RW Ahlen
Toleranz hat ihre Grenzen

Ahlen -

Nur zu gerne hätte Marco Antwerpen die Dinge schnell wieder zurechtgerückt nach der enttäuschenden Niederlage in Zweckel – doch dazu besteht angesichts des Spielausfalls gegen SuS Neuenkirchen in diesem Jahr keine Gelegenheit mehr. Der Trainer von RW Ahlen läuft sich trotzdem noch einmal warm und kritisiert fehlende Konzentrationsfähigkeit, die Gegentorquote und Problemfans.

Freitag, 12.12.2014, 07:00 Uhr

Korrekturversuche: RW Ahlens Trainer Marco Antwerpen musste zuletzt in Zweckel mehr von außen eingreifen, als ihm lieb war Das seine Kicker die Anweisungen zu wenig beherzigten, war ihm erst recht ein Dorn im Auge.
Korrekturversuche: RW Ahlens Trainer Marco Antwerpen musste zuletzt in Zweckel mehr von außen eingreifen, als ihm lieb war Das seine Kicker die Anweisungen zu wenig beherzigten, war ihm erst recht ein Dorn im Auge. Foto: Marc Kreisel

Dass er dieses Weihnachten ohne die noch immer nicht behobene Insolvenz unterm Tannenbaum verbringt, von diesem frommen Wunsch hat sich Dirk Neuhaus längst verabschiedet. Immer wieder hatte der Vorsitzende von Rot-Weiß Ahlen ein baldiges Ende des leidigen Themas in Aussicht gestellt.

Allmählich aber ist Neuhaus so etwas wie Resignation anzumerken. „Ich lasse den Dingen ihren Lauf“, erklärte der RWA-Chef jüngst. Mehr als die Dinge persönlich, telefonisch und schriftlich zu begleiten und auf die Dringlichkeit hinzuweisen, könne er nicht tun. Aktuell gibt es den Entwurf eines Insolvenzplans, bei dem aber formal-juristisch noch nicht alles stimmt. Deshalb dauere das Verfahren an. „Irgendwann“, sagt Neuhaus, „ist es dann vielleicht mal soweit“. Aber wann? Einen Zeitraum mag er nicht mehr nennen – zu frustrierend sei der Prozess, der eigentlich kaum einer ist.

Derweil hat Neuhaus eine andere Entwicklung ausgemacht, die ihn ebenfalls bedenklich stimmt. „Das Auftreten unserer Mannschaft in der ersten Hälfte gegen Zweckel war arrogant und sehr enttäuschend. So einfach marschiert man nicht mal eben durch die Oberliga“, prangert Dirk Neuhaus an. Überheblichkeit wolle er den Seinen nicht vorwerfen, entgegnet indes Marco Antwerpen . Den Tenor seines Vorgesetzten aber teilt er im Grunde genommen. „In den letzten beiden Auswärtsspielen sind Fehler wieder aufgetaucht, die wir eigentlich abgestellt hatten und die inzwischen sehr untypisch für uns waren. Wir haben Zweckel dadurch gezwungen, gegen uns zu gewinnen“, sinniert der Trainer.

Mit „drei kapitalen Böcken“, die den Gegentreffern jeweils vorausgingen, habe sich seine Elf die zweite Saison-Niederlage selbst zuzuschreiben. Die Gegentorquote hat mit nun 18 kassierten Buden einen Wert erreicht, den Antwerpen nicht mehr tolerierbar findet.

Aussetzer und Konzentrationsmängel macht er für die Rückschläge verantwortlich. Das habe – wie im Fall von Yannick Langesberg, der gegen Zweckel erstmals wieder in der Innenverteidigung spielte – auch nichts mit fehlender Spielpraxis zu tun. „Man muss bis zum Ende hin immer fokussiert bleiben“, unterstreicht Antwerpen. Doch gerade in dieser Hinsicht offenbarte ein Teil seines Personals zuletzt Schludrigkeit.

Wäre die letzte Partie des Jahres gegen SuS Neuenkirchen nicht abgesagt worden, wäre Rene Lindner wieder in die Startformation gerückt. Denn auch Kordian Rudzinski wusste vor 14 Tagen gegen Sprockhövel nicht zu überzeugen, verschuldete ein Gegentor. „Bei uns muss man Leistung bringen. Beide habe ihre Chance gekriegt und in beiden Fällen hat es nicht funktioniert“, sagt Antwerpen.

Offensiv zeigte sein Team in Zweckel zumindest in den zweiten 45 Minuten, was möglich ist. „Wir haben versucht Fußball zu spielen, dabei aber vergessen, dass wir den Gegner bekämpfen müssen“, so Antwerpen. Das findet er ebenso wenig Akzeptabel wie die jüngsten Ausschreitungen durch einige Anhänger. „Wir als Verein wollten uns anders darstellen. Dazu gehören auch die Fans. Von einigen aber wird der Fußball als Plattform für Gewalt genutzt. Wir als Mannschaft verurteilen das.“

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