Fußball: 3. Liga
Neuzugänge: Nur bei den Sportfreunden Lotte tut sich nichts

Lotte -

Fast alle Drittligisten haben ihre Kaderplanungen größtenteils abgeschlossen. Einige Clubs haben bereits Neuzugänge im zweistelligen Bereich vorzuweisen. Nur bei den Sportfreunden Lotte tut sich nicht. 16 Spieler gehören zum Kader, Neuverpflichtungen gibt es bisher keine.

Freitag, 08.07.2016, 18:07 Uhr

Gastspieler wie Torhüter Sascha Kirschstein (am Boden) und Dennis Engel (hinten), hier gegen SV Meppen, gab es in Lotte zuletzt reichlich, aber noch keine Neuverpflichtungen.
Gastspieler wie Torhüter Sascha Kirschstein (am Boden) und Dennis Engel (hinten), hier gegen SV Meppen, gab es in Lotte zuletzt reichlich, aber noch keine Neuverpflichtungen. Foto: Mrugalla

Zwei Wochen in der Saisonvorbereitung sind für die Sportfreunde Lotte vorbei. In drei Wochen beginnt das neue Spieljahr. Dann muss sich der Aufsteiger erstmals in der Clubgeschichte in der 3. Liga bewähren. Wie ist der Stand der Dinge, wo sind die größten Baustellen, was muss sich noch tun? Insbesondere die sportliche Situation ist mehr als bescheiden, stehen derzeit doch nur 16 Spieler unter Vertrag.

Am 29. Mai machten die Sportfreunde mit dem 2:0-Erfolg im Relegationsspiel bei Waldhof Mannheim den Drittliga-Aufstieg perfekt. Seither sind sechs Wochen vergangen. In dieser Zeit haben sie aber noch keinen neuen Spieler unter Vertrag genommen. Zwar haben mit Ausnahme von Jeron Al-Hazeimeh alle Akteure aus dem Stammkader der vergangenen Saison einen neuen Kontrakt unterschrieben, aber das sind eben auch nur 16. Darunter sind vier verletzte Spieler. Kevin Pires-Rodrigues zog sich beim Trainingsauftakt einen Muskelfaserriss zu und verpasst einen Großteil der Vorbereitung. Luca Tankulic (komplizierte Hand-OP) und Tim Gorschlüter (Hüftoperation) fallen noch mindestens einen oder zwei Monate aus. Mit einem Comeback von Nico Granatowski (Knöchelbruch) ist in diesem Jahr gar nicht zu rechnen. Bleiben, Stand heute), für Trainer Ismail Atalan zwölf Spieler, auf die er bauen kann oder muss.

Fast 30 Testspieler weilten in den vergangenen beiden Wochen beim Training der Sportfreunde, das Chefcoach Ismail Atalan wegen seiner Ausbildung zum Fußballlehrer ohnehin nur von Donnerstag bis Sonntag verfolgen kann. Richtiges Einspielen oder das Trainieren von Automatismen sind so nicht möglich. Eine gute Saisonvorbereitung sieht anders aus.

Warum tun sich die Sportfreunde so schwer, neue Spieler unter Vertrag zu nehmen?

Fußballobmann und Macher Manfred Wilke lässt sich nicht aus der Reserve locken und strahlt Ruhe aus. „Wir werden nichts überstürzen“, äußert er.

Anders als in der Regionalliga gilt Lotte in der 3. Liga allerdings nicht mehr als erste Adresse. In der vierten Liga war der Club vom Autobahnkreuz für Spieler ein lohnendes Ziel, da ein ruhiges Umfeld herrschte und die Chance hoch war, um die Meisterschaft mitzuspielen. Zudem gehörten die Sportfreunde finanziell zu den Top-Five der Liga.

Das sieht nun anders aus. Was den Etat angeht, bewegen sich die Sportfreunde im unteren Viertel. Mit dem Faustpfand eines vollen Stadions und der entsprechend tollen Atmosphäre zu wuchern, wie es zum Beispiel der VfL Osnabrück tut, kann der Verein aus dem Tecklenburger Land auch nicht. Potenzielle Neuzugänge können zwar weiterhin davon ausgehen, in einem ruhigen Umfeld zu arbeiten, die Aussicht, oben mitzuspielen, ist anders als in der Regionalliga aber nicht unbedingt gegeben.

„Wir müssen uns nach jungen, hungrigen Talenten umschauen“, erläutert deshalb Trainer Ismail Atalan. „Viele Spieler wissen mittlerweile, dass sie sich in Lotte gut entwickeln können. Darauf bauen wir. Denkbar sind auch Leihgeschäfte mit Bundesligisten von U23-Akteuren.“ Entsprechend deutet der Coach an, dass die Sportfreunde in der 3. Liga eine der jüngsten Mannschaften überhaupt stellen werden.

Atalan möchte mit einem 24er Kader arbeiten. Demnach fehlen also noch acht Spieler. Um die Langzeitverletzten zu ersetzen, müssten es vielleicht sogar zehn Neulinge sein. Hinter den Kulissen wird eifrig gewerkelt, einen Abschluss gibt es aber noch nicht zu vermelden.

Da liegt die Konkurrenz den Sportfreunden meilenweit voraus. Fast alle Clubs haben ihre Kaderplanungen bereits abgeschlossen, wollen nur unter Umständen bis Ende der Transferperiode am 31. August noch nachlegen. Zweiliga-Absteiger FSV Frankfurt verpflichtete mit bisher 16 Spielern die meisten aller Drittligisten. Dahinter folgen Mainz (10) sowie Paderborn, Halle, Münster und Osnabrück mit jeweils neun Verpflichtungen. Der MSV Duisburg hält sich bisher ziemlich bedeckt und holte erst fünf externe Kicker. 399 Wechsel, die sich in 219 Abgänge und 180 Neuzugänge aufteilen, verzeichnete die 3. Liga bisher. In Lotte herrscht dagegen Flaute, von den Abgängen Jeron Al-Hazeimeh und Dominik Bergdorf abgesehen.

Kader der Sportfreunde:

Tor: Benedikt Fernandez

Abwehr : Gerrit Nauber, Matthias Rahn, Alexander Langlitz, Nico Neidhart.

Mittelfeld: Tim Wendel, Kevin Pires-Rodrigues (verletzt), Andre Dej, Moritz Heyer, Alexander Hettich, Dennis Brock, Tim Gorschlüter (verletzt), Benjamin Siegert (Stand-by-Spieler)

Angriff: Kevin Freiberger, Bernd Rosinger, Nico Granatowski (verletzt), Luka Tankulic (verletzt).

Abgänge: Jeron Al-Hazaimeh (Preußen Münster), Dominik Bergdorf (Ofenburger FV).

Wahrscheinliche Abgänge: Semih Daglar, Daniel Latkowski.

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