Preußen Münster im Trainingslager
Muskelmanager Morschel

Etsepona -

Er schießt keine Tore, er verhindert auch keine – und ist doch ein ganz wichtiger Faktor in der Erfolgsgleichung des SC Preußen Münster: Dennis Morschel. Der Physiotherapeut führt die verletzten und angeschlagenen Spieler zurück ins Team – und läuft dabei immer vorweg.

Freitag, 10.01.2014, 19:01 Uhr

Schweißtreibend: 75 Stufen, die hoch zum stets verschlossenen und verwaisten Clubhaus der Anlage führen. Dennis Morschel, Patrick Kirsch und Dennis Grote (v. l.) auf dem Rückweg.
Schweißtreibend: 75 Stufen, die hoch zum stets verschlossenen und verwaisten Clubhaus der Anlage führen. Dennis Morschel, Patrick Kirsch und Dennis Grote (v. l.) auf dem Rückweg. Foto: Jürgen Peperhowe

Das Trainingsgelände Dona Julia umfasst zwei Trainingsplätze, die in die ruppige Felsenlandschaft implantiert worden sind. In der oberen Hälfte trainierte bis Freitag Ado Den Haag , der abstiegsgefährdete niederländische Erstligist. Auf dem unteren Feld, gepflegter Rasen, leicht schiefer Kreidezug vom Platzwart als Spielfeldbegrenzung, der SCP . Und dann gibt es noch die 75 Stufen, die hoch zum stets verschlossenen und verwaisten Clubhaus der Anlage führen. Diese Treppen nutzt Dennis Morschel , wenn er die angeschlagenen Dennis Grote (Patellasehnenanriss) und Patrick Kirsch (Wade) wieder auf Vordermann bringen will. Zum Beispiel.

Morschel, Angestellter beim Zentrum für ambulante Rehabilitation in Münster , ist Physiotherapeut, Athletiktrainer, der Mann, zu dem die Spieler im Verletzungsfall immer kommen, er genießt ihr Vertrauen. Sein Job, gemeinsam mit Matthias Haase ausgeführt, dürfte der umfangreichste während der Trainingswoche sein. Von morgens früh bis in die späten Nachtstunden stehen Behandlungen an, nicht nur Massagen, erst kurz vor 23 Uhr verabschiedet sich der letzte Kicker aus dem Behandlungsraum in der dritten Etage des Estepona Palace H10.

Morschel ist weit mehr als nur ein Masseur. „Wir schauen bei jedem Training zu, beobachten die Bewegungsmuster und ob ein Spieler rund läuft.“ Der Austausch mit dem Trainerstab ist stetig, das Lob von Trainer Loose riesengroß. Der 28-Jährige ist es, der Akteure wie Grote oder Kirsch schneller wieder zurück bringt, der einen angeschlagenen Marcus Piossek betreut oder für das tapen der Gelenke zuständig ist.

Seit acht Jahren arbeitet er als Physiotherapeut, in seiner Düsseldorfer Zeit betreute er bereits Kader-Leichtathleten oder die Kicker vom ASV Süchteln. Vor drei Jahren stieß der Lüner zum SCP. „Ich bin Preuße durch und durch“, sagt er lachend, verbirgt aber nicht die Sympathie für Borussia Dortmund. Natürlich stünden ihm die Spieler des Drittligisten aus Münster näher durch die tägliche Arbeit. Aber auch das könnte in der Zukunft kommen. Morschel hat die Weiterbildung zum DOSB-Physiotherapeuten erfolgreich absolviert. Der Deutsche Olympische Sportbund bereitet auf diesem Weg Physiotherapeuten auf die Arbeit mit Olympioniken vor. „Irgendwann würde ich gerne in einem Olympischen Dorf dabei sein“, sagt er, 2016 finden die Spiele in Brasilien statt. Beim SC Preußen hätte er mit Weitspringerin Lena Malkus eine entsprechende Athletin direkt vor der Haustür. Aber das ist Zukunftsmusik, bis zum Sonntag gilt es, die SCP-Spieler rundum zu versorgen, damit möglichst alle bis zum 25. Januar im Auswärtsspiel bei RW Erfurt fit sind.

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