Fußball | Kreisliga A: Interview mit Simon Artmann - ASC Schöppingen
Das Glas ist halb leer

Gronau -

Diese Vertragsverlängerung war wirklich nur reine Formsache. Denn wenn es eine Mannschaft gab, die in der Hinrunde angenehm zu überraschen wusste, dann sicherlich der Aufsteiger ASC Schöppingen. Simon Artmann und sein Co-Trainer Tobias Haverkock hängen also ein weiteres Jahr dran. Was jetzt zum Abschluss der Hinrunde noch fehlt, ist ein Auswärtssieg beim Tabellenvierten Adler Buldern. Quasi das i-Tüpfelchen. Dann heißt es an der Vechte: Schöne Bescherung!

Freitag, 12.12.2014, 18:00 Uhr

Noch mehr Tore fordert ASC-Trainer Simon Artmann von seinen Stürmern in der Rückrunde. Denn zu oft ist es den Schöppingern passiert, den Sack nicht vorzeitig zugemacht zu haben.
Noch mehr Tore fordert ASC-Trainer Simon Artmann von seinen Stürmern in der Rückrunde. Denn zu oft ist es den Schöppingern passiert, den Sack nicht vorzeitig zugemacht zu haben. Foto: sh

Still und heimlich hat Fußball-A-Ligist ASC Schöppingen die Verträge mit seinem Trainergespann Simon Artmann und Tobias Haverkock verlängert. Rund ums Vechtestadion machen sie kein großes Brimborium darum. Sie wollen Taten auf dem Rasen präsentieren. Und das taten die Grün-Weißen in der Regel. Morgen endet die Hinrunde. WN-Mitarbeiter Nils Reschke sprach zuvor mit Trainer Simon Artmann über die erstaunliche Entwicklung in Schöppingen . Denn solch besinnliche Weihnachten haben sie in der Vechtestadt aus sportlicher Sicht schon lange nicht mehr gefeiert.

Als Liganeuling gleich so durchzustarten – damit mussten doch alle Beteiligten zufrieden sein?

Simon Artmann: Ich denke schon, dass auch die Vereinsverantwortlichen die Trainerarbeit honorieren. Aber wir haben hier gemeinsam gute Arbeit geleistet. Vorstand, Spieler, Tobias Haverkock und ich sind als ein Team aufgetreten. Zudem fühle ich mich hier beim ASC sehr wohl. Selbstverständlich ist das aber alles nicht.

Wie meinst du das?

Artmann: Dazu muss man doch nur anderthalb Jahre zurückblicken. Als der Verein in die Kreisliga B abgestiegen ist, war er fast tot. Jetzt sind wir in der A-Liga zurück, spielen zumindest schon mal vorne mit. Und die Entwicklung der Mannschaft ist noch nicht abgeschlossen. Auch deswegen wollen wir den erfolgreichen Weg fortsetzen.

Du hast angesichts dieser rasanten Entwicklung angekündigt, die Ziele nach Abschluss der Hinrunde etwas zu korrigieren. Machst du für die WN eine Ausnahme und verrätst unseren Lesern schon vor dem letzten Spiel, auf was sie sich beim ASC im neuen Jahr freuen dürfen?

Artmann: Mit dem Klassenerhalt brauchen wir in Schöppingen jedenfalls niemanden mehr zu kommen (lacht). Formulieren wir es so: Im neuen Jahr gilt es, die Punktzahl der Hinrunde zu bestätigen. Wenn uns das gelingt, wenn damit dann zwangsläufig ein guter einstelliger Tabellenplatz herausspringt, dann haben wir eine gute Saison gespielt.

Welche Gefahren lauern in der Rückrunde auf eure Mannschaft?

Artmann: Viele. Verletzungen kannst du nicht beeinflussen. Sperren werden hinzukommen. Es wird immer Umstellungen geben. Somit sind auch alle gefordert, noch eine Schippe draufzulegen. Unsere Offensivspieler müssen fleißiger werden, das eine oder andere Mal vorm Tor nicht zu egoistisch sein. Ich erwarte deutlich mehr Treffer. Da ist noch reichlich Potenzial vorhanden. Und natürlich dürfen wir noch lange nicht mit dem Erreichten zufrieden sein. Der alte Spruch stimmt auch heute mehr denn je: Ohne Fleiß kein Preis!

Bislang wurde zwar nur ein Spiel verloren, aber mit deiner Kritik wurdest du zuletzt sehr deutlich. Ist das Glas in Schöppingen also mehr halb leer als halb voll?

Artmann: Natürlich sind wir grundsätzlich sehr zufrieden mit der Hinrunde. Doch wer die einzelnen Punktverluste genauer betrachtet, wird auch feststellen: Die meisten Zähler haben wir vor allem aufgrund unserer Leichtfertigkeit vergeben. Das passt mir gar nicht.

Das bedeutet: Es wäre sogar noch mehr möglich gewesen?

Artmann: Ganz sicher sogar. Alleine drei Spiele fallen mir spontan ein, in denen wir unsere Gegner klar beherrschen, klar führen, aber die endgültige Entscheidung verpassen. Die Chancen dazu waren immer da. Und auf einmal, ob nun durch einen Standard oder eine zweifelhafte Schiedsrichterentscheidung, ist das gegnerische Team wieder da, steht es wieder unentschieden. Für solche Nachlässigkeiten sind wird bestraft worden. Dann ist es schwer, den Schalter noch mal umzulegen. Für einen ambitionierten Trainer mit einer guten Mannschaft ist das Glas also immer halb leer. Zumindest solange, bis man Tabellenführer ist.

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