Preußen verabschieden sich mit Niederlage
Scheiden tut weh

Münster -

Vier Abschiede, drei Gegentore, zwei Treffer, kein Punkt: Der Schlussakkord der laufenden Spielzeit im Preußenstadion verklang in Moll.

Sonntag, 04.05.2014, 18:05 Uhr

Dennis Grote waren die gemischten Gefühle deutlich anzusehen, als es nach 75 Minuten zum letzten Mal im Preußen-Dress den Platz an der Hammer Straße verließ.
Dennis Grote waren die gemischten Gefühle deutlich anzusehen, als es nach 75 Minuten zum letzten Mal im Preußen-Dress den Platz an der Hammer Straße verließ. Foto: Jürgen Peperhowe

Kein Sieg, nicht einmal ein Pünktchen zum Heimausklang vor eigenem Publikum. Der SC Preußen Münster wickelt die Saison in der 3. Liga ab, die 2:3 (1:1)-Niederlage gegen den Halleschen FC tat nicht mehr wirklich weh, glücklicherweise steht nur noch das Gastspiel am kommenden Samstag beim MSV Duisburg auf der Agenda. Die Luft entweicht wie aus einem undichten Ballon. Doch die 8293 Zuschauer nahmen das mit Haltung hin, gegenseitige Verneigungen zwischen abwandernden Akteuren und den Fans waren wichtiger. Matthew Taylor , der große Pokalheld der Preußen , winkte ein letztes Mal nachdenklich zu den Rängen. Genauso wie der langjährige Kapitän Stefan Kühne oder auch Clement Halet und Dennis Grote . Vor dem Spiel gab es Blumen, später Applaus, mittendrin leider keine Punkte. Dann ging es zum gemeinschaftlichen Abschlussabend in die Speicherszene.

SC Preußen Münster gegen den Halleschen FC

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Vom Abstiegskampf hatte sich der SCP schon vor Wochen verabschiedet. Im letzten Heimspiel gab es dennoch keine kleinen Nettigkeiten für die scheidenden Spieler. „Entweder ist das dann ein Freundschaftsspiel oder eine vernünftige Partie. Es gab für mich keinen Grund, groß etwas zu ändern“, erklärte Trainer Ralf Loose nüchtern, er wollte die Punkte. Taylor schmorte bis zur 79. Minute auf der Bank. Halet, Innenverteidiger der Aufstiegself von 2011, fand nicht einmal Platz im 18er Spieltagsaufgebot. Dass Amaury Bischoff, Münsters genialer Spielmacher der Vorsaison, sich nur noch warmmachen durfte, passte in das Bild. Vieles deutet auf einen Abschied des Franzosen hin, dessen Rückrunde fatal und ohne jeden Esprit verlief.

„Gibt es Trainerwechsel, dann gibt es meist auch zwei, drei Opfer im Team. Amaury und ich gehören in diese Kategorie“, interpretierte Taylor die Lage. Der Amerikaner hat mittlerweile lose Kontakte zu Drittligisten, will unbedingt zwei weitere Jahre in Deutschland spielen und ist enttäuscht über die Entwicklung der letzten Wochen. Er habe nach der Trennung von Pavel Dotchev unter Ralf Loose kaum noch Chancen erhalten, obwohl die Vorbereitung in der Winterpause noch gut lief: „Ich kann das auch nicht erklären. Ich war einfach raus.“

Gegen Halle begannen andere an vorderster Stelle. Das 0:1 durch Timo Furuholm (18.) glich Taylors Nachfolger, Rogier Krohne, nach 26 Minuten aus. Passgeber war wieder einmal Dennis Grote, den es nach Duisburg verschlägt. Münster schien in einer von beiden Seiten bemühten, aber ohne die letzte Intensität geführten Partie auf der Siegerstraße, als Simon Scherder (67.) das 2:1 köpfte, Kevin Schöneberg hatte die Vorarbeit geleistet.

Doch den Preußen fehlten ein paar Pfennig zur Mark, „Abwanderer“ Kühne eröffnete den Gästen mit einem Ballverlust den Weg zum Ausgleich durch Sören Ber­tram (71.), ehe Akaki Gogia sechs Minuten später sogar noch den Siegtreffer markierte. Kühne, ausgerechnet Kühne, der so viele Torschüsse wie kein anderer beim „Abschied von daheim“ hatte und nach 56 Minuten aus zwei Metern den Ball nicht über die Linie schmetterte. „Wir waren insgesamt zu sorglos“, monierte Übungsleiter Loose vor allem die Rückwärtsbewegung seiner Schützlinge. Und: „Mehr Ballbesitz und viele Ecken sind nicht der Beweis für einen Sieg.“ Auch die Spieler haderten mit der Niederlage. „Da haben wir es Halle viel zu einfach gemacht“, befand Abwehrchef Dominik Schmidt. Nur so nebenbei: Er kokettiert mit einer Offerte vom Ligakonkurrenten Wiesbaden, hat aber auch einen unterschriftsreifen Vertrag des SCP vorliegen. Dagegen stehen die Zeichen bei Marcus Piossek und Kevin Schöneberg auf Verbleib.

Ab Dienstag bereitet sich der SCP auf die letzte Saisonaufgabe in Duisburg vor. Für Dennis Grote ist es Abschluss und Neuanfang zugleich. „Etwas Wehmut war schon dabei“, sagte er nach der Abschlussrunde. Und: „Ich hätte lieber auf meinen Scorerpunkt beim 1:1 verzichtet, wenn wir gewonnen hätten. In Münster habe ich jedenfalls zweieinhalb Jahre gerne gespielt.“

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