Fußball-Regionalliga: RW Ahlen zu Gast an der Hafenstraße
Antwerpen fordert in Essen neue Mentalität

Ahlen -

Fünf Punkte und ein zehnfach höherer Etat trennen Rot-Weiß Essen und Rot-Weiß Ahlen in der Fußball-Regionalliga. Am Samstag treffen der Krösus und der Underdog aufeinander. Ein ungleiches Duell?

Freitag, 23.10.2015, 14:10 Uhr

Benjamin Kolodzig (rechts) fungierte zuletzt gegen die SSVg Velbert als Rechtsverteidiger. In Essen könnte er von Rückkehrer Max Dahlhoff aus der Startelf verdrängt werden.
Benjamin Kolodzig (rechts) fungierte zuletzt gegen die SSVg Velbert als Rechtsverteidiger. In Essen könnte er von Rückkehrer Max Dahlhoff aus der Startelf verdrängt werden. Foto: Marc Kreisel

„Nach der Tabellensituation sind wir mit Essen quasi auf Augenhöhe“, wird Damir Ivancicevic in einem Interview auf der Homepage von RW Ahlen zitiert.

Die Bestandsaufnahme des Stürmers ist ebenso richtig wie schmerzlich. Ein Kompliment ist sie nicht. Denn dass sich die Ahlener mit dem Traditionsverein aus dem Revier auf Augenhöhe bewegen, heißt, dass sie sich mitten im Abstiegskampf befinden.

Das freilich ist für Essen weitaus besorgniserregender, als es für den Aufsteiger von der Werse der Fall ist. RWE-Vorsitzender Michael Welling sprach unlängst von einer „Seuchensaison“. Doch auch in Ahlen sind die Verantwortlichen gegenwärtig alles andere als zufrieden – allen voran Trainer Marco Antwerpen . „Es macht sich allmählich bemerkbar, dass viele Vereine einen höheren Etat zur Verfügung haben, dass deren Voraussetzungen wesentlich besser sind“, hält Ahlens Trainer nach 13 Spieltagen nüchtern fest.

Trotzdem liegt der Gegner, der die Ahlener am Samstag ab 14 Uhr im Stadion an der Hafenstraße empfängt, nur fünf Punkte entfernt – und das bei einem rund zehnfach höheren Etat . Während RWA mit etwa 350 000 Euro auskommen muss, hat RWE dem Vernehmen nach etwa 3,4 Millionen Euro zur Verfügung. „In keiner anderen Liga gibt es größere Unterschiede zwischen den Teams – nicht einmal in der Bundesliga“, behauptet Marco Antwerpen .

Zeiten des Wandels in Essen - das neue RWE-Stadion

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  • Ein Blick von der alten Haupttribüne auf das neue RWE-Stadion.

    Foto: Mirko Ludwig
  • Impression aus der alten RWE-Geschäftsstelle.

    Foto: Mirko Ludwig
  • Vorne links zu sehen ist der alte Spielertunnel, das neue Stadion (im Hintergrund) wurde auf einem erhöhten Untergrund erbaut.

    Foto: Mirko Ludwig
  • Erinnerungen an große Essener Spielerpersönlichkeiten in der alten RWE-Geschäftsstelle.

    Foto: Mirko Ludwig
  • In der Stadt herrscht eine große Identifikation mit RW Essen.

    Foto: Mirko Ludwig
  • Zeiten des Wandels bei RW Essen: An der Hafenstraße wird 2013 endgültig das neue Stadion fertiggestellt.

    Foto: Mirko Ludwig
  • Alt und Neu auf einen Blick: Links eine alte Tribüne, hinten die neue Spielstätte.

    Foto: Mirko Ludwig
  • Hier entsteht die letzte noch fehlende Tribüne des neuen Stadions - im Hintergrund zu sehen ist eine alte Tribüne.

    Foto: Mirko Ludwig
  • Die großen sportlichen Erfolge von RW Essen liegen lange zurück.

    Foto: Mirko Ludwig
  • Das neue Stadion wird 2013 endgültig fertiggestellt, die alte Spielstätte daneben wird komplett abgerissen.

    Foto: Mirko Ludwig
  • Das neue Stadion wird 2013 endgültig fertiggestellt, die alte Spielstätte daneben wird komplett abgerissen.

    Foto: Mirko Ludwig
  • Das neue Stadion wird 2013 endgültig fertiggestellt, die alte Spielstätte daneben wird komplett abgerissen.

    Foto: Mirko Ludwig
  • Das neue Stadion wird 2013 endgültig fertiggestellt, die alte Spielstätte daneben wird komplett abgerissen.

    Foto: Mirko Ludwig
  • Blick aus dem Spielertunnel ins neue Stadion.

    Foto: Mirko Ludwig
  • Das neue Stadion wird 2013 endgültig fertiggestellt, die alte Spielstätte daneben wird komplett abgerissen.

    Foto: Mirko Ludwig
  • Rund 900 Gäste passen in den VIP-Bereich des neuen Stadions.

    Foto: Mirko Ludwig
  • Blick von der neuen Haupttribüne auf das alte Stadion.

    Foto: Mirko Ludwig
  • Die neue Haupttribüne im Essener Stadion.

    Foto: Mirko Ludwig
  • In dieser alten Turnhalle wurden bis vor Kurzem die Pressekonferenzen abgehalten.

    Foto: Mirko Ludwig
  • In dieser alten Turnhalle wurden bis vor Kurzem die Pressekonferenzen abgehalten.

    Foto: Mirko Ludwig
  • Den Flair längst vergangener Tage verbreiten die Behandlungsräume in der alten Haupttribüne.

    Foto: Mirko Ludwig
  • Den Flair längst vergangener Tage verbreiten die Behandlungsräume in der alten Haupttribüne.

    Foto: Mirko Ludwig
  • Den Flair längst vergangener Tage verbreiten die Behandlungsräume in der alten Haupttribüne.

    Foto: Mirko Ludwig
  • Ausgedient haben nunmehr die Kabinen in der alten Haupttribüne.

    Foto: Mirko Ludwig
  • Ein Andenken an die RWE-Spielerlegende Willi „Ente“ Lippens?

    Foto: Mirko Ludwig

Sei’s drum: Er muss versuchen, die finanziellen Unterschiede zur Konkurrenz irgendwie zu kompensieren. „Mentalität kann Qualität schlagen“, sagt der angehende Fußballlehrer . Und genau das soll seine Mannschaft nun unter Beweis stellen. Zunächst am Samstagnachmittag an der Hafenstraße, als nächstes dann unter Flutlicht am kommenden Freitag, 30. Oktober, daheim gegen Fortuna Düsseldorfs U23. „Ich erwarte, dass die Spieler eine ganz andere Mentalität an den Tag legen“, sagt Marco Antwerpen. Beim 1:2 zuletzt gegen Velbert hatte seine Elf auf ganzer Linie enttäuscht, war bei ihr kaum ein Aufbäumen zu erkennen gewesen.

Damir Ivancicevic warnt derweil davor, daraus voreilige Schlüsse zu ziehen. „Abschreiben sollte man uns erst, wenn am Saisonende nichts mehr möglich ist“, sagt der Angreifer, der selbst von 2009 bis 2014 in Essen unter Vertrag stand. Dazu aber braucht es deutlich mehr defensive Stabilität. „Im Moment sollte sich keiner auf den anderen verlassen. Jeder, der auf dem Platz steht, trägt Verantwortung“, unterstreicht Marco Antwerpen. Insofern dürfe niemand im Team dem neu verpflichteten Routinier Rico Weiler im Abwehrverbund allein die Hauptlast des Toreverhinderns aufbürden. „Auf lange Sicht wird er uns helfen“, prognostiziert der RWA-Trainer. Aktuell aber sei Weiler anzumerken, dass er fünf Monate nicht gespielt habe. Nicht ganz so lange aussetzen mussten Rouven Meschede und Max Dahlhoff nach ihrer im Westfalenpokal erworbenen Sperre. Beide sind in Essen für die Startformation vorgesehen.

Unterdessen ist ein rasches Ende des Insolvenzverfahrens nicht abzusehen. Jüngst meldete sich Ex-Mäzen Peter Evers zu Wort, der dem Verein im März 2011 mit einem Darlehen von 500 000 Euro unter die Arme gegriffen hatte. Ein Teil der Summe soll zweckgebunden für die Jugendabteilung des Vereins vorgesehen gewesen sein, sei dort aber nie angekommen, behauptet Evers. Der Bauunternehmer aus Erwitte befindet sich deshalb mit Insolvenzverwalter Michael Mönig in einer juristischen Auseinandersetzung. Erst eine Einigung könnte die finale Behebung des Insolvenzverfahrens einleiten. Danach aber sieht es aktuell nicht aus. „Die Insolvenz von RW Ahlen könnte selbst in drei Jahren nicht beendet sein“, wurde Evers erst diese Woche zitiert.

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