Fußballkreis Lüdinghausen: Coming-out von Hitzlsperger
„Es wird sich nicht viel ändern“

Bezirk Lüdinghausen -

Durchweg positiv bewerten Mitglieder von heimischen Vereins- und Abteilungsvorständen das Coming-out von Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger. Ebenfalls einig sind sich die Befragten allerdings auch in Bezug auf die Nachhaltigkeit von Hitzlspergers Videobotschaft: Kurzfristig werde sie in Sachen Homophobie im deutschen Fußball nichts ändern.

Freitag, 10.01.2014, 06:01 Uhr

Gerd Buchholz
Gerd Buchholz Foto: chra

Als erster ehemaliger Fußball-Nationalspieler hat sich Thomas Hitzlsperger als Homosexueller geoutet. Ob sich durch die Videobotschaft des Ex-Profis etwas an homophoben Vorurteilen im deutschen Fußball und speziell in Bundesligastadien ändert, lautet die Frage am Freitag an Mitglieder heimischer Vereins- und Abteilungsvorstände.

Ralf Hönicke ( Union Lüdinghausen ): Ich glaube, dass es noch zehn bis 15 Jahren dauern wird, bis sich die Akzeptanz von Homosexualität im deutschen Fußball vollkommen durchgesetzt haben wird. Da Thomas Hitzlsperger nicht mehr selbst aktiv ist, wird sein Fall auch nicht in die deutschen Stadien transportiert.

Berthold Stegemann (Fortuna Seppenrade): Wenn ich sehe, was sich da in den vergangenen Jahren im politischen Bereich getan hat, wenn man nur an Westerwelle oder Wowereit denkt, denke ich schon, dass wir im Fußball hinterherhinken. Aber ich glaube, dass sich das Verhältnis zur Homosexualität auch in diesem Bereich langfristig normalisieren wird.

Gerd Buchholz (VfL Senden): Ich denke schon, dass das Outing von Hitzlsperger, der ja ein prominenter Fußballer war, die Akzeptanz von Homosexuellen im deutschen Fußball ein Stück weit voranbringt. Es war ein mutiger und richtiger Schritt. Ob sich aber im fußballerischen Alltag grundsätzlich etwas ändert, daran habe ich meine Zweifel.

Volker Ernst (TuS Ascheberg): Ich glaube nicht, dass sich durch das Coming-out etwas ändern wird. Es gibt wahrscheinlich genug homosexuelle Fußballer, die ihre Neigung weiterhin hinter Macho-Gehabe verstecken. Aber ich finde das, was Thomas Hitzlsperger gemacht hat, eine super Aktion. Und anders als vor 20 oder 30 Jahren wird Homosexualität heute in der Gesellschaft viel breiter akzeptiert.

Uwe Mörchen (Davaria Davensberg): Ich finde das sehr positiv, dass Hitzlsperger das gemacht hat. Ich glaube aber nicht, dass sich deswegen etwas an Vorurteilen im deutschen Fußball ändert und auch nicht, dass sich ein homosexueller Fußballer während seiner Karriere outet.

Werner Heitmann (SV Herbern): Ich weiß nicht recht, was ich von dem Outing von Thomas Hitzlsperger halten soll. In der heutigen Zeit ist der Umgang mit Homosexualität doch in der Regel selbstverständlich. Natürlich gibt es immer einige Leute, die Schwule nicht akzeptieren wollen und es einfach nicht kapieren. Aber daran wird sich durch Hitzlspergers Video auch nicht viel ändern.

Michael Greive (Blau-Weiß Ottmarsbocholt): Wer immer schon tolerant war, für den wird sich durch Hitzlspergers Outing nichts ändern – für die Andersdenkenden, die im Stadion ihren Unmut kundtun, aber wohl auch nicht. Es war auf jeden Fall richtig, dass sich Hitzlsperger geoutet hat. Ob sich deswegen aber etwas ändert, muss sich zeigen.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2147244?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F192%2F2592904%2F2592959%2F
Nachrichten-Ticker