Regionalliga: RW Ahlen feiert bemerkenswerte Wiederauferstehung
Am eigenen Schopf aus dem Sumpf

Ahlen -

Wie schnell sich doch die Stimmung drehen kann. Vor einigen Wochen musste man etwas Angst haben um die Regionalliga-Fußballer von Rot-Weiß Ahlen. Die wussten kaum noch, wie sich ein Sieg anfühlt. Nach dem nunmehr dritten in Folge hat sich die Elf von Marco Antwerpen am eigenen Schopf aus dem Sumpf gezogen – und offenbar bis zur Winterpause einiges vor.

Montag, 16.11.2015, 19:11 Uhr

Blitzbeförderung: Vergangene Woche hatte Nils Hönicke nach langer Verletzungspause seinen ersten Einsatz in der Kreisliga B. Nun reichte es schon für eine Einwechslung in der Regionalliga.
Blitzbeförderung: Vergangene Woche hatte Nils Hönicke nach langer Verletzungspause seinen ersten Einsatz in der Kreisliga B. Nun reichte es schon für eine Einwechslung in der Regionalliga. Foto: Marc Kreisel

Mäuschen müsste man sein. Dann hätte man nach dem Schlusspfiff gegen Viktoria Köln sicher so einiges im Kabinentrakt des Wersestadions aufschnappen können. Dem Vernehmen nach schallte es aus beiden Umkleiden recht lautstark heraus. Bei den Rot-Weißen, weil sie ihren 2:0-Sieg feierten . Bei den Kölnern, weil Trainer Tomasz Kaczmarek offenbar Dampf ablassen musste.

RW Ahlens Sieg über Viktoria

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Wenige Minuten später war der Viktoria-Coach zwar immer noch enttäuscht, saß aber äußerlich ziemlich gelassen bei der Pressekonferenz und erwies sich dort als fairer Verlierer, gratulierte gar zu einem „verdienten Sieg“ der Ahlener, obwohl die Partie genauso gut unentschieden hätte enden können. „Ahlen ist in sehr guter Verfassung. Das haben die letzten Partien gezeigt. Wir wussten also, was uns hier erwartet. Nur hat man leider überhaupt nicht gesehen, dass wir das wussten", suchte Kaczmarek die Schuld bei den Seinen. Der Frust saß bei ihm auch deshalb so tief, weil es nicht das erste Mal war, dass die Viktoria überraschend Punkte ließ. „Immer wenn wir auf einem guten Weg sind, finden wir eine Möglichkeit, uns das zu verderben“, so der Coach des auf Platz fünf abgerutschten Gastes.

Gut lachen nach dem dritten Sieg hintereinander hatte dagegen Marco Antwerpen . Weil sich seine Elf von den Abstiegsplätzen verabschiedete und nun auf Rang 13 liegt. Weil sie sich quasi selbst aus dem Sumpf herausgezogen hat. Wer hätte das noch vor wenigen Wochen geglaubt? Und dann war der Dreier gegen Köln ja auch noch durch ein Standardtor eingeleitet worden. Ausgerechnet. „Ein Standard, wie er uns selbst schon so oft getroffen hat in dieser Saison“, sagte Antwerpen schmunzelnd. Der RW-Coach hat eben noch nicht vergessen, dass seine Mannschaft einige Punkte mehr auf dem Konto hätte, wenn sie zu Saisonbeginn weniger Treffer von der Marke kassiert hätte, wie sie ihn diesmal beim 1:0 durch René Lindner selbst schoss: Freistoß, Kopfball, Tor. Einfach, aber effektiv. Herausragend war für Antwerpen aber nicht die Tatsache, dass die Ahlener nun selbst solche Tore machen. Es war die Defensivleistung, die er lobte. Die wichtigste Erkenntnis für die nächsten Spiele aber war die: „Siege bringen immer Selbstbewusstsein. Das ist gewachsen bei uns.“

Wenn wir kämpfen und beißen, geht es.

Timo Achenbach

In die selbe Kerbe schlugen auch die Spieler. „Wenn wir kämpfen und beißen, geht es“, sagte Timo Achenbach. „Wir wussten, je länger wir die Null hinten halten, desto eher können wir auch gegen die was mitnehmen.“ Noch etwas forscher war Rückkehrer Nils Hönicke. Der hatte vergangene Woche sein erstes Spiel nach langer Zeit für Rot-Weiß Ahlen gemacht. Allerdings für die Zweite. Nun, gegen Köln, kam er schon wieder in der Regionalliga zum Einsatz, wenn auch nur als Einwechselspieler. „Mit uns ist noch zu rechnen“, sagte der Flügelflitzer auf die Frage, was bis zur Winterpause drin ist für die Rot-Weißen, zu denen er nun selbst wieder gehört. „Viktoria war beileibe keine Laufkundschaft. Auch gegen Lotte, Gladbach und Aachen werden wir sicher nicht auf ein Unentschieden setzen. Wir wollen einfach in jedem Spiel gewinnen, denn das ist das absolut Schönste im Fußball“, formulierte er selbstbewusst. Klingt, als wäre da einer auf den Geschmack gekommen.

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