Oberligist RW Ahlen außer Tritt
Lähmungserscheinungen

Ahlen -

Den Regionalliga-Aufstieg vor Augen, scheint RW Ahlen plötzlich zu verkrampfen. Erst ein mageres 0:0 beim TuS Dornberg, dann die überraschende 2:3-Niederlage gegen den VfB Hüls. Dass der Fußball-Oberligist das große Ziel aus den Augen zu verlieren droht, scheint weniger am Können als am Kopf zu liegen.

Montag, 24.03.2014, 18:03 Uhr

Redebedarf sieht Trainer Carlos Castilla, der gerade von seinen Leitwölfen wie Bernhard Venker (links) in kritischen Phasen mehr erwartet.
Redebedarf sieht Trainer Carlos Castilla, der gerade von seinen Leitwölfen wie Bernhard Venker (links) in kritischen Phasen mehr erwartet. Foto: Marc Kreisel

Nach dem Sieg gegen Neuenkirchen ist die Entscheidung gefallen. Rot-Weiß Ahlen beantragt beim WFLV die Lizenz für die Regionalliga . Eigentlich könnte dies die Initialzündung für die Mannschaft sein, um im Saison-Endspurt noch auf einen Aufstiegsplatz zu springen und sich den Traum von der vierthöchsten deutschen Spielklasse zu erfüllen.

Tatsächlich aber scheint das kickende Personal seit Bekanntwerden des Antrags eine seltsame Lähmung ergriffen zu haben. Die Leichtigkeit der Vorwochen ist jedenfalls flöten gegangen. Schon beim torlosen Remis in Dornberg blieben die Rot-Weißen hinter ihren Erwartungen zurück. Und nun, beim 2:3 daheim gegen Kellerkind Hüls , enttäuschten die Ahlener erneut über weite Strecken, wirkten uninspiriert und träge. Nicht nur deshalb stellt Trainer Carlos Castilla öffentlich die Qualitätsfrage – und er nimmt seine als Leader eingeplanten Korsettstangen stärker als je zuvor in die Pflicht. „Spieler wie Bernhard Venker, Faysel Khmiri und Nico Niemeier müssen den Mund aufmachen, den Ball fordern und sich zeigen, wenn es auf dem Platz mal nicht so läuft“, fordert Castilla. „Wenn nicht die, wer dann?“, pflichtet ihm auch Joachim Krug bei. Doch die angesprochenen Eckpfeiler sind weit davon entfernt, diese Rolle der entsprechenden Notwendigkeit nach zu erfüllen.

Die Jungs erzählen viel von der Regionalliga. Jetzt haben sie die Chance, dahin zu kommen, wo sie hin möchten. Sie müssen kapieren, was sie für den Verein und auch für sich selbst tun können.

Joachim Krug

Damit steht dieses Dreigestirn aber nicht alleine da, auch andere schöpfen ihr Potenzial nicht aus. Die gesamte Mannschaft befinde sich nach Ansicht von Joachim Krug in einer Art „Schockstarre“. Warum, wieso, weshalb? Das ist dem Trainer und dem Sportlichen Leiter ein Rätsel. „Die Jungs erzählen viel von der Regionalliga. Jetzt haben sie die Chance, dahin zu kommen, wo sie hin möchten. Sie müssen kapieren, was sie für den Verein und auch für sich selbst tun können, welche Gelegenheit sich ihnen bietet“, unterstreicht Krug, der sich daher umso mehr über die jüngsten Darbietungen wundert. Es sei „total ärgerlich“, eine solch günstige Ausgangslage wie die gegenwärtige einfach so zu verspielen. Weil die Konkurrenz ebenfalls patzte, sei auch noch lange nichts verloren. Obendrein sei es nun mit Sicherheit die falsche Maßnahme, alles zu hinterfragen. Denn dass die Mannschaft zu mehr im Stande sei, habe sie in dieser Saison mehrfach unter Beweis gestellt. Dennoch: Die jüngsten Auftritte sorgen bei den Verantwortlichen nicht nur für verständnisloses Kopfschütteln, sondern eben auch für ein gewisses Maß an Besorgnis. Der Regionalliga-Aufstieg ist möglich – und das trotz eines laufenden Insolvenzverfahrens. Das muss RW Ahlen erst mal ein Verein nachmachen.

„Doch gerade jetzt tritt das große Zittern ein. Die Mannschaft hat die psychische Stabilität nicht“, unterstellt ihr Joachim Krug. Gegen den direkten Verfolger Eintracht Rheine lässt er sich am kommenden Sonntag gerne eines Besseren belehren.

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