Erstes „Bengalo-Urteil“ im Tecklenburger Land
Pyros gezündet – hart bestraft

Tecklenburger Land -

Erstmals überhaupt tagte am vergangenen Mittwoch die Spruchkammer des Fußballkreises Tecklenburg, um das Abbrennen von Pyrotechnik zu verhandeln. Dabei wurde der Verein Preußen Lengerich zu einer Geldstrafe verurteilt, weil dessen Fans im Kreisliga-A-spiel in Laggenbeck mehrfach gezündelt hatten.

Freitag, 13.06.2014, 16:06 Uhr

Bengalos im Preußen-Block beim entscheidenden Spiel um die Meisterschaft der Kreisliga A in Laggenbeck. Für dieses regelwidrige Vergehen wurde der Verein jetzt von der Kreisspruchkammer bestraft.
Bengalos im Preußen-Block beim entscheidenden Spiel um die Meisterschaft der Kreisliga A in Laggenbeck. Für dieses regelwidrige Vergehen wurde der Verein jetzt von der Kreisspruchkammer bestraft. Foto: Uwe Wolter

Rauschwaden verhüllen einen ganzen Tribünenblock. Die Sicht ist gleich Null. Der Qualm zieht weiter auf den Rasen, so dass der Schiedsrichter das Spiel unterbrechen muss. Diese Bilder kennt wohl jeder aus dem TV oder hat sie auch schon live erlebt. Dabei ist das Zünden von Pyrotechnik in Deutschland strikt verboten, sowohl in Bundesliga-Stadien wie auch in der Kreisliga . Während das DFB-Sportgericht mittlerweile regelmäßig Profi-Vereine belangt, weil deren Fans wieder einmal gezündelt haben, hat diese Materie nun auch das Tecklenburger Land erreicht. Erstmals überhaupt tagte am vergangenen Mittwoch die Spruchkammer des Fußballkreises Tecklenburg , um das Abbrennen von Pyrotechnik zu verhandeln.

Am Pranger stand der SC Preußen Lengerich , dem im schriftlichen Verfahren eine Geldstrafe in Höhe von 150 Euro aufgebrummt wurde. Zudem muss der SCP die Verfahrenskosten tragen. Vorsitzender Roland Hennig machte bereits deutlich, dass der Verein das Urteil akzeptieren werde.

Am 1. Juni trat die erste Mannschaft der Preußen in der Kreisliga A bei Cheruskia Laggenbeck an. Bei einem Sieg wären die Lengericher vorzeitig Meister. Zahlreiche SCP-Anhänger begleiteten ihre Mannschaft und feuerten sie an – allerdings nicht nur lautstark, sondern auch mit der verbotenen Pyrotechnik. Bengalos oder Rauchtöpfe, die das Laggenbecker Stadion in blau-weißen Nebel hüllten, wurden gezündet wie auch kleinere Feuerwerkskörper. Dabei qualmte es nicht nur einmal, sondern nach dem 0:1 in der ersten und dem 0:3 in der zweiten Halbzeit.

Der Schiedsrichter verfasste daraufhin einen Sonderbericht. Zudem nahm die anwesende Staffelleiterin Mechtild Beckmann diese strikt verbotenen Aktivitäten im Preußen-Block wahr.

Da die Sachlage eindeutig war, hatte Preußen-Vorsitzender Roland Hennig die Kammer um ein schriftliches Verfahren gebeten. Diesem Antrag wurde stattgegeben. An einer Strafe kamen die Preußen aber nicht vorbei.

Kreisspruchkammer-Vorsitzender Horst Gerseker (Lienen) erklärte, dass der Verband Pyrotechnik in keinster Weise akzeptieren und hart dagegen vorgehen werde. Die Verbandsspruchkammer hat in ähnlichen Fällen bereits 500 Euro Strafe für das einmalige Zünden ausgesprochen. „Die Preußen wären da mit 1000 Euro belangt worden, weil die Anhänger eben in der ersten und zweiten Halbzeit, also zwei Mal, gezündelt haben“, macht Gerseker deutlich.

In Kürze muss die Kreisspruchkammer wegen des gleichen Deliktes übrigens erneut tagen. Auch in der Kreisliga-B-Partie TuS Tecklenburg und GW Lengerich am 1. Juni sollen Kobbo-Fans gezündelt haben.

Deshalb erklärte der Kammer-Vorsitzende, dass ab der neuen Saison auch der Fußballkreis Tecklenburg solche Vergehen rigoroser ahnden wird. „Währet den Anfängen“, stellt Gerseker klar. „Der DFB duldet keine Ausnahmen und ist in diesem Punkt sehr sensibel. Auf der Fußballerabschlusstagung des Tecklenburger Landes im vergangenen Jahr habe ich alle Anwesenden bereits darauf aufmerksam gemacht. Ich werde das Thema auch bei der nächsten Sitzung ansprechen. In Zukunft werden auch wir von der Kreisspruchkammer härter dagegen vorgehen.“

 

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