolge. Nach einer Ecke konnte Tom Merkens einen wuchtigen Kopfball von Bajic gerade noch auf der Linie klären, gegen den folgenden Schuss aus dem Hinterhalt von Michael Gardawski waren aber alle einschließlich Torhüter Daniel Heuer Fernandes machtlos.

Danach versuchte der VfL zwar alles, mehr als halb gefährliche Chancen nach Standardsituationen sprangen dabei aber nicht heraus. Lediglich Testroedt hatte in er 81. Minute den Ausgleich auf dem Fuß, verzog jedoch. Das wars. Der VfL befindet sich ohne Frage im Leistungstief .

Nach der Länderspielpause ist die Spielvereinigung Unterhaching am 23. November der nächste Gegner. Ob es dann besser läuft, bleibt abzuwarten. Falls nicht, verschwinden die Lila-Weißen endgültig im grauen Mittelfeld der Liga-Tabelle.

VfL Osnabrück : Heuer Fernandes - Kunert (46. karikari), Pisot, Neumann, Hohnstedt - Nagy, Merkens, Zenga (87. Blum), Ornatelli - Wegner (73. Grimaldi), Testroet.

MSV Duisburg : Ratajczak - Ofosu-Ayeh, Bollmann, Feisthammel, Orsula (68. Zoundi) - Bajic, Dum - Gardawski (77. Öztürk), de Wit (90. Tsourakis), Wolze - Onuegbu.

Tore: 0:1 Gardawski (62.). - Gelbe Karten: Kunert, Neumann, Nagy - Gardawski, Bajic. - Schiedsrichter: Tobias Welz (Wiesbaden). - Zuschauer: 11 422.

Trainerstimmen:

Frank Baumann (MSV Duisburg): „Schön war unser Spiel sicher nicht. In der ersten Hälfte waren wir torgefährlich, haben gut gestanden, wenig zugelassen. Gegen Ende sind uns dann einige Fehler unterlaufen, die die Osnabrücker aber zum Glück nicht zu nutzen wussten. In der zweiten Halbzeit ging ab der 60. Minute gar nichts mehr. Das ist bereits in den letzten Spielen aufgefallen, dass auf dem Weg nach vorne einfach die Kraft fehlt. Da muss man dann Standards nutzen und das haben wir getan. Gegen Ende hat der VfL noch mal ordentlich Druck ausgeübt, aber wir haben nichts zugelassen. Diesmal war das Glück auf unserer Seite. Ich habe mich gefreut, mal wieder hier zu sein, habe viele alte Freunde wiedergetroffen. Mit drei Punkten heimzufahren ist natürlich besonders schön!“

Maik Walpurgis (VfL Osnabrück): „Ich bin enttäuscht von dem Ergebnis. In weiten Teilen des Spiels war ich sehr zufrieden mit der Leistung der Mannschaft. Das war eine Partie auf Augenhöhe, dass wir da mit leeren Händen rausgehen, ist ärgerlich. Ein 1:1 wäre gerecht gewesen. Wir sind gut gestartet, insgesamt sind wir toll aufgetreten, nur das Tor hat gefehlt. Das Ergebnis stimmt einfach nicht. Man darf aber nicht vergessen, dass uns momentan wichtige Spieler fehlen. Wir sind gut in die Saison gestartet, haben gerade eine Durststrecke. Wenn alle Spieler wieder voll einsatzbereit sind, werden wir auch wieder zu alter Stabilität zurückfinden.“

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