Fußball | EM-Erinnerungen: Die Euro 1988
Come on you Boys in Green

Sechs Minuten waren gerade einmal verstrichen, da jubelte der Underdog. Das Duell gegen England gewannen die Iren 1988 zum Auftakt der EM in Deutschland sensationell. Irre! Das Halbfinale verpassten die Boys in Green anschließend auf tragische Art und Weise – sechs Minuten vor dem finalen Pfiff. Trotzdem ist bei WN-Mitarbeiter Nils Reschke etwas geblieben: Sein Fußball-Herz schlägt seitdem auch immer ein wenig irisch.

Samstag, 11.06.2016, 09:00 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 11.06.2016, 09:00 Uhr
Irland ist bereit: Für die Boys in Green bedeutet die Euro in Frankreich die zweite EM-Teilnahme.
Irland ist bereit: Für die Boys in Green bedeutet die Euro in Frankreich die zweite EM-Teilnahme. Foto: dpa

Bonjour Paris! Und gleichzeitig auch: Pardon! Zu mehr reicht mein Französisch leider nicht. Großes Latinum ist das Stichwort. Halb so wild, Fußball kennt ja nur eine Sprache. Und die stottert noch gewaltig. Oder geht nur mir das so? Echtes EM-Feeling will noch nicht so recht aufkommen. Bei unseren Nachbarn sähe das ganz anders aus – nämlich orange. Wenn, ja wenn die Niederlande die einfachste Qualifikation aller Zeiten gepackt hätten. Hat die Elftal aber nicht. Stattdessen spielen nun bei der Euro in Frankreich die Fußballgroßmächte aus Island, Nordirland und Albanien mit. Insgesamt sogar 24 Nationen: EM-Premiere.

Irlands EM-Premiere emotionale Achterbahnfahrt

Vor fast drei Jahrzehnten sah das noch ganz anders aus. Meine Erinnerungen als kleiner Fußballfanknirps reichen bis ins Jahr 1988. Damals war das Spektakel mit lediglich acht Mannschaften noch wesentlich überschaubarer. Dass ich mich an dieses Turnier noch so gut erinnere, liegt aber nicht daran, dass die EM seinerzeit in Deutschland stattfand. Nein, das ist einem gewissen Ray Houghton , gebürtiger Schotte und damals in Diensten des englischen Klubs aus Liverpool, zu verdanken. Der trug kurioserweise das Trikot der irischen Nationalmannschaft. Die Boys in Green schlugen gleich im ersten Gruppenspiel sensationell England mit 1:0 – und schieden im letzten Match der Gruppe 2 fast schon tragisch sechs Minuten vor dem Abpfiff mit 0:1 gegen den späteren Europameister aus. Der hieß übrigens Holland. Doch mein Fußballherz schlägt seitdem immer auch ein bisschen irisch.

Titel für Holland: Hup-Konzert in Oranje

Gesehen habe ich das Finale 88 nicht, weil Muttern mich zum Samstags-Gottesdienst verdonnerte. Nach der Messe wusste ich trotzdem, wie es ausgegangen war. Das Hupkonzert eines Autokorso ganz in Oranje war Indiz genug. Wenigstens dieses Übel bleibt uns allen 2016 erspart. In diesem Sinne : Come on you Boys in Green!

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