Fußball: Regionalliga West
Kruphölter will Köpfe der Spieler freikriegen

Ahlen -

Für die beiden letzten Spiele der Saison steht Andree Kruphölter als Trainer bei Rot-Weiß Ahlen am Seitenrand. Angesichts der Umstände übernimmt er eine intensive Aufgabe. Derweil bekennt sich ein Spieler zum Verein.

Donnerstag, 19.05.2016, 17:05 Uhr

Als Psychologe und Motivator ist Andree Kruphölter mehr denn je gefragt. Der bisherige A-Jugend-Coach übernimmt für die letzten beiden Spiele den Trainerjob bei RWA.
Als Psychologe und Motivator ist Andree Kruphölter mehr denn je gefragt. Der bisherige A-Jugend-Coach übernimmt für die letzten beiden Spiele den Trainerjob bei RWA. Foto: Marc Kreisel

Ein Boykott des Auswärtsspiels in Mönchengladbach ist wohl vom Tisch. „Ich denke, dass wir am Samstag antreten werden“, sagt Andree Kruphölter . Er sollte es wissen. Nach der Freistellung von Marco Antwerpen und Uwe Peters hat Dirk Neuhaus im nächsten Schritt den bisherigen Coach der A-Jugend für die letzten Spiele der Saison zum neuen Cheftrainer befördert.

„Ich bin schon lange im Verein und fühle mich ihm verbunden. Von daher ist es für mich eine Selbstverständlichkeit, dass ich jetzt zehn Tage lang aushelfe“, sagt Kruphölter , der nach dem Anruf des Vorsitzenden nicht zögerte und umgehend zusagte. Damit hat sich Krup­hölter, der auch weiterhin die A-Junioren in der Westfalenliga betreuen wird, allerdings gleich mal einer richtig intensiven Aufgabe angenommen.

Kruphölters wichtigste Aufgabe: Sprechen, sprechen, sprechen

Denn die Begleitumstände könnten kaum unvorteilhafter sein, um in Ruhe mit einer Mannschaft zu arbeiten. Genau diesen Zustand möchte der Coach aber wiederherstellen. „Meine große Aufgabe ist es, dass die Jungs alles, was gerade drum herum passiert, ausblenden und sich nur auf das Wesentliche konzentrieren“, betont Kruphölter, der von Torsten Lenz unterstützt wird.

Der Auftrag ist unterdessen klar umrissen: „Unser Fokus liegt darauf, dass wir in Gladbach punkten.“ Um die Misstöne im Umfeld auf ein Minimum herunterzudimmen, redet sich der Übergangstrainer den Mund fusselig. Er werde „viele, viele Gespräche führen“ – vor allem mit den Spielern, „die aufgrund ihres Charakters eine besonders wichtige Rolle einnehmen“.

Dabei gilt es für Andree Kruphölter auch herauszufiltern, wer bereit ist, sich vorbehaltlos der Mission Klassenerhalt zu stellen und wessen Motivation vielleicht dann doch eher nur sparsam ausgeprägt ist. Ob das Personal, das in seinem offenen Brief „massive Konsequenzen“ angekündigt hat, wirklich ernst macht, kann auch Kruphölter gegenwärtig kaum verlässlich einschätzen. Sollten die Spieler ihre Forderungen nicht erfüllt sehen, behalten sie sich irgendeine Form des Protests vor, ist aus Mannschaftskreisen zu hören.

Meschede bekennt sich zu RW Ahlen

Bis Samstag aber versucht Andree Krup­hölter so viele Wogen wie nur irgendmöglich zu glätten, um eine Elf auf den Rasen zu schicken, für die der Kampf um den Verbleib in der Regionalliga tatsächlich ein echtes Anliegen ist. „Die Jungs haben in dieser Saison schon gezeigt, dass sie es können. Wir müssen sehen, dass sie am Samstag in der Lage dazu sind, das wieder abzurufen“, so Kruphölter.

Gegenseitige Vorwürfe und Diskussionen seien kontraproduktiv. „Das muss wieder weg von der Bildfläche. Es gibt jetzt Dinge, die wichtiger sind“, unterstreicht Andree Kruphölter.

Unterdessen hat sich Rouven Meschede aller Unruhe zum Trotz für einen Verbleib bei Rot-Weiß Ahlen ausgesprochen. Offerten anderer Clubs habe er bereits ausgeschlagen. „Ich fühle mich wohl hier in Ahlen. Niemand will absteigen. Ich gehe davon aus, dass wir in Mönchengladbach gewinnen“, sagt Rouven Meschede. Es ist die Art von Zuspruch und Selbstvertrauen, die RWA derzeit gut gebrauchen kann.

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