Hartes Urteil der Kreisspruchkammer des Tecklenburger Landes gegen SC Halen
Lange Sperren, hohe Geldstrafen und Punktabzüge

Tecklenburger Land -

Das ist happig. Tief in die Vereinskasse greifen muss der SC Halen. Zudem werden der zweiten und dritten Mannschaft zahlreiche Punkte abgezogen, und schließlich darf der Trainer der dritten Mannschaft bis zum 12. März 2015 keine Funktionärstätigkeit im Fußballverband ausüben. Das hat die Kreisspruchkammer (KSK) des Tecklenburger Landes am Mittwochabend entschieden. Und noch mehr.

Donnerstag, 13.11.2014, 19:11 Uhr

Das ist happig. Tief in die Vereinskasse greifen muss der SC Halen . Zudem werden der zweiten und dritten Mannschaft zahlreiche Punkte abgezogen, und schließlich darf der Trainer der dritten Mannschaft bis zum 12. März 2015 keine Funktionärstätigkeit im Fußballverband ausüben. Das hat die Kreisspruchkammer ( KSK ) des Tecklenburger Landes am Mittwochabend entschieden. So drastisch die Strafen anmuten, das Gesamturteil fällt sogar noch milde aus. Deshalb hat der SC Halen die Entscheidung akzeptiert, das Urteil ist rechtskräftig. Wären höhere Instanzen eingeschaltet worden, wäre sogar ein Komplettausschluss des Vereins möglich gewesen.

Im Verlauf der Verhandlung wurde deutlich, dass Vorstand, Fußballobmann und Trainer des SC Halen in mehreren Fällen vorsätzlich gehandelt haben. „Für uns war gar nichts anderes möglich, als diese Strafen auszusprechen“, erläuterte Kammervorsitzender Horst Gerseker aus Lienen. „So etwas habe ich überhaupt noch nicht erlebt.“

Die KSK-Sitzung am Mittwoch hat eine nahezu unglaubliche Vorgeschichte: Im vergangenen Jahr haben zwei Jugendtrainer des SC Halen, die auch für SF Lotte tätig waren, Spieler ohne Berechtigung vereinsübergreifend eingesetzt. Dafür wurden die beiden von der Jugend-Kreisspruchkammer jeweils für zwei Jahre bis zum 3. Juni 2016 für alle Aktivitäten als Funktionär wie auch als Spieler gesperrt. Die Bezirksspruchkammer hat dieses Urteil bestätigt.

In der neuen Saison wurden beide Akteure dennoch in der zweiten und dritten Mannschaft des SC Halen eingesetzt. Nach der mit 2:5 verloren Partie der Kreisliga C1 am 21. September hat Westfalia Hopsten IV Einspruch gegen die Spielwertung eingelegt.

Damit kam der Stein ins Rollen. Die Staffelleiter der C1, Friedel Upmann, und der C3, Gisbert Grotemeier, kontrollierten alle Spielberichte und stellten dabei fest, dass der Akteur der dritten Halener Mannschaft in der C1 sieben Mal und der in der Zweiten in der Staffel 3 insgesamt sechs Mal ohne Spielberechtigung eingesetzt worden waren.

Pikant: Nach dem Einspruch von Westfalia Hopsten hat Staffelleiter Upmann den Fußballobmann des SC Halen informiert, wenig später Horst Gerseker auch den Halener Vorsitzenden. Beide beteuerten seinerzeit, nichts von dem Vorgang gewusst zu haben. Eine Reaktion blieb aber aus, beide Akteure spielten weiter. Selbst nach der Ladung zur Kreisspruchkammer mit Poststempel vom 18. Oktober, in der noch einmal auf die Sperre hingewiesen wurde, wurden beide Spieler eingesetzt.

Das wertete die Kreisspruchkammer letztlich als Vorsatz. Einen Grund für Milde sah sie deshalb nicht, wenn sie auch bei Weitem nicht die Höchststrafe aussprach. An der Schuld des SC Halen blieb während der Beweisaufnahme kein Zweifel.

Die ursprünglich angesetzte Kammersitzung am 29. Oktober war vertagt worden, da sowohl der Fußballobmann als auch der Trainer der dritten Mannschaft nicht erschienen waren. Strafe seinerzeit je 50 Euro für die beiden abwesenden Protagonisten sowie 131 Euro Verfahrenskosten. Am Mittwoch nun wurde getagt. Dabei kam es zu folgendem Urteil:

500 Euro Geldstrafe sowie Zahlung von 129,75 Euro Verfahrenskosten. Der Trainer der dritten Mannschaft nahm alle Schuld auf sich und erklärte, gegen die Anweisung des Vorstandes gehandelt zu haben. Er wurde zu einer viermonatigen Funktionssperre bis zum 12. März verdonnert. Die Saison im neuen Jahr startet erst am 15. März wieder. So hält sich diese Sperre in Grenzen. „Da haben wir alle Hühneraugen zugedrückt“, meinte Horst Gerseker. Alle Punkte, die die beiden C-Liga-Teams in den sechs beziehungsweise sieben Spielen eingefahren haben, werden aberkannt. Und natürlich bleiben die beiden betroffenen Spieler für zwei Jahre bis zum 3. Juni 2016 gesperrt.

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