Dirk Haveloh verabschiedet sich von Rot-Weiß Nienborg
Drei Mädels statt elf Freunde

Heek-Nienborg -

Paula und Greta können es kaum abwarten, ihrem Papa wird stattdessen etwas mulmig in der Magengegend. Am Samstag steht Dirk Haveloh nämlich wieder an der Seitenlinie des Eichenstadions. Es geht um keinen Titel und auch nicht um den Klassenerhalt. Nein, dieses Mal soll gleichzeitig das letzte Mal sein. Vorerst jedenfalls. Der Übungsleiter feiert seinen Abschied bei Rot-Weiß Nienborg und gönnt sich eine Auszeit. Der Familie zuliebe.

Mittwoch, 04.06.2014, 19:06 Uhr

Die letzten Kommandos, die finalen Anweisungen ans Team, dann heißt es für Dirk Haveloh Abschied nehmen. Der Familie wegen gönnt sich der Übungsleiter als Vereinstrainer erst einmal eine Pause.
Die letzten Kommandos, die finalen Anweisungen ans Team, dann heißt es für Dirk Haveloh Abschied nehmen. Der Familie wegen gönnt sich der Übungsleiter als Vereinstrainer erst einmal eine Pause. Foto: sh

Drei Jahre lang hieß der Trainer im Nienborger Eichenstadion Dirk Haveloh. Dass dies in der kommenden Saison nicht mehr so sein wird, steht schon mehrere Monate fest. Haveloh hat sich ganz bewusst für eine Auszeit entschieden. Die Partie am Samstag gegen den B-Liga-Meister FC Vreden wird sein Abschiedsspiel. Ganz schwört er dem runden Leder allerdings dann doch nicht ab. Im WN-Gespräch berichtet der RWN-Coach über Familie, Fußball und reizvolle Aufgaben.

Dirk, der Abschied rückt näher. Mit welchen Gefühlen gehst du in dein letztes Spiel?

Dirk Haveloh: Es ist schon komisch, die Trainingswoche zu bestreiten und zu wissen: Am Pfingstsamstag ist nach dem Abpfiff erst einmal Schluss mit RWN. Denn hier, rund um das Eichenstadion, sind auch Freundschaften entstanden. Ich hoffe einfach auf einen positiven Saisonausklang und weiß schon jetzt, dass auch ein wenig Wehmut mit dabei sein wird. Aber zur Verstärkung nehme ich die Familie am Samstag einfach mit.

Deine Familie ist ein gutes Stichwort. Ihr zuliebe willst du kürzertreten. Wann reifte dieser Entschluss?

Haveloh: Als unsere zweite Tochter unterwegs war, habe ich meiner Frau Carina versprochen, mindestens ein Jahr lang eine Pause einzulegen. Ich möchte nun einfach auch mehr Zeit für meine drei Mädels haben. Und vielleicht kann ich dann auch mal ohne irgendwelche Verpflichtungen am Sonntag zum Fußball – wohin und wie ich will.

Wie bewertest du rückblickend deine Zeit in Nienborg ?

Haveloh: Aus sportlicher Sicht hatten wir sicherlich zu Beginn die Probleme, die ich auch so erwartet hatte. Aber: Wir haben uns in jedem Jahr steigern können. Da wir einen kompletten Neuaufbau nur mit eigenen Leuten gestartet haben, freut mich das besonders. Die Mannschaft hat sich insgesamt gut entwickelt. Ich glaube, wir haben hier in Nienborg als Team sehr gut funktioniert. Jetzt übergebe ich meinen Nachfolgern eine Mannschaft, die sicherlich ganz vorne in der Liga landen kann. Ich sehe in der kommenden Saison nämlich keine Übermannschaft wie den FC Vreden in diesem Jahr.

Wird am Samstag denn nur ein Abschied auf Zeit gefeiert? Oder ist der Kreisliga-Trainer Haveloh Geschichte?

Haveloh: Darüber habe ich mir noch keine großen Gedanken gemacht. Denn jetzt will ich erst einmal diese fast fußballfreie Zeit mit meiner Familie genießen. Aufgrund meiner Trainertätigkeit beim DFB-Stützpunkt bleibe ich ja noch buchstäblich am Ball. Und sicherlich werde ich irgendwann auch wieder als Vereinstrainer arbeiten. Wann das aber sein wird, werde ich mit meiner Familie zusammen entscheiden.

Wenn es dann wieder soweit ist: Welcher Job, welche Herausforderungen würden dich besonders reizen?

Haveloh: Es sollte auf jeden Fall eine Mannschaft mit Perspektive sein. Also ein Club, der Jugendlichen eine Chance bietet. Ich würde mir im Vorfeld gerne auch die A- und B-Jugend des jeweiligen Vereins anschauen, um junge Leute in die erste Mannschaft integrieren zu können. Eine junge Truppe zu trainieren und weiterzuentwickeln, das wäre sicher sehr reizvoll.

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