Interview mit Preußen-Trainer Ralf Loose
„Erst der Kader, dann die Ziele“

Münster -

Im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten verriet SCP-Coach Ralf Loose, wohin die Reise des Fußball-Drittligisten Preußen Münster kommende Saison gehen soll. Zumindest ungefähr...

Donnerstag, 08.05.2014, 12:05 Uhr

 Ralf Loose
 Ralf Loose Foto: Jürgen Peperhowe

Ein Spiel noch, dann wird die Drittligasaison 2013/2014 zu den Akten gelegt. Viele Fans des SC Preußen dürften darüber sehr froh sein. Trainer Ralf Loose hat einen etwas anderen Blick auf diese Spielzeit. Als er im September nach Münster kam, übernahm er eine ratlose Mannschaft, die vom Favoritenschild direkt in den Abstiegsstrudel gestürzt war.

Jetzt ist die Mannschaft im sicheren Hafen und die Planungen für eine neue Saison haben begonnen. Die wichtigste Personalie war die Vertragsverlängerung mit dem Trainer. Der verriet im Gespräch mit Redakteur Ansgar Griebel, wohin die Reise gehen soll. Zumindest ungefähr...

Sie haben im September eine fertige Mannschaft übernommen – und mussten diese mit Ihren eigenen Vorstellungen vom Fußball in Einklang bringen. Das geht nicht ohne Kompromisse. Sind Sie mit dem Ergebnis am Ende der Saison zufrieden?

Ralf Loose: Ich glaube, dass wir am Ende eine Mannschaft auf dem Platz hatten, die sehr gut funktioniert und in der Liga gut mitgespielt hat.

Ist diese Mannschaft gut genug, in der kommenden Spielzeit eine bessere Rolle und vielleicht sogar um den Aufstieg zu spielen?

Loose: Was soll ich dazu jetzt sagen? Wir müssen erst mal den Kader zusammenhaben, dann können wir über die Ziele reden. Wir haben Spieler abgegeben, die viele Tore geschossen und vorbereitet haben: Dennis Grote und Matthew Taylor . Auch Stefan Kühne war natürlich ein Leistungsträger.

Matthew Taylor wäre gerne geblieben , war aber mit seiner Rolle, die er in Ihrem Konzept spielte, auch nicht zufrieden. Ihm fehlte die Rückendeckung des Trainers, sagt er.

Loose: Das kann man so wirklich nicht sagen. Taylor hat auch bei mir viel Zeit und Gelegenheit gehabt, sich zu zeigen und die Tore zu schießen. Wenn dann die anderen Stürmer die Chance bekommen und sie auch nutzen, dann ist das so. Meine Aufgabe ist es, immer die beste Mannschaft aufzustellen. Dass Matthew Taylor jetzt geht, ist zudem ja nicht nur eine Entscheidung des Trainers, sondern auch des Vorstands. Er war einer der Top-Verdiener im Kader. Da gibt es jetzt neue Möglichkeiten.

Auch Amaury Bischoff, in der Vorsaison noch Antreiber und Anführer beim Preußen-Höhenflug, spielte bei Ihnen nur eine Nebenrolle .

Loose: Die Situation ist, wie sie ist. Amaury war verletzt, hat sich mit einer Roten Karte wieder rausgespielt – und ist, das muss man ja auch sagen, nicht in bester Form. Ein Spieler muss sich auch von sich aus anbieten.

Sie haben jetzt die Gelegenheit, der Mannschaft Ihre eigene Handschrift zu geben. Was müssen Ihre Wunschspieler mitbringen?

Ralf Loose: Wir suchen Spieler, die ehrgeizig sind und die Ziele haben. Sie müssen der Mannschaft Qualität geben, aber sie müssen eben auch in das finanzielle Konzept passen.

Kader des SC Preussen Münster 2013/2014

1/26
  • Sturm: Rogier Krohne

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sturm: Matthew Taylor

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeld: Marcus Piossek

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeld: Mehmet Kara

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeld: Pascal Koopmann

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeld: Amaury Bischoff

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeld: Stefan Kühne

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeld: Benjamin Siegert

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeld: Malte Grashoff

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeld: Jens Truckenbrod

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeld: Dennis Grote

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Abwehr: Patrick Kirsch

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Abwehr: Dominik Schmidt

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Abwehr: Robin Neupert

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Abwehr: Kevin Schöneberg

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Abwehr: Philipp Röhe

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Abwehr: Fabian Hergesell

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Abwehr: Simon Scherder

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Abwehr: Julian Riedel

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Abwehr: Clement Halet

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Torhüter: Maximilian Schulze-Niehues

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Torhüter: Daniel Masuch

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Matthew Taylor

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sturm: Matthew Taylor - Note: 3

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Co-Trainer: Babacar N`Diaye

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Torwarttrainer: Alexander Ogrinc

    Foto: Jürgen Peperhowe

In den vergangenen Monaten haben Sie bereits die ersten unübersehbaren Systemumstellungen vorgenommen. Die Doppelspitze beispielsweise ...

Loose: Dieses System mit der Doppelspitze habe ich im Training ja schon früh ausprobiert. Mit Soufian Ben­yamina haben wir ja auch einen Stürmer im Winter dazugeholt, der uns da neue Optionen eröffnet hat. Dann hat es allerdings seine Zeit gebraucht, bis alles ineinandergriff. Das lag vor allem daran, dass Benyamina zu seiner Form finden musste.

Benyamina und Krohne haben zuletzt gemeinsam und gemeinsam erfolgreich gestürmt. Ist das das Modell der Zukunft?

Loose: Warum nicht. Ich glaube, beide ergänzen sich gut. Benyamina ist der, der noch mehr von den Flanken der anderen lebt, Krohne macht die weiteren Wege. Aber natürlich suchen wir noch einen Angreifer, der einen anderen Stürmertyp verkörpert.

Derzeit laufen die Verhandlungen mit Kevin Schöneberg. Der Rechtsverteidiger spielte bei Ihnen zwischenzeitlich keine Rolle mehr, spielte und trainierte mit der Reserve.  Im Winter hätte er gehen können , jetzt ist er wieder eine feste Größe und hat einen Vertrag vorliegen ...

Loose: Das stimmt. Dazu muss man sagen, dass bei Kevin Schöneberg auch andere Instanzen beteiligt waren. Da zeigt sich, dass sich im Verein alle gegenseitig helfen müssen, wie in diesem Fall eben auch die höheren Instanzen. Die haben sehr mitgeholfen, den Jungen wieder ins Boot zu holen. Das zeigt, dass die Zusammenarbeit und die Kommunikation im Verein sehr gut klappt.

Bei der Ursachenforschung nach dem großen Unterschied zwischen dem Auftreten der Mannschaft in dieser und der vorhergehenden Spielzeit kam die Sprache unweigerlich auf das Durchschnittsalter der Mannschaft, der ältesten der Liga.

Loose: Die Statistik belegt das, darum kann man diesen Ansatz nicht von der Hand weisen. Aber hier muss ich eine ganz große Lanze für meine älteren Spieler brechen. Die haben im Training immer voll mitgezogen, da gab es keine Wehwehchen oder Ähnliches. Die sind alle fit für die dritte Liga, und das ist für mich entscheidend.

Bei aller Fitness dürfte der Urlaub für alle bitter nötig sein. Wann geht es für die Spieler los?

Loose: Die Spieler haben sofort nach dem Spiel Urlaub – und wir sehen uns am 16. Juni wieder.

Und der Trainer...

Loose: ... ist immer erreichbar. Wir haben viele Gespräche geführt, vorgefühlt und wissen, was wir wollen. Ich gehe auch in Urlaub – den brauche ich, um die Akkus aufzuladen.

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